"Schluckspecht E": Über 620 Kilometer mit einer Batterieladung

 
09.11.2010 - 

Das neu entwickelte Elektrofahrzeug "Schluckspecht E" des Studententeams der Hochschule Offenburg hat im Rahmen der South African Solar Challenge in Südafrika eine Strecke von 626,6 Kilometern zurück gelegt. Und das mit einer einzigen Batterieladung. Das Studententeam um die Professoren Dr. Ulrich Hochberg und Claus Fleig war dort außerhalb der Konkurrenz unterwegs. Der Wettbewerb sollte genutzt werden, um die Leistungsfähigkeit des Elektrofahrzeugs offiziell unter Beweis zu stellen. Der mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattete "Schluckspecht E" ist ein Umbau des mit Brennstoffzellen betriebenen "Schluckspecht City", einer früheren Entwicklung der Hochschule.

Das 320 Kilogramm (fahrbereit, inklusive Batterien) schwere Elektrofahrzeug war auf den Straßen zwischen Kapstadt und Johannesburg unterwegs und musste Steigungen von bis zu fünf Prozent überwinden. Das Batteriegewicht inklusive des Batteriemanagementsystems beträgt 114 Kilogramm. Zwei Radnabenmotoren treiben das Fahrzeug auf eine Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h an. Der 42-polige Radnabenmotor, für den das Team bereits den Bosch-Innovationspreis erhalten hat, wird im Fahrzeug über ein Managementsystem aus zwölf Lithium-Ionen-Batterien gespeist, die eine Dauerleistung von zwei Kilowatt aufweisen. Die mitgeführte Energie liegt bei 20 Kilowattstunden und die maximale Leistung (kurzzeitig) bei vier Kilowatt. Die Nennspannung der Akkus beträgt 48 Volt.

In die Weiterentwicklung des Radnabenmotors ist auch das Stuttgarter Unternehmen Evomotiv involviert, das im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Forschungsprojekts fest in das "Schluckspecht"-Team eingebunden ist. Um die Last der Batterien optimal zu verteilen, wurde gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik (Ernst-Mach-Institut) in Freiburg ein neues Fahrwerk entwickelt. "Denn", so betont Ulrich Hochberg, "um einen Liter Diesel zu ersetzen, fahren wir im Moment mit 30-Kilogramm-Batterien".

Quelle: Christiane Brünglinghaus | Redaktion ATZonline.de