Ökostrom zu Erdgas: Solar Fuel erhält Hauptpreis der deutschen Gaswirtschaft

 
Von Katrin Pudenz | Redaktion ATZonline.de
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08.10.2010 - 

Die "SolarFuel" GmbH aus Stuttgart hat eine neue Technik entwickelt, die Ökostrom in erneuerbares Erdgas konvertiert. Erdgas lässt sich einfach in die Energieinfrastruktur einbinden, die Speicherkapazität ist groß. Das Gas ist für Erdgasautos, Heizungen sowie effiziente Gaskraftwerke nutzbar. Für diese Entwicklung wurde Solar Fuel nun kürzlich dem Hauptpreis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und Klimaschutz 2010 ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Die Grundlagen für das Verfahren wurden vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES entwickelt. Ebenfalls die beiden Forschungsinstitute wurden ausgezeichnet.

Aus 70 Bewerbungen wurden vier Preisträger ausgewählt. Den Hauptpreis gewann das Stuttgarter Unternehmen mit seinen Forschungspartnern. Die Preisverleihung fand in der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz südlich des Brandenburger Tors statt. Die Festrede hielt Professor Klaus Töpfer, seit 2009 Exekutivdirektor des Klimaforschungsinstituts IASS. Alle zwei Jahre wird der Preis von der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch ASUE, dem Allgemeinen Deutschen Automobilclub ADAC, dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW und der Deutschen Energie- Agentur dena vergeben.

Die Jury aus unabhängigen Experten der Bereiche Wissenschaft, Wirtschaft und Politik begründete ihr Votum mit dem gelungenen Beitrag von SolarFuel, ZSW und Fraunhofer IWES, erneuerbaren Strom in der vorhandenen Infrastruktur zu speichern. Die Methode mache das Speichermedium direkt nutzbar, da das synthetisch erzeugte Erdgas kompatibel zu Bio-Erdgas und konventionellem Erdgas sei. Ein weiterer Vorteil seien die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten: Das saubere Erdgas stehe den Strom-, Wärme- und Mobilitätsmärkten zur Verfügung.

Im Sommer 2010 hat die in Salzburg gegründete Firma ihren Sitz nach Stuttgart verlegt. Besonders die deutsche Energiewirtschaft kämpft mit dem Problem großer Überschussmengen aus Windkraft und Photovoltaik, erklärt das Neu-Stuttgarter Unternehmen. Knapp 20 Prozent des Stroms in Deutschland stammten derzeit aus erneuerbaren Energien. 2020 werden es bereits 45 bis 50 Prozent sein, heißt es weiter. An starken Windtagen könnten die Stromnetze schon heute den erneuerbaren Strom nicht mehr vollständig aufnehmen - der Strom gehe dann zum Teil verloren. In den nächsten Jahren werde das Problem noch deutlicher zutage treten. Die neue Technik könnte den Überschussstrom dann künftig als Ökoerdgas speichern, erklärt das Unternehmen.