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31.10.2018 | Onlineartikel

„Der Leichtbau führt das Recycling an Grenzen“

Autor:
Thomas Siebel

Im Interview mit der lightweight.design erläutert Ansgar Fendel, Geschäftsführer von Remondis, welche Herausforderung der Leichtbau für das Recycling von Altfahrzeugen bedeutet.

lightweight.design: Lässt sich das Recycling von hybriden Werkstoffen im Auto in den Griff bekommen?

Fendel: Der Aufschluss von Altautos zum Beispiel durch Shreddern ist ein energieintensiver Prozess. Stoffliche Verbindungen wie Metall-Kunststoff-Verbunde oder Polylegierungswerkstücke kriegt man kaum oder gar nicht sauber getrennt. Die Tiefe der Sortierprozesse kommt hier derzeit an wirtschaftliche Grenzen und wird bei dem derzeitigen Stand der Technik ab einem bestimmten Punkt schlichtweg zu teuer.

Hersteller und Anwender von Verbundwerkstoffen zeigen sich in aller Regel optimistisch, was die Recyclingfähigkeit ihrer Werkstoffe angeht.

Das ist auch nicht überraschend: Einzelne Bauteile sind mit einem beliebig großen Aufwand immer recyclingfähig. In der realen Welt, wenn es sich nicht um spezifische Produktionsabfälle handelt, sieht das schon ganz anders aus.

Fügetechnik und Recycling 


Der Leichtbau ist also noch nicht reif für die Kreislaufwirtschaft?

Der Leichtbau und seine beeindruckend schnelle Entwicklungsdynamik führen das Recycling an Grenzen, die wir im Moment als unbefriedigend empfinden. Leichtbau ist ohne Fügetechnik nicht vorstellbar. Diese wird immer leistungsfähiger und perfekter. Für uns ist das aber gleichzeitig eine der gewaltigsten Herausforderungen. Was fügetechnisch eine Meisterleistung ist, bereitet uns recyclingtechnisch Kopfschmerzen. Nehmen Sie das Beispiel Stahl-Aluminium-Schweißverbindungen. Eine saubere Trennung in Alu oder Stahl ist nicht mehr möglich.

Gemäß EG-Altfahrzeugrichtlinie sollen 85 % eines Fahrzeugs recycelt oder wiederverwertet werden. Wird es zunehmend schwierig, diese hohe Recyclingquote zu erfüllen?

Ja, klar, insbesondere auch die nationale Vorgabe von 95 % beziehungsweise 85 % Wiederverwendung und stoffliche Verwertung. Wir erwarten, dass es ab der Fahrzeuggeneration, die um die Jahrtausendwende herum auf den Markt gekommen ist, zunehmend schwieriger sein wird, die geforderten Recyclingquoten zu erreichen – einfach aufgrund des Materialmixes dieser Fahrzeuge.

Das vollständige Interview finden Sie in der Fachzeitschrift lightweight.design 5/2018.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Eigenschaften und Verwendung der Werkstoffe

Quelle:
Dubbel

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