Künftig wird der Kraftstoffcocktail bunter

 
Von Richard Backhaus | Redaktion ATZonline.de
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14.11.2008 - 

Der wachsende Energiebedarf durch die weltweit steigende Mobilität ist künftig mit konventionellen Kraftstoffen allein nicht mehr zu decken. Das zeigte sich auf der MTZ-Fachkonferenz "Innovative Kraft- und Schmierstoffe", die am 11. und 12. November 2008 in Stuttgart stattfand. Heiko Mass von der Ford Forschungszentrum Aachen GmbH beispielsweise rechnete vor, dass die Pkw-Flotte weltweit von 650 Millionen Fahrzeuge 2002 auf zwei Milliarden Fahrzeuge 2050 ansteigen wird. Hauptwachstumsfeld ist Asien, in Europa wird die Flotte von 200 Millionen Fahrzeugen 2002 auf 267 Millionen Fahrzeuge moderater wachsen. Daraus folgt dennoch eine steigende Abhängigkeit von Erdölimporten in Europa von 54 Prozent (2006) auf 65 Prozent (2030).

Die vollständige Substitution konventioneller durch alternative Kraftstoffe wird auch langfristig nicht möglich sein: Professor Dr. Schindler von der TU Berlin prognostizierte maximal 2.000 Petajoule Energie aus Biomasse für 2030, bei einem 4,5 Mal so hohen Energiebedarf von 9.000 Petajoule. Derzeit arbeiten Industrie und Forschungsinstitute an ganz unterschiedlichen Kraftstoffen und Kraftstoffmischungen, die zum einen die CO2-Emissionen reduzieren und zum anderen die künftige Energieverfügbarkeit gewährleisten sollen. Dabei bezieht man auch Mischung von Kraftstoffen für die dieselmotorische und die ottomotorische Verbrennung mit ein.

Die FEV zum Beispiel untersucht derzeit die Verbrennung von Diesel-Benzin-Mischungen im Dieselmotor. Basis für die Idee der FEV ist die Tatsache, dass Europa derzeit Mangel an Diesel- und Überkapazitäten an Ottokraftstoff hat. Technische Herausforderung zur Nutzung des Diesel-Benzin-Blends ist unter anderem die Schmierung der Einspritzkomponenten. Professor Dr. Peter Eilts von der TU Braunschweig hat die Verbrennung von Diesel-Alkohol-Gemischen untersucht. Bei einem Blend mit Buthanol konnte er beim Versuchsmotor bis zu 60 Prozent weniger Partikelemissionen messen. In Kombination mit einem homogenen Dieselbrennverfahren erbrachte das Gemisch auch zwölf Prozent weniger Kraftstoffverbrauch.