CO2-Reduktion: "Integrated Approach" gefordert

 
13.11.2006 - 

Eine gemeinsame Annäherung - Integrated Approach - aller am Straßenverkehr beteiligten Faktoren fordert Prof. Rudolf Menne (rechts), Geschäftsführer des Ford Forschungszentrums Aachen, zur schnellen und signifikanten Reduktion von Kohlendioxid.

Auf der fünften VDI-Tagung "Innovative Antriebe", die am Freitag, 10. November 2006, in Dresden zu Ende ging, führte Menne aus, dass neben der Automobil- und Zulieferindustrie, die gemeinsam verbesserte Fahrzeugtechnik bereitzustellen habe, die Politik entsprechende Technik auch fördern müsse. Kurzfristigere und maßgeblichere Erfolge seien jedoch durch eine Verbesserung und Modernisierung der Infrastruktur zu erzielen. Ebenfalls in der Pflicht sieht Menne die Energieversorger und nicht zuletzt die Autofahrer selbst, die mit einer Änderung ihres Fahrverhaltens eine unmittelbare CO2-Reduktion erzielen könnten.

Für die Automobilindustrie gibt es laut Menne keine Universallösung: "Die CO2-Ruduktion erfordert maßgeschneiderte Lösungen. Kurz- bis mittelfristig sind dies Downsizing von Verbrennungsmotoren, optimierte Getriebetechnologien, Hybridisierung, Bio-Ethanol und BtL-Kraftstoffe. Langfristiges Ziel ist eine Wasserstoff basierte Mobilität." Den Einsatz der Brennstoffzelle macht Menne von der Bezahlbarkeit dieser Technik abhängig, die aber noch in weiter Ferne liege: "Grundsätzlich ist es essentiell wichtig, ob der Kunde eine neue Technik überhaupt will und bereit ist, dafür auch zu zahlen."

Ähnlich äußerte sich Dr. Rudolf Krebs (links), Leiter der Aggregateentwicklung bei Volkswagen: "Für die Motorenentwicklung gibt es weiterhin kein Patentrezept. Wir werden eine hohe Diversität von Antrieben haben, die bis 2015 von Otto- und Dieselmotoren dominiert werden wird."

Ein wichtiger Kundenwunsch in der wachstumsschwachen Triade USA-Europa-Japan bleibe die Fahrfreude, für die wachstumsstarken, aber sehr einkommensschwachen Regionen Asien und Lateinamerika liege dagegen die Herausforderung darin, kostengünstige Antriebe zu entwickeln, die trotzdem schonend mit der Umwelt umgehen.

Quelle: Moritz-York von Hohenthal | Redaktion ATZonline.de