Englische Studenten entwickeln "umweltfreundlichen" Rennwagen

 
Von Thomas Jungmann | Redaktion ATZonline.de
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17.08.2006 - 

Studenten der Universität Coventry haben die vergangenen 18 Monate damit verbracht, einen zweisitzigen Rennwagen zu kreieren, der nicht nur schnell, sondern auch noch umweltfreundlich sein soll. Ihr Programm umfasste dabei neben der Entwicklung eines neuen, sparsamen Sportwagens auch die Gründung einer Firma namens Climax Ltd. So entstand in der englischen Industriestadt in den West Midlands eine 196 kW starke "Vision" mit der Bezeichnung "Concept Climax".

Der äußerst puristische Climax Concept besitzt weder Verdeck noch Frontscheibe und wirkt dadurch extrem flach. Pilot und Copilot werden lediglich durch einen kleinen Schutzschild vor Fahrtwind geschützt. Alle Oberflächen und der Unterboden des Wagens sind völlig glatt, lediglich eine lang gezogene Finne hinter der Fahrerkopfstütze macht hier eine kleine Ausnahme. Während das kompromisslose Renndesign auch keine Türen zugelassen hat, besitzt die Studie immerhin einen kleinen Kofferraum.

Das Herz des Climax Concept schlägt kurz vor der Hinterachse, ein Vierzylinder-Ottomotor, der mit einem Gemisch aus Benzin und Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen betrieben wird. Nach Angaben der Konstrukteure liegt sein Verbrauch angesichts seiner Leistungswerte von 196 kW bei 6.500 1/min und einem maximalen Drehmoment von 345 Newtonmetern bei 3.600 1/min mit 8,0 Litern pro 100 Kilometer vergleichsweise niedrig. Das 546-kg-Leichtgewicht absolviert den Sprint von null auf Tempo 100 in nur 3,4 Sekunden und erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 257 km/h.

Und ganz nach dem Vorbild der "Großen" können sämtliche Einstellungen von Motor und Fahrwerk - jeweils für den Einsatz auf der Straße oder Rennrennstrecke - mit Hilfe eines Laptops und einer USB-Schnittstelle leicht modifiziert werden.

Ziel der jungen Unternehmensgründer ist es nach eigenen Angaben, Coventry nach langer Zeit den Status eines Automobilstandortes, den die Stadt durch die Marken Jaguar und Rover einmal inne hatte, zurückzugeben. Auch der Name Climax hat eine bewegte Rennsportgeschichte. Das gleichnamige Unternehmen existierte von 1903 an, bis es im Jahr 1986 aufgelöst wurde. Die Firmengeschichte begann unter anderem mit Stromaggregaten, Feuerwehr-Löschpumpen und Traktormotoren.

In den 50er-Jahren hatte sich die Unternehmensleitung dafür entschieden, ihre Motoren auch im Rennsport einzusetzen. Gemeinsam mit Cooper und Lotus kam es in der Formel 1 zu einer Revolution: Beide Rennställe bauten den Motor erstmals hinter dem Fahrer ein, was besonders die Straßenlage aus den Kurven erheblich verbesserte. Im Jahr 1958 errang Stirling Moss den ersten Formel1-Sieg für Climax-Cooper und 1959 wurde John Brabham in einem Climax-Cooper Formel1-Weltmeister. Als jedoch im Jahr 1966 die neue 3-Liter-Formel eingeführt wurde, zog sich das Unternehmen aus dieser Rennserie zurück.