Weltrekord - Dieselfahrzeug fährt über 529 km/h schnell

 
24.08.2006 - 

Am vergangenen Dienstag, 22. August 2006, ist es dem britischen Piloten Andy Green aus dem Team JCB Dieselmax gelungen, nach 33 Jahre einen neuen Geschwindigkeitsrekord für "Landmaschinen mit Dieselantrieb" aufzustellen. Während die alte Bestmarke über drei Dekaden bei 380 km/h lag, schaffte Green mit der neun Meter langen "Zigarre" auf einem Bonneville-Salzsee im US-Bundesstaat Utah rechnerisch exakt 529,15 km/h.

Das Rekord-Fahrzeug des 43-Jährigen wurde von zwei jeweils 530 kW starken 4,4-Liter-Vierzylinder-Dieselmotoren (JBC444-LSR) des britischen Baumaschinenherstellers JCB angetrieben. Die Hochleistungsmotoren arbeiten mit dem so genannten HSDR-Verbrennungssystem (High Speed Diesel Race) von Ricardo, das das Unternehmen eigens für Wettbewerbseinsätze entwickelt hat. Neben einem Dieselpartikelfilter beispielsweise verfügt der JCB Dieselmax unter anderem über Technologien wie eine zweistufige Turboaufladung mit Ladeluftkühlung, ein Hochdruck-Direkteinspritzsystem sowie ein niedriges Verdichtungsverhältnis. All diese Technologien hat Ricardo nach eigenen Angaben für den Einsatz in Hochleistungs-Dieselmotoren der Zukunft mit extrem niedrigen Schadstoff-Emissionen entwickelt.

Greens Rekordfahrt in dem gelb-schwarzen Hightech-Diesel über einen ausgetrockneten, vollkommen planen Salzsee wurde offiziell von der FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) überwacht. Im Regelwerk der internationalen Motorsportorganisation steht, dass ein Geschwindigkeitsrekord nur dann gültig ist, wenn es gelingt, den Rekordversuch zweimal innerhalb einer Stunde zu absolvieren. Als Bestwert notiert wird schließlich das rechnerische Mittel beider Geschwindigkeitsmessungen. Als größtes Problem während der Fahrten kristallisierte sich die Temperatur heraus. Zum einen erhitzten sich die Spezialreifen nach Angaben des Teams so stark, dass sich ihr Radius um einige Zentimeter vergrößerte und das Profil während eines etwa 17 Kilometer langen Durchgangs komplett aufgerieben wurde. Darüber hinaus musste einiges an Aufwand betrieben werden, um zu verhindern, dass die Dieselmotoren bei diesen Geschwindigkeiten überhitzen.

Quelle: Thomas Jungmann | Redaktion ATZonline.de