Baden-Baden Spezial 2010: Ohne Strom wird es nicht gehen

 
Von Jörg Christoffel | Redaktion ATZonline.de
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15.10.2010 - 

Auf dem VDI-Kongress Baden-Baden Spezial präsentierten und diskutierten gut 380 Fachleute die Herausforderungen der Elektromobilität, den Stand der Technik und die nächsten Schritte. Damit kann die vom VDI-Wissensforum veranstaltete Zwischentagung (die abwechselnd zum großen Kongress Elektronik im Kraftfahrzeug stattfindet) nicht nur einen Teilnehmerrekord verbuchen, der Zustrom bestätigte zudem die Bedeutung des Themas "Elektrisches Fahren machbar machen". Der langjährige Tagungsleiter Dr. Wolfgang Runge, ehemals ZF Lenksysteme, ist überzeugt: "Elektromobilität wird kommen." Gleichzeitig war Konsens der Tagung, dass zahlreiche Herausforderungen bleiben, die gelöst sein müssen, ehe eine Umsetzung von Elektromobilität in der Serie machbar ist. In Baden-Baden ging es am 13. und 14. Oktober um neue Wege der "Energieverteilung" im Fahrzeug, um "funktionale Sicherheit" von Hochvolt-Systemen, die Bedeutung des "Energie-Managements" und den künftigen Beitrag der "Mikroelektronik" ebenso wie beispielsweise um den Einsatz der "Brennstoffzelle" als Stromquelle im Nutzfahrzeug.

Plenarredner aus Politik und Automobilindustrie zeigten Rahmenbedingungen und Fortschritte der Elektromobilität auf. Ministerialdirektor Dr. Wolf-Dieter Lukas (BMBF, Abteilung Schlüsseltechnologien): "Deutschland soll Leitanbieter für Elektromobilität werden." Dennoch könne der Staat keine Empfehlungen aussprechen, sondern lediglich eine offene Diskussion ermöglichen. Schnell handeln wolle man aber mit Fördermaßnahmen im Bereich der Batterie-Elektrochemie und der Effizienzsteigerung. "Wir stehen am Anfang einer exponentiellen Entwicklung", so Lukas.

Das heißt jedoch nicht, dass der Verbrennungsmotor ausgedient hat. Dr. Roland Krüger, Leiter Vorentwicklung Electric Vehicles von Ford: "Neue Technologien machen auch konventionelle Technik besser." Der Fahrzeughersteller verfolgt einen diversifizierten Ansatz der Elektrifizierung, zu dem die weitere Optimierung des Verbrenners gehört. Dennoch sieht auch Plenarredner Krüger die Elektrifizierung als Muss: "Spätestens ab etwa 2020 wird die Elektrifizierung gebraucht, weil dann das Verbesserungspotenzial des konventionellen Antriebs erschöpft ist." Der Weg dorthin ist lang und erfordert Ausdauer. "Viele Schritte finden evolutionär statt, und die Dynamik, mit der die Zukunft kommt, ist unbekannt", sagt Dr. Klaus Harms, Entwicklungsdirektor von Bosch.