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Über dieses Buch

Eine Entdeckungsreise zu den technischen und sozialen Veränderungen, die uns bevorstehen

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Wie mag die Welt im Jahre 2020 aussehen? Und wie 2050 oder gar 2100? Werden wir dann mit 70 oder 80 Jahren noch Familien gründen? Werden wir Wesen auf fremden Sternen gefunden haben? Hat vielleicht jeder Baum seine eigene IP-Adresse?

Was die Zukunft bereithält, weiß natürlich niemand genau, aber schon immer haben Menschen – mit Freude oder Angst – darüber spekuliert. Etliche Trends erscheinen leicht absehbar, manche soziale oder technische Entwicklung lässt sich extrapolieren, Einiges wird völlig überraschend kommen. Wagen Sie mit dem renommierten Zukunftsforscher Richard Watson einen Blick voraus! Der Autor beleuchtet in diesem Buch 50 der spannendsten Szenarien entsprechend dem neuesten Stand der Zukunftsforschung und zeigt, wie Wissenschaft, Technologie und unser eigenes Verhalten das Schicksal der Menschen im Laufe der nächsten 100 Jahre und darüber hinaus beeinflussen könnten.

Die Bandbreite der Themen reicht dabei von Biokraftstoffen bis zur intelligenten Stadt, vom Geo-Engineering bis zu Kriegen um Wasser, vom Internet der Dinge bis zur Demokratie im Netz, von der personalisierten Medizin bis zu Gehirn-Maschine-Schnittstellen, von der Suche nach Glück bis zu Zivilisationen nach dem Menschen. 50 Schlüsselideen der Zukunft ist eine faszinierende und provozierende Analyse der Wunder oder Schrecken, die uns erwarten, und des Vermächtnisses, das wir der nachfolgenden Generation hinterlassen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Einleitung

Die Zukunft ist ungeschrieben, doch wie wir sie uns vorstellen, kann unsere Haltung und unser Verhalten in der Gegenwart beeinflussen — ähnlich wie unsere persönlichen Lebensgeschichte und unser historisches Erbe bestimmen, wer wir sind und wie wir handeln (das werden Ihnen die meisten Psychologen bestätigen). Mit anderen Worten: Vergangenheit und Zukunft sind stets präsent.

Richard Watson

Politik und Macht

01. Allgegenwärtige Überwachung

George Orwell hatte Recht. Er hat sich nur im Datum geirrt. Berichten zufolge gibt es inzwischen in einem Umkreis von 180 m um das frühere Haus des Autors am Canonbury Square 27B im Norden von London 32 Videoüberwachungsanlagen. Insgesamt gibt es in ganz Großbritannien mehr als 4 Millionen davon — eine pro 14 Einwohner. Der durchschnittliche Brite erscheint 300 Mal pro Tag auf einem Bildschirm, ein Trend, der sich zunehmend auch andernorts beobachten lässt.

Richard Watson

02. Digitale Demokratie

„Regierung des Volkes durch das Volk“. Wirklich? Die Demokratie wurde einmal konzipiert, den Willen der Bevölkerung zu repräsentieren. Doch sie entwickelte sich bald zu einem Mittlerbetrieb, in dem einige tausend Akteure, von nicht gewählten Beamten und Beratern bis hin zu professionellen Lobbyisten, Einfluss nehmen. Einzelne Personen sind nur selten in der Lage, die Debatte entscheidend mitzubestimmen oder die Machthaber herauszufordern, es sei denn, sie haben sehr viel Zeit oder Geld.

Richard Watson

03. Cyber- und Drohnenkrieg

Historisch betrachtet ging es bei den Fortschritten in militärischen Konflikten zum überwiegenden Teil um die Konstruktion neuer Waffen, und daran wird sich wahrscheinlich auch nichts ändern. Hinzu kommt, dass sich aufgrund steigender Kosten des gezielten Tötens sowie der offenbar sinkenden Bereitschaft der Menschen, in manchen Regionen den Heldentod zu sterben, der Schwerpunkt immer stärker auf den Einsatz modernster Technik verlagert, um den direkten menschlichen Feindkontakt zu ersetzen.

