PVD-Beschichtungen für Kunststoffbauteile

 
Von Michael Reichenbach | Redaktion ATZonline.de
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03.12.2007 - 

Kunststoffbauteile mit matten Oberflächen setzen heute Trends im und um das Automobil. Um solche Texturen mit bestimmten Glanz-, Rauheits- und Farbwerten herzustellen, werden Spritzgusswerkzeuge mit speziellen Ätz- und Erodierverfahren behandelt. In der Serienproduktion von Komponenten aus abrasiv wirkenden Kunststoffen verschleißen sie jedoch schnell. Die Folgen: Glanzstellen auf den gefertigten Teilen, teures Nachlackieren, hoher Wartungsaufwand für die Werkzeuge.

Spezielle PVD-Hartstoffschichten (Physical Vapor Deposition) von Oerlikon Balzers sollen dies verhindern: Mit entsprechend behandelten Werkzeugen lassen sich allein durch den Spritzgussprozess matte Oberflächeneffekte reproduzierbar erzeugen und das Lackieren einsparen. Auch sinken Bauteilausschuss, Wartung sowie Maschinenstillstände deutlich - die Produktivität steigt. Dies und anderes mehr stellt Oerlikon Balzers auf der Fachmesse Euromold vom 5. bis 8. Dezember 2007 in Frankfurt/Main aus.

Wie groß dieser Nutzen werden kann, zeige sich an der Fertigung des Fensterrahmens für den Ford Mondeo. Hier wurde im Jahr 2002 erstmals das Potenzial neuartiger festhaftender Titanaluminiumnitrid-Schichten (TiAlN) auf "weichen" Werkzeugoberflächen erprobt. Wegen der hohen Verschleißwirkung des glasfaserverstärkten Kunststoffs (PC/PBT mit 30 % Glasfaseranteil) änderte sich der Glanzgrad der feintexturierten Oberfläche schon nach 10.000 Schuss. Durch den Einsatz der extrem harten (3.400 HV) PVD-Schicht Balinit Lumena stieg die Standzeit bis heute auf über 1,7 Millionen Schuss ohne Nacharbeiten.