Mazda BT-50 im Detail

 
24.11.2006 - 

Nach der Weltpremiere des Mazda Pickup BT-50, die bereits im März 2006 auf der Bangkok International Motor Show stattgefunden hat, werden nun, kurz vor der Markteinführung, Details über den neuen 105 kW starken Dieselmotor sowie über Neuerungen am Fahrwerk und am Design bekannt gegeben. Die technisch betrachtet größte Änderung am neuen Pickup fand dabei unter der Motorhaube statt.

Der neue Common-Rail-Dieselmotor aus der Mazda MZR-CD-Motorenserie hat außer dem Hubraum (2,5 Liter) nur noch wenig mit dem gleich großen Vorgänger-Aggregat aus der B-Serie gemein. Die Ventil-Anzahl pro Zylinder wurde von drei auf vier erhöht, so dass nun zwei oben liegenden Nockenwellen für die Ventilansteuerung zuständig sind. Ebenso ersetzt nun die Direkteinsprizung das Prinzip der Wirbelkammer. Einspritzdrücke von bis zu 1.600 bar, mehrstufige Piloteinspritzung sowie der Turbolader mit variabler Schaufelgeometrie und geringem Trägheitsmoment verstärken den DOHC-Motor (Double Overhead Camshaft) um 25 auf 105 kW. Das maximale Drehmoment, das schon ab 1.800 1/min voll zur Verfügung steht, hat mit 330 Newtonmetern um 64 Newtonmeter zugelegt. Zugleich steigert ein größer dimensionierter Ladeluftkühler die Kühlleistung des Systems laut Mazda um 14 Prozent. Ein Schutzgrill, der Teil des vorderen Unterfahrschutzes ist, bewahrt den "Intercooler" vor Schäden, beispielsweise durch nach oben geschleuderte Steine.

Mit Hilfe des gestärkten Motors beschleunigt der BT-50 von null auf 100 km/h in 12,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit verbessert sich im Vergleich zum Vorgänger von 147 auf 158 km/h. Gleichzeitig konnten die Mazda-Ingenieure nach eigenen Angaben den Durchschnittsverbrauch um 2,5 auf 8,9 Liter je 100 Kilometer senken. Um die Abgaslimits der Euro-4-Norm für Fahrzeuge der Klassen N1 zu erfüllen, ist der neue Motor mit einer Abgasrückführung und -kühlung sowie der variablen Drallsteuerung VSCV (Variable Swirl Control Valve) ausgestattet.

Die Kraftübertragung findet über ein manuelles Fünfgang-Getriebe statt, das die Energie auf die Hinterachse oder, bei Bedarf, auf alle vier Räder überträgt. Eine Freilaufschaltung für die Vorderachse erlaubt dabei das Umschalten zwischen Allrad- und Heckantrieb auch während der Fahrt. Per Knopfdruck werden das vordere Differenzial und die Antriebswelle von den Vorderrädern entkoppelt.

Bei der Konstruktion der Achsen haben sich die Entwickler an den bestehenden Systemen der B-Serie orientiert. So basiert die vordere Einzelradaufhängung nach wie vor auf doppelten Dreiecksquerlenkern, während an der starren Hinterachse progressiv wirkende, halbelliptische Blattfedern die Karosserie tragen. Allerdings vergrößerten sich sowohl die Durchmesser der vorderen und hinteren Gasdruckstoßdämpfer um acht auf 32 Millimeter, als auch die Längen der hinteren Blattfedern um 120 auf 1.320 Millimeter, was sowohl dem Fahrkomfort, als auch der Ladekapazität von bis 1.225 Kilogramm zu gute kommen soll.

Die beiden in Deutschland angebotenen Versionen mit Lang- (L-Cab) und Doppelkabine (XL-Cab) sind im Vergleich zum Vorgänger um 60 auf 5.075 Millimeter gewachsen. Äußerlich fällt bei beiden Versionen zunächst die einteilige Frontpartie auf, die Kühlergrill und Stoßfänger in einer Einheit zusammenfasst und den für Nutzfahrzeuge typischen, ausgestellten Stoßfänger vermeidet. Den 2+2-sitzigen L-Cab prägt eine 1.753 Millimeter lange Ladefläche sowie die gegenläufig öffnenden Türen. Die Hinteren schwenken um 90 Grad auf, um eine 1.500 Millimeter breite Einstiegsluke zu öffnen. Beim XL-Cab soll der Transport von Personen im Vordergrund stehen, so dass die Ladefläche nur 1.530 Millimeter misst, um vorne bis zu fünf Personen Platz zu bieten. Wie schon die Mazda B-Serie kommt auch der Nachfolger aus dem thailändischen Werk von "Auto Alliance", dem Joint-Venture-Unternehmen von Mazda und Ford in der Provinz Rayong.

Quelle: Caterina Schröder | Redaktion ATZonline.de