Richard Watson

04. Krieg um Wasser

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? Süßwasser war schon immer lebenswichtig, kurzfristig sogar wichtiger als Nahrung oder Energie. Seit Jahrhunderten gibt es Konflikte um den Zugang zu Wasser. Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Landwirtschaft und Industrialisierung werden die Nachfrage nach Wasser in Zukunft weiter erhöhen, doch Klimawandel, Verschmutzung und Misswirtschaft sorgen dafür, dass die Vorräte schon bald schwinden könnten.

Richard Watson

05. Die schwindende Bedeutung des Westens

2001 listete Goldman Sachs, eine global agierende Investmentbank, Brasilien, Russland, Indien und China als die vier (BRIC) Länder auf, die die Weltwirtschaft bis 2041 dominieren würden. Bereits heute hat China Japan als die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt abgelöst und könnte die USA bis 2027 ebenfalls überholen.

Richard Watson

Energie und Umwelt

06. Ressourcenverknappung

Wir stehen am Beginn einer Zeit, in der die Nachfrage nach natürlichen Ressourcen, vor allem nach Erdöl, bedingt durch konjunkturelle Entwicklungen und Bevölkerungswachstum rasant steigt, während die bekannten endlichen Reserven immer knapper werden. Der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge verbrauchen wir pro Tag 85 Millionen Barrel Erdöl (1 Barrel entspricht ca. 160 Litern), bis 2030 werden es sogar geschätzte 105 Millionen Barrel pro Tag sein. Und laut den Prognosen wird sich „die höchstmögliche Fördermenge an Rohöl 2020 ihrem Gipfel nähern und der weiterhin steigenden Nachfrage nach Öl nicht mehr gerecht werden.“

Richard Watson

07. Abkehr von fossilen Brennstoffen

Ein Kalifornier verbraucht im Schnitt rund 40 Prozent weniger an Energie als der Durchschnittsamerikaner. Der Energieverbrauch pro Kopf ist in Kalifornien in den letzten Jahren konstant geblieben, während er im Rest der USA um 50 Prozent gestiegen ist. Grund dafür ist unter anderem das Klima. Doch auch im sonnigen Kalifornien hat die Ölkrise von 1973 zu einem veränderten Energiebewusstsein und einem verstärkten Interesse an Technologien geführt, die eines Tages unseren Planeten retten könnten.

Richard Watson

08. Präzisionslandwirtschaft

Das globale Bevölkerungswachstum (genauer das globale Einkommenswachstum) stellt eine Herausforderung für die Fähigkeit der Landwirtschaft dar, in Zukunft ein Höchstmaß an Produktivität zu erreichen, zumal insbesondere der Klimawandel die Ernteerträge negativ beeinflusst. Landwirte stützten sich in der Pflanzenproduktion bis vor kurzem noch auf ihre Erfahrung, gepaart mit dem Prinzip von Versuch und Irrtum, doch es tut sich etwas auf diesem Gebiet.

Richard Watson

09. Demographischer Wandel

Zwischen 1900 und 2000 hat sich die Bevölkerungszahl von 1,6 auf 6,1 Milliarden Menschen fast vervierfacht. 2011 erreichte die Zahl die 7-Milliarden-Grenze, die nach einer aktuellen Prognose der Vereinten Nationen im Jahr 2025 bei 8 Milliarden, 2043 bei 9 Milliarden und 2083 bei 10 Milliarden liegen könnte. Vielleicht aber auch nicht. Die endgültige Zahl hängt von der Geburtenrate ab plus/minus Kriegen, Pandemien, Unfällen und ein paar anderen Faktoren.

Richard Watson

10. Geo-Engineering

Das Klima auf der Erde verändert sich, und wie es scheint, sind wir Menschen schuld daran. Aber können wir viel mehr tun als mit politischen Eingriffen wie Regulierung, Besteuerung und Preisgestaltung entgegenzuwirken, insbesondere in einem globalen Maßstab? Ist man sich überhaupt darüber einig, wer verantwortlich ist für den Klimawandel und wer oder was zuständig ist, das Ganze zu beheben? Bei allem Streit über diese Fragen, wichtig ist, sich darauf zu einigen, sämtliche Kräfte der Wissenschaft und Technik zu entfalten, um das natürliche Gesamtsystem unserer Erde zu stärken.

