TU Graz forscht an Wasserstoffgewinnung für den Hausgebrauch

 
Von Katrin Pudenz | Redaktion ATZonline.de
Anzeige
24.02.2012 - 

Der Gewinnung von Wasserstoff in Anlagen für den Hausgebrauch haben sich nun Forscher der Technischen Universität (TU) Graz verschrieben. Im Projekt "Flex-Fuel-Reformer" untersuchen die Wissenschaftler die Möglichkeiten einer dezentralen und somit ohne Speicherungs- und Transportkosten preiswerteren Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Rohstoffen.

"Wasserstoff ist der primäre Brennstoff für den Betrieb von Brennstoffzellen. Diese wandeln chemische Energie sehr effizient in elektrische Energie um und werden künftig hoffentlich verstärkt zur Strom- und Wärmeerzeugung und in der Automobilität eingesetzt", erklärt Viktor Hacker vom Institut für Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik der TU Graz. Im Projekt Flex-Fuel-Reformer soll eine solche Anlage nun realisiert werden. Das Projekt ist in das Programm "Research Studio Austria" der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)eingebettet, mit dem das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend die Anwendung und Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung fördert. Kooperationspartner der TU Graz im Projekt sind AVL, OMV und Fronius.

Das langfristige Ziel ist der verstärkte Einsatz von Brennstoffzellen als Energielieferanten in Privathaushalten und für Automobile. "So könnte beispielsweise Erdgas nicht mehr nur zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden, sondern gleichzeitig schadstoffarmen Strom erzeugen. Verbraucher wären so auch etwas unabhängiger vom Stromnetz", wirft Hacker einen Blick in die Zukunft. Auch in der Weiterentwicklung der Elektromobilität wäre eine kostengünstige, dezentrale Wasserstoffproduktion für die Versorgung der Brennstoffzellen ein wesentlicher Fortschritt.

(Bild: (v.l.n.r.) Manfred Wegleiter, Michael Lammer und Stephan Nestl vom Institut für Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik der TU Graz mit einem Brennstoffzellen-Teststand für Studierende. TU Graz/ICVT)