Die zweite Generation Instant Start System ISS

 
Von Thomas Jungmann | Redaktion ATZonline.de
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03.08.2006 - 

Die Ingenieure der Firma Beru haben das Diesel-Schnellstartsystem ISS (Instant Start System) weiterentwickelt. Die nunmehr zweite Generation des Kaltstartsystems, das nach Angaben des Ludwigsburger Zulieferers auch bei Temperaturen von bis zu -25 °C einen "ottomotorischen Schlüsselstart" und stabilen Leerlauf, saubere Lastannahme und geringere Emissionen gewährleistet, wurde um eine integrierte Ansaugluftvorwärmung erweitert.

Das Steuergerät des ISS kontrolliert zunächst die Schnellstartfunktion der speziellen ISS-Glühstifte. Darüber hinaus steuert es in Verbindung mit dem Motorsteuergerät zur zusätzlichen Erwärmung der Ansaugluft den Heizflansch an. Eine Folge dieser Konstruktion: Anders als Glühkerzen, die lediglich "lokale" Zündbedingungen für das Luft-/Kraftstoffgemisch schaffen, erhöht der Heizflansch die in die Zylinder einströmende Lufttemperatur und optimiert damit generell die Voraussetzungen für eine optimale Kraftstoffentzündung.

Die Vorteile des Heizflansches laut Beru: Die zusätzliche Erwärmung der Ansaugluft verbessert die Startfähigkeit bei tiefen Temperaturen und optimiert das Hochlaufen des Motors. Sie stabilisiert den Leerlauf und reduziert den Schadstoffausstoß während der Warmlaufphase, führt zu einer Erhöhung der elektrischen Last am Motor und damit zu einer besseren Unterstützung der Diesel-Partikelfilter-Regeneration im Niedriglastbereich.

Mit dem neuen ISS will der Spezialist für Zündungstechnik auf strengere Emissionsgrenzwerte und die Bemühungen um einen weiter reduzierten Kraftstoffverbrauch sowie auf Trends beim Design und bei der Prozessführung kommender Dieselmotoren-Genrerationen reagieren. Denn im Zentrum des aktuellen Interesses der Motorenentwickler sieht Beru derzeit nach eigenen Angaben ein deutlich niedrigeres Verdichtungsverhältnis sowie optimierte Verbrennungsverfahren bei einer niedrigeren NOx-Rohemission. Gleichzeitig erhöhen sich die Komfortansprüche der Dieselfahrer an den Kaltstart. Zusätzliche Funktionen wie Zwischenglühen und Diesel-Partikelfilter-Regenerationsglühen führen zudem zu höheren Anforderungen an die Glühkerzen. 

Eingesetzt wird das ISS der zweiten Generation derzeit vor allem im Light-Truck-Segment. Für einen amerikanischen Kunden produziert Beru eine ISS-Variante, die den erweiterten Onboard-Diagnose-Anforderungen (OBD2) des California Air Research Board (CARB) entspricht. Diese schreiben unter anderem vor, dass sowohl der Ausfall des Schnellstart-Systems, einer Glühkerze, eines Heizflansches als auch die reduzierte Funktion einer Komponente angezeigt werden müssen.