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Warum der Weltjugendtag ein PR-Mega-Event ist

Porträtfoto Chaban Salih
Quelle: Chaban Salih
Chaban Salih führt verschiedene Forschungs- und Evaluierungsprojekte im Rahmen von Mega-Events durch.
22.07.2013 - 

Er ist eines der größten Ereignisse der Katholischen Kirche: der Weltjugendtag. Mit zig Veranstaltungen und einem Millionen-Publikum ist das Mega-Event ein Riesenprojekt für die PR. Chaban Salih beschreibt die Herausforderungen in einem Dossier.

Von Chaban Salih, Gastautor, selbstständiger Berater

Es gibt nicht viele Themen, die Millionen Menschen an einem Ort zusammenbringen: Das kann die Loveparade sein, eine Fußball-WM, der Karneval oder politische Demonstrationen. Doch am meisten ziehen religiöse Ereignisse Menschenmassen an, so auch wieder beim Weltjugendtag vom 23. bis zum 28. Juli in Rio de Janeiro.

Das Besondere: Bei religiösen Mega-Events partizipieren Besucher aktiver am Geschehen. Der Grund: Während die Gläubigen durch persönliche und gemeinschaftliche Gebete sowie Rituale selbst im Mittelpunkt ihres Mega-Events stehen, sind Besucher einer Weltmeisterschaft, von Olympischen Spielen oder einer EXPO vorwiegend Zuschauer. Außerdem nehmen an religiösen Mega-Events mehr Menschen teil, die aus ferneren Bildungs- und unteren Einkommensschichten kommen. Alle diese Unterschiede beeinflussen, wie PR-Berater bei Mega-Events kommunizieren sollten.

Regeln für die PR bei religiösen Mega-Events

  1. Es gilt, möglichst früh mit den Zielgruppen in Kontakt zu treten, damit diese ihre Rituale planen können.
  2. “The pilgrim if you really want to communicate with him that should be in their country and be much before arriving here.” (Sami Angawi, Gründer des Hajj Research Centers) Der Versand von Broschüren und Event-Informationsmaterial über die Auslandsvertretungen hat sich bewährt.
  3. Religiöse Mega-Events rufen bei den Besuchern starke Emotionen hervor: Glückseligkeit, Reue, Spiritualität. Da Emotionen ein Nachrichtenfaktor sind, sollten PR-Manager genau darauf setzen, um Medien und andere Teilöffentlichkeiten auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen.
  4. Auch ein anderer Nachrichtenfaktor kann in der Öffentlichkeit besonders betont werden: Personalisierung. Das können zum einen bekannte Geistliche, prominente Besucher oder einzelne Menschen sein, die sich von der Masse abheben, z.B. die 103 Jahre alte Ordensschwester Teresita Berajuan beim Weltjugendtag 2011.
  5. Bei all den Chancen, die religiöse Mega-Events für die Kommunikation bieten, dürfen PR-Berater kulturelle Unterschiede und Sprachbarrieren nicht unterschätzen. Diese können mit der Bildsprache von Piktogrammen überwunden werden. Die bekanntesten Piktogramme stammen aus der Zeichenfeder Aichers, der sie für Olympischen Spiele 1972 von München erstellte.
  6. Bei Untersuchungen zur Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka, zeigte sich, dass viele Pilger leichtsinnig mit ihrem körperlichen Zustand und sogar mit dem eigenen Leben umgehen. Die Kommunikation rund um Mega-Events muss daher dem Risiko von Massenpaniken mit Informationen begegnen, die Sicherheit gewährleisten. Dazu eignen sich Volunteers besonders gut, da ihre Kommunikation auf interpersonellen Kontakten basiert.

Rio de Janeiro - Stadt des Weltjugendtages 2013 / 4 Bilder

  • Zuckerhut mit Jesusstatue in Rio de Janeiro
  • Ein Schiff bei der Einfahrt in den Hafen von Rio de Janeiro
  • Tanzende im brasilianischen Karneval
  • Logo Weltjugentag 2013

Rio des Janeiro ist eine Stadt der Gegensätze: Katholizismus, Karneval, Slums und Weltjugendtag.zur Bilderstrecke

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