Brilliance stellt erstes Modell für Europa vor

 
28.11.2006 - 

Der chinesische Automobilhersteller Brilliance hat heute in Bonn das erste Modell für den Export nach Europa vorgestellt. Bei dem BS6 handelt es sich um eine Stufenheck-Limousine mit einer Länge von 4,9 Metern, die mit zwei Ottomotoren (2,0 und 2,4 l) von Mitsubishi angeboten werden wird. Die Basisversion mit ABS, Klimaanlage und CD-Radio soll maximal 20.000 Euro kosten, die Variante mit großem Motor, Lederausstattung und Klimaautomatik höchstens 24.000 Euro.

Die ersten Fahrzeuge sollen Anfang 2007 auf dem Markt sein. Bis dahin hat der europäische Generalimporteur HSO, Luxemburg, noch einige technische Herausforderungen zu meistern. So haben die europäischen Behörden bislang keine Typgenehmigung erteilt, weshalb beispielsweise noch kein Normverbrauch genannt wird. Hans-Ulrich Sachs, geschäftsführender Gesellschafter von HSO, bezifferte ihn mit etwa 9,5 Litern auf 100 Kilometern. Der ECE-Chrashtest, wichtige Voraussetzung für die Typgenehmigung, ist nach Angaben von Sachs mittlerweile bestanden. Gleichzeitig musste er jedoch einräumen, dass der BS6 bei dem vor einer Woche durchgeführten Euro NCAP-Test lediglich zwei von fünf möglichen Sternen erhielt. Maßnahmen zur Verbesserung der passiven Sicherheit werden jetzt mit dem chinesischen Partner diskutiert und nachentwickelt, "koste es, was es wolle". Den Einsatz eines ESP stellte Sachs allerdings erst für die nächste Modellgeneration in Aussicht.

Während der Vorstellung betonte Sachs mehrfach, dass der BS6 im Brilliance-Werk in Shengyang hoch automatisiert auf Anlagen vor allem deutscher Zulieferer wie Dürr oder Schenker gebaut werde (Foto: Derzeit fertigt Brilliance im Werk Shengyuan 220.000 Fahrzeuge im Jahr). Für die Abstimmung des Fahrwerkes griff Brilliance auf das Know-how von Porsche Engineering zurück.

Die Absatzplanung der Chinesen sieht vor, im kommenden Jahr bereits 15.000, im Jahr 2010 dann 40.000 Fahrzeuge europaweit zu verkaufen. Dies entspräche der gesamten heutigen Produktionskapazität für den BS6. Eingerechnet sind allerdings auch kommende Modelle: Bis Ende nächsten Jahres soll ein - in China entwickelter - Dieselmotor zur Verfügung stehen. Geplant sind bis Ende des Jahrzehnts außerdem ein Kompaktwagen (BS2), eine kleinere Mittelklasse-Limousine (BS4) sowie ein Geländefahrzeug.

Quelle: Johannes Winterhagen | Redaktion ATZonline.de