Netzwerk Cosy entwickelt effizientere Speichermaterialien für Wasserstoff

 
Von Thomas Jungmann | Redaktion ATZonline.de
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03.11.2006 - 

Das Marie Curie Forschungs- und Ausbildungsnetzwerk Cosy (Complex Solid State Reactions for Energy Effizient Hydrogen Storage) hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten vier Jahre neuartige Speichermaterialien für Wasserstoff zu entwickeln. Im Rahmen der von der Europäschen Union mit 2,5 Millionen Euro geförderten Initiative entwickeln beteiligte Wissenschaftler neuartige reaktive Leichtmetall-Hydrid-Komposite, die zur effektiven Wasserstoffspeicherung genutzt werden sollen.

Bislang scheiterte die Nutzung von Wasserstoff als umweltfreundliche Energiequelle in Brennstoffzellen nach Ansicht der Forscher unter anderem am zu hohen Gewicht und Volumen der verfügbaren Wasserstoffspeicher. Gelänge es, Wasserstoff wesentlich effektiver zu speichern, stelle er künftig einen idealen Energieträger für mobile Anwendungen dar.

"Leichtmetall-Hydride sind feste Materialien, die Wasserstoff-Atome chemisch binden und bei Erwärmung auch wieder abgeben können", erläutert Professor Rüdiger Bormann, Direktor am Institut für Werkstoffforschung des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht und Koordinator von Cosy. "Mit den von Wissenschaftlern des GKSS-Forschungszentrum Geesthacht entdeckten "Reaktiven Hydrid-Kompositen" können wir die Speicherdichte deutlich erhöhen. Wir vermeiden durch die Speicherung im Feststoff eine Reihe material- und sicherheitstechnischer Probleme, wie sie bei der Hochdruckspeicherung von gasförmigem beziehungsweise der Tieftemperaturspeicherung von flüssigem Wasserstoff auftreten."

Um die neuen Reaktiven Hydrid-Komposite für die Anwendung in Wasserstoffspeichern zu qualifizieren und zu optimieren, erforschen die Cosy-Wissenschaftler zunächst die wirtschaftliche Herstellung der Leichtmetall-Hydride und -Hydrid-Komposite. Ferner charakterisieren sie nach eigenen Angaben die dabei entstehenden Mikro- und Nanostrukturen, untersuchen und optimieren die Thermodynamik und Kinetik der Wasserstoffaufnahme sowie -abgabe und modellieren die dabei stattfindenden Prozesse.