Der Akademische Grad des Dipl.-Ing. wird 111 Jahre alt

 
Von Katrin Pudenz | Redaktion ATZonline.de
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11.10.2010 - 

Seinen 111. Geburtstag feiert der deutsche akademische Abschlussgrad "Diplom-Ingenieur" am 11.10.2010. Nun droht ihm jedoch die Abschaffung, so heißt es in einer Erklärung der TU9. Die TU9 ist eine Allianz der führenden Technischen Universitäten Deutschlands (RWTH Aachen, TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU Dresden, Leibniz Universität Hannover, Karlsruhe Institute of Technology, TU München, Universität Stuttgart), die sich gegen dieses Ansinnen wenden. Mit ihrer Publikation "Glückwunsch Dipl.-Ing.! Ein Gütesiegel made in Germany wird 111 Jahre alt" gratulieren die Ingenieur-Schmieden des Landes dem "Diplom-Ingenieur" zum Geburtstag. Erschienen ist das Werk am 8. Oktober 2010.

In der Publikation ist unter anderem eine Streitschrift des TU9-Präsidenten Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg für die "Die Bedeutung des Dipl.-Ing." zu lesen. Ebenfalls der Sprachkritiker Wolf Schneider, der lange Jahre die Henri-Nannen-Schule (Journalistenschule in Hamburg) leitete, trug mit einem Essay über die Leistungen deutscher Ingenieurskunst "Die Strahlkraft der Marke 'Dipl.-Ing.'" bei.

Wolf Schneider schreibt beispielsweise in seinem Essay: "Ob wir noch das Land der Dichter und Denker sind, darüber kann man verschiedener Meinung sein; unbestreitbar sind wir das Land der Erfinder, der Tüftler, der Ingenieure, der Facharbeiter, die die besten Autos, die begehrtesten Maschinen der Welt bauen und das 'Made in Germany' zum Inbegriff aller irdischen Zuverlässigkeit erhoben haben. Wer dieses grandiose Markenzeichen 'Dipl.-Ing.' abschaffen oder auch nur verändern wollte, würde eine ungewöhnliche Dummheit begehen. Namen sind Signale, der Name Coca-Cola ist weit mehr wert als das Produkt, und nie könnten Gucci und Armani es überleben, wenn sie sich in Smith und Schulze umbenennen müssten."

Weiter erklärt er: "So darf man staunen, dass die deutsche Kultusministerkonferenz dem wichtigsten Menschen hinter dem 'Made in Germany', dem Dipl.-Ing., seinen Namen aberkennen wollen. 'Master of Science' soll er in Zukunft heißen, der Reform zuliebe, die die Wissenschaftsminister von 29 europäischen Staaten 1999 in Bologna beschlossen haben. Die Reform ist ja durchaus vernünftig, alle akademischen Abschlüsse soll sie international vergleichbar machen, und alle deutschen Universitäten ziehen mit. Nur: Dass zusammen mit der Einführung des Master of Science der deutsche Titel Dipl.-Ing. verschwinden soll, das wurde in Bologna gar nicht verlangt."

Und so fordert TU9, dass der "Dipl.-Ing. " - nach dem Muster Österreichs als akademischer Grad für ein erfolgreich abgeschlossenes Masterstudium der Ingenieurwissenschaften verliehen werden darf. So heißt es in einer Mitteilung.

Ebenfalls zu lesen sind in der TU9-Publikation Porträts einfluss- und erfindungsreicher Ingenieure aus 111 Jahren: über Persönlichkeiten, ihre bedeutenden Werke und ihre faszinierenden Lebensgeschichten. Beispielsweise  vom Computer-Pionier Dipl.-Ing. Konrad Zuse, von der ersten Frau Dipl.-Ing. Ilse Knott-Ter Meer oder auch vom MP3-Erfinder Prof. Dr.-Ing. (und Dipl.-Ing.) Karlheinz Brandenburg.

An den TU9-Universitäten sind über 200.000 Studierende immatrikuliert, das sind rund zwölf Prozent aller deutschen Studierenden, erklärt die TU9. In Deutschland stammen rund 50 Prozent der Universitäts-Absolventen in den Ingenieurwissenschaften von den TU9-Universitäten, etwa 57 Prozent der Promotionen in den Ingenieurwissenschaften werden an den TU9-Universitäten durchgeführt.

Wolf Schneider schreibt beispielsweise in seinem Essay: "Ob wir noch das Land der Dichter und Denker sind, darüber kann man verschiedener Meinung sein; unbestreitbar sind wir das Land der Erfinder, der Tüftler, der Ingenieure, der Facharbeiter, die die besten Autos, die begehrtesten Maschinen der Welt bauen und das 'Made in Germany' zum Inbegriff aller irdischen Zuverlässigkeit erhoben haben. Wer dieses grandiose Markenzeichen 'Dipl.-Ing.' abschaffen oder auch nur verändern wollte, würde eine ungewöhnliche Dummheit begehen. Namen sind Signale, der Name Coca-Cola ist weit mehr wert als das Produkt, und nie könnten Gucci und Armani es überleben, wenn sie sich in Smith und Schulze umbenennen müssten."

Weiter erklärt er: "So darf man staunen, dass die deutsche Kultusministerkonferenz dem wichtigsten Menschen hinter dem 'Made in Germany', dem Dipl.-Ing., seinen Namen aberkennen wollen. 'Master of Science' soll er in Zukunft heißen, der Reform zuliebe, die die Wissenschaftsminister von 29 europäischen Staaten 1999 in Bologna beschlossen haben. Die Reform ist ja durchaus vernünftig, alle akademischen Abschlüsse soll sie international vergleichbar machen, und alle deutschen Universitäten ziehen mit. Nur: Dass zusammen mit der Einführung des Master of Science der deutsche Titel Dipl.-Ing. verschwinden soll, das wurde in Bologna gar nicht verlangt."

Und so fordert TU9, dass der "Dipl.-Ing. " - nach dem Muster Österreichs als akademischer Grad für ein erfolgreich abgeschlossenes Masterstudium der Ingenieurwissenschaften verliehen werden darf. So heißt es in einer Mitteilung.

Ebenfalls zu lesen sind in der TU9-Publikation Porträts einfluss- und erfindungsreicher Ingenieure aus 111 Jahren: über Persönlichkeiten, ihre bedeutenden Werke und ihre faszinierenden Lebensgeschichten. Beispielsweise  vom Computer-Pionier Dipl.-Ing. Konrad Zuse, von der ersten Frau Dipl.-Ing. Ilse Knott-Ter Meer oder auch vom MP3-Erfinder Prof. Dr.-Ing. (und Dipl.-Ing.) Karlheinz Brandenburg.

An den TU9-Universitäten sind über 200.000 Studierende immatrikuliert, das sind rund zwölf Prozent aller deutschen Studierenden, erklärt die TU9. In Deutschland stammen rund 50 Prozent der Universitäts-Absolventen in den Ingenieurwissenschaften von den TU9-Universitäten, etwa 57 Prozent der Promotionen in den Ingenieurwissenschaften werden an den TU9-Universitäten durchgeführt.