Richard Watson

Stadtlandschaften

11. Megacitys

Um 1800 lebten rund 3 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Aktuell sind es 50 Prozent. Bis 2050 werden es an die 80 Prozent sein. Überdies sind viele der Städte, die die Zukunft prägen werden, heute noch kaum oder gar nicht gebaut, so dass sie wohl kaum einer kennt. Lagos, Jakarta, Dhaka und Karatschi hingegen sind wahrscheinlich jedem ein Begriff, doch was ist mit Nouakchott, Douala, Bamako, Ouagadougou, Temuco, Belem oder Antananarivo?

Richard Watson

12. Lokale Energienetzwerke

Lokale Energie, die Idee, Strom in Zukunft aus lokalen Quellen oder Netzwerken zu erzeugen und zu verteilen, stellt eine radikale Verschiebung im Gleichgewicht konventioneller Energieträger dar und geht weg von fossilen Brennstoffen und Kernkraftwerken, die gegenwärtig die Energiewirtschaft dominieren. Vergleichbar ist diese Entwicklung vielleicht am ehesten mit der Computergeschichte, wo die ersten gigantischen Großrechner bald abgelöst wurden von Einzelplatzrechnern, sogenannten PCs, auf die schließlich mobile Geräte mit Internetzugang folgten.

Richard Watson

13. Intelligente Städte

Einst „unintelligente“ Dinge werden heute „intelligent“ genutzt. Rohrleitungen, Straßen, Gebäude, ja ganze Städte bilden da keine Ausnahme. Ob intelligente Messinstrumente für die Wasserversorgung, Geräte, die berechnen, wann man sie am besten einschalten sollte, oder dynamische Mautsysteme für Straßen — zu erwarten sind mehr Effizienz, weniger Verschwendung, schnellere Fehlerbehebung sowie eine flexiblere Preisgestaltung, die auf Echtzeit-Anforderungen reagiert.

Richard Watson

14. Mobilitätskonzepte der Zukunft

Etliche der größten Städte Chinas haben eine ganze Flotte an Elektro-Bussen vorzuweisen, und es ist durchaus denkbar, dass das Land schon bald das erste weltweit sein wird, das ausschließlich auf elektrische Mobilität setzt (E-Mobilität). Inzwischen experimentieren Flugzeughersteller mit Hybrid-Elektro-Motoren. Stellt sich die Frage, ob Straßen (und Rollbahnen) für konventionelle Formen der Beförderung auf Rädern (oder in der Luft) bald ausgedient haben?

Richard Watson

15. Illegale und verkommene Slums

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen lebt heute einer von sieben Menschen in einem Slum, und in vielen Fällen werden sich diese Slums, die per Gesetz weder reguliert noch genehmigt sind, in nächster Zukunft zu bedeutenden Städten entwickeln. Indes scheinen manche städtische Gebiete von zunehmender Gesetzlosigkeit beherrscht, sodass die Behörden es so gut wie aufgegeben haben, gegen kriminelle Gangs vorzugehen, und sich stattdessen auf eine Politik der Eindämmung von Slums verlegt haben.

Richard Watson

Technologischer Wandel

16. Ein „Internet der Dinge“

Nach Angaben von Cisco Systems, einem US-amerikanischen Unternehmen der Netzwerktechnologie, werden bis 2020 rund 50 Milliarden „Dinge“ mit dem Internet verbunden sein. Das bedeutet sieben Dinge für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind auf dieser Welt. Was für „Dinge“ sind das, und welche Folgen hat ein Internet, das zunehmend aus materiellen Gebrauchsgegenständen mit integrierten Sensoren besteht?

Richard Watson

17. Quanten- und DNA-Computing

Computer verfügen heute über eine deutlich höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit und Speicherkapazität als noch vor 50 Jahren, doch die Weiterentwickelung stößt langsam an ihre physikalischen Grenzen. Das sogenannte Moore’sche Gesetz von 1965 besagt, dass sich die Rechenleistung von Computern (die Transistoranzahl pro Chip) etwa alle 18 Monate verdoppelt. Aber kann ein solches Wachstum ungebrochen fortdauern, ohne die fundamentalen Grenzen der Physik zu erreichen?

Richard Watson

18. Nanotechnologie

Die Nanotechnologie beschäftigt sich mit der gezielten Manipulation von Materie auf atomarer und molekularer Ebene (1–100 Nanometer), um super-intelligente Materialien mit völlig neuen Eigenschaften zu schaffen oder Objekte auf atomarer Ebene präzise zu fertigen. Wie klein ist ein Nanometer? Ein Milliardstel Meter nur. Wie klein ist das? Ein menschliches Haar ist etwa 100000 Nanometer dick.

Richard Watson

19. Gamification

Unternehmen wenden sich zunehmend der Gamification (oder Gamifizieung) zu: Darunter versteht man die Anwendung virtueller Spieletechniken mit spieltypischen Elementen wie das Erlangen von Punkten oder Status, um die Aufmerksamkeit von Einzelpersonen oder Gemeinschaften zu wecken und/oder deren Verhalten zu ändern. So etwa könnten tragbare Geräte, die mit spieleähnlichen Systemen verlinkt sind, übergewichtige Personen dazu bringen, mehr Sport zu treiben oder sich gesünder zu ernähren.

Richard Watson

20. Künstliche Intelligenz

1956 prägte ein amerikanischer Computerwissenschaftler namens John McCarthy den Begriff „Künstliche Intelligenz“ (KI). Er stellte sich ein Zeitalter intelligenter Maschinen vor, das seinem Erachten nach innerhalb eines Jahrzehnts Realität sein würde. Heute, am Beginn des 21. Jahrhunderts, scheint es, als läge das Zeitalter der KI wahrhaft noch in weiter Ferne. Oder etwa nicht?

Richard Watson

Gesundheit und Wohlbefinden

21. Personalisierte Genomik

Es ist heute möglich, das menschliche Genom zu sequenzieren und es dann zu analysieren, um die Ausprägung spezifischer Eigenschaften des Einzelnen oder die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung bestimmter funktionaler Defizite oder Krankheiten zu prognostizieren. Früher gingen die Kosten für solche Untersuchungen in die Millionen. In der Zukunft wird es so gut wie gar nichts mehr kosten.

Richard Watson

22. Regenerative Medizin

Ist es möglich, den Alterungsprozess zu verhindern oder ihn umzukehren, indem man etwa ermüdete Gewebe und Zellen manipuliert oder gar neue Organe im Labor heranzüchtet? Ein Wunschtraum für die einen. Eine zunehmend unausweichliche Entwicklung für die anderen.

Richard Watson

23. Fernüberwachung

Stellen Sie sich einen Verband vor, der nicht nur Ihre Wunde schützt, sondern der sich auch mit Ihrem Arzt über selbige unterhalten kann, einen Verband, der Auskunft über Veränderungen Ihrer Körpertemperatur, Puls-frequenz, Atmung, Ihres Blutdrucks oder Zuckerspiegels geben kann. Und diese Informationen würden natürlich umgehend in der Patientenakte in einer Cloud aktualisiert.

Richard Watson

24. Nutzergenerierte Medizin

Falls Sie meinen, nutzergeneriertes und nutzergefiltertes Datenmaterial sei auf die Medien- und Unterhaltungsbranche beschränkt, liegen Sie falsch. Auch in der Medizin gibt es neuerlich eine Welle von Videos, Wikis und Blogs zu Krebserkrankungen, Kuren oder Bulimie, die allesamt auf eine beginnende Veränderung im traditionellen Arzt-Patienten-Gefüge hin zum Endverbraucher, sprich Patienten, deuten.

Richard Watson

25. Medizinisches Data-Mining

Die Medizin ist, genau wie das Versicherungswesen auch, nicht immer intelligent. Beide Bereiche sind tendenziell reaktiv. Individuelle Risiken werden anhand personengeschichtlicher Daten bewertet, die mit Fragen nach Alter, Wohnort und Beruf verbunden sind. Doch Kostenexplosionen, finanziert durch zunehmende Schulden, zusammen mit wachsenden Ansprüchen an das Gesundheitswesen durch die Überalterung der Gesellschaft und die rasanten Entwicklungen in der digitalen Technologie, werden diesem System bald das Aus bescheren.

Richard Watson

Soziale und Wirtschaftliche Dimensionen

26. Single-Gesellschaft

Das Bild der Familie verändert sich weltweit. Das, was Familie in ihrem Kern ausmacht, bestehend aus Mutter, Vater und zwei Kindern, verschwindet mehr und mehr. Stattdessen bilden sich viele verschiedene Formen von Familie. Das traditionelle Familienmodell wird zum Auslaufmodell. Der eigentliche Trend geht aber nicht zur Familie, sondern dahin, dass immer mehr Menschen allein leben. Rund 34 Prozent aller Menschen in Großbritannien leben allein.

Richard Watson

27. Entmaterialisierung

Die Weltwirtschaft wird zunehmend entmaterialisiert. Das bedeutet, dass viele Dinge, die Wert haben oder Wert schaffen, nicht mehr in physischer Form existieren. Die Währung dieser neuen Wirtschaft ist nach wie vor das Geld, doch es ist digitales Geld, das durch Ideen und Information geschaffen wird. Hinzu kommt, dass diese Verschiebung von physischen Produktionssystemen zu digitalen Diensten und virtuellen Erfahrungswelten gerade erst begonnen hat.

Richard Watson

28. Die Einkommensschere

Zwischen 1978 und 2008 sind die Löhne der oberen 10 Prozent der Erwerbstätigen in Großbritannien um etwa 400 Prozent gestiegen. Für die unteren 10 Prozent lag die Steigerungsrate bei weniger als 30 Prozent. In den USA nimmt die Einkommenspolarisierung noch deutlicher zu. Woran liegt das? Der eine Grund heißt Globalisierung. Der andere Technologie.

Richard Watson

29. Was (und wo) ist Arbeit?

Arbeit. Wissen Sie noch, was das ist? Ich will Ihnen nicht unterstellen, dass Sie keine Arbeit haben, sondern vielmehr anspielen auf die Idee, dass lineare Jobs in ihrer simplen Definition — die oft ein Leben lang erhalten bleiben und zumeist außer Haus in traditionellen Büro- oder Fabrikgebäuden ausgeübt werden — in vielen Fällen verschwunden sind. An ihre Stelle sind digitale Nomaden getreten, die mit Projekten jonglieren, flexible Arbeitsplätze wie z. B. Tische im Café nutzen, um fieberhaft Daten zu überfliegen.

Richard Watson

30. Die Suche nach dem Glück

Politik und Wirtschaft sind seit jeher, und vor allem in der westlichen Welt, von dem Gedanken geprägt, dass Einkommen und Konsum eng verbunden sind mit Glück. Je mehr jemand verdient, umso glücklicher, zufriedener und sorgloser müsste er eigentlich sein — ein Grundverständnis, auf das auch Staaten bauen. Aber wenn immer mehr Menschen immer härter arbeiten und immer mehr verdienen, warum fühlen sich dann nicht immer mehr Menschen auch immer glücklicher?

Richard Watson

Auf dem Weg in eine Posthumane Gesellschaft

31. Menschen — Version 2.0

„Steve Austin, Astronaut. Ein Mann, der kaum noch am Leben ist. Aber meine Herren, wir können ihn wieder zusammenbauen. Wir haben die Technologie!“ Das war im Jahr 1974, und

Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann

war Science-Fiction. Aber halt! Wir schreiben das 21. Jahrhundert, und wir haben

heute

die Technologie. Wir haben bionische Ohren, künstliche Gliedmaßen, künstliche Befruchtung, Herzschrittmacher und Ganzgesichtstransplantate und werden in der Zukunft mit unseren Maschinen verschmelzen.

Richard Watson

32. Gehirn-Computer-Schnittstellen

Vergessen Sie Tastaturen, Computermäuse, gestenbasierte Interaktionstechniken oder Sprachsynthesesysteme — bald wird es Gehirn-Computer-Schnittstellen geben, die das menschliche Gehirn direkt mit verschiedenen externen Geräten verbinden. Wir werden also Computertechniker auch in Zukunft noch nach einem Upgrade fragen, aber nach einem für uns selbst, nicht für den Computer.

Richard Watson

33. Avatar-Assistenten

Computer-basierte Avatare (Roboter-Avatare) sind virtuelle Neuschöpfungen realer oder fiktiver Charaktere, wie sie in Computerspielen und virtuellen Online-Communitys benutzt werden. In naher Zukunft werden sie als intelligente digitale Assistenten oder sogenannte Personal Digital Agents (PDA) verbreitet eingesetzt werden, gesteuert von Software-Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (wie etwa Sprachverarbeitungsprogrammen) und zugänglich über mobile oder stationäre Endgeräte.

Richard Watson

34. Uncanny Valley — Das Phänomen des „unheimlichen Tals“

Wir sprechen oft von „unheimlicher Ähnlichkeit“, um etwas oder vielmehr jemanden zu beschreiben, der uns in seltsamer oder geradezu gespenstischer Weise vertraut erscheint. In der Robotik bezeichnet der Begriff „Uncanny Valley“ (unheimliches Tal) den messbaren Effekt, dass die menschliche Akzeptanz für Roboter schlagartig abfällt, wenn diese dem Menschen zu sehr ähneln. Das besagte „Tal“ bezeichnet einen starken Einbruch in einem Kurvendiagramm, das den Verlauf der Ablehnung bzw. Akzeptanz von Robotern darstellt.

Richard Watson

35. Transhumanismus

Können neu entstehende Technologien zu einer drastisch verlängerten individuellen Lebensspanne führen oder sogar die Idee des Alterns selbst überwinden? Wie zu erwarten, hat sich der Transhumanismus verschiedene philosophische Ideen einverleibt, vor allem in Kalifornien, und ist zu einer Art Quasi-Religion oder zu einer Suche nach Unsterblichkeit geworden.

Richard Watson

Die Letzte Grenze

36. Alt.Space und Weltraumtourismus

„Alt.Space“ ist ein Begriff, der noch nicht bis in alle Köpfe vorgedrungen ist. Er beginnt sich gerade erst zu etablieren und wird gebraucht, um die private Raumfahrt zu beschreiben, insbesondere die einer ganz neuen Riege von Unternehmen, die sich mit der richtigen Mischung aus neuartigen Technologien und Geschäftsmodellen darauf spezialisiert haben, preiswerte Reisen ins Weltall anzubieten. Als solche konkurrieren diese sogenannten „Alt.Space“-Unternehmen direkt mit der NASA und anderen nationalen und internationalen staatlichen Raumfahrtbehörden.

Richard Watson

37. Solarenergie aus dem All

Wie wäre es mit dieser „intergalaktischen“ Idee? Im All gibt es viel Sonne, aber keine Wolken. Warum also nicht die Sonnenenergie mit gigantischen Spiegeln sammeln, bündeln und über erdumkreisende Laser- oder Mikrowellenstrahlen zur Erde zurückleiten? Zu versponnen? Noch ja, könnte eines Tages aber gängige Praxis werden.

Richard Watson

38. Rohstoff-Abbau auf dem Mond

Der Mond bietet zahlreiche faszinierende Möglichkeiten. Weltraumhotels und ständige Weltraum-Außenposten sind nur zwei Ideen, die unsere Fantasien schon lange erobert haben. Weltraumbasierte Energie-Relais-Stationen oder Waffen sind zwei weitere. Die wahrscheinlichste und praktikabelste Möglichkeit aber ist die, seltene Mineralien sowie weitere dringend benötigte natürliche Ressourcen, die auf dem Mond lagern, aufzuspüren und abzubauen.

Richard Watson

39. Weltraumlifts

Stellen Sie sich eine 10000 km lange Stange vor, die bis hinaus in den Weltraum reicht und in 35790 km Höhe mit einem Gegengewicht verbunden ist — und Sie haben eine grobe Vorstellung von einem sogenannten Weltraumlift. Das mag Ihnen vorkommen wie Science-Fiction, doch Forscher arbeiten bereits daran. Weltraumlifts könnten eingesetzt werden, um Materialien oder vielleicht auch Menschen in den Weltraum zu katapultieren, ohne dass es dafür Raketen oder Raketentreibstoff bräuchte.

Richard Watson

40. Außerirdische Intelligenz

Haben