Ein Boxer, drei Charaktere

 
03.11.2006 - 

Vom 31. Oktober bis 2. November 2006 veranstaltete Subaru einen "Techniktag" im baden-württembergischen Bad Mergentheim. Im Rahmen einer Pressekonferenz und ausgiebiger Testfahrten gewährte der japanische Allradspezialist Journalisten Einblicke in sein neues Antriebssteuerungs-System SI-Drive (Subaru Intelligent Drive). Mit Hilfe dieser Elektronik kann der Fahrer über einen Drehschalter zwischen den drei Motorcharakteristika "Intelligent", "Sport" und "Sport Sharp" wählen.

Erreicht der Motor eine Betriebstemperatur  von 70 °C, greift SI-Drive bei Bedarf über die integrierte Steuerung "Bodycontrolmodule" auf die Motorsteuerung ECU (Engine Control Unit) und die Getriebesteuerung TCU (Transmission Control Unit) zu. Es aktiviert dabei das passende Drehmomentfeld sowie den entsprechenden Öffnungsgrad der elektronischen Drosselklappe. Parallel dazu werden die Schalteingriffe durch ein geeignetes Schalt-Kennfeld geregelt. So koordiniert und kontrolliert das System als Komponente des elektronischen Motormanagements Prozesse wie den Zündzeitpunkt, die Einspritzmenge oder die Abgasrückführung. Zusätzlich registrieren Sensoren Parameter wie die Gaspedalstellung, um das spezifische Ansprechverhalten auf die Gaspedalbefehle zu definieren.

Sobald der Fahrer den SI-Drive-Wählschalter drückt und somit in den "Intelligent Mode" wechselt, reduziert die Steuerung Leistung und Drehmoment des Motors, um das Verhältnis von Verbrauch und Leistungsabgabe zu optimieren. Außerdem verzögert sich die Reaktion der Drosselklappe und ihr Öffnungsgrad wird auf maximal 72 Prozent begrenzt, so dass sich ein "weiches" Leistungscharakteristikum entwickeln kann. Während bei Modellen mit manuellem Schaltgetriebe nun die optimalen Schaltpunkte über eine Signallampe in der Anzeige des Drehzahlmessers angezeigt werden, erfolgen die Gangwechsel im Automatikgetriebe besonders früh.

Im "Sport Mode" soll die Leistungsabgabe des Motors exakt den Neigungswinkel des Gaspedals widerspiegeln. Die Drosselklappe öffnet zu 100 Prozent und stellt die volle Motorleistung für eine lineare Leistungsentfaltung zur Verfügung. Dieser Modus ist zu Beginn jeder Fahrt als Voreinstellung im System gespeichert. Die Steigerung zum "Sport Sharp Modus" besteht in einem geänderten Steuerungs-Kennfeld für die Drosselklappe, das diese überproportional reagieren lässt. Dadurch wird die Drosselklappe schon vollständig geöffnet, bevor das Gaspedal maximal durchgedrückt ist. Außerdem verschieben sich die Schaltpunkte in höhere Drehzahlbereiche, so dass der Motor über den gesamten Drehzahlbereich bis ans Drehzahllimit nutzt.

Zum Einsatz kommt SI-Drive laut Subaru vorerst in den 180 kW starken Sechszylinderversionen der Baureihen Legacy und Outback des Modelljahres 2007, die im November 2006 auf dem deutschen Markt debütieren.

Quelle: Caterina Schröder | Redaktion ATZonline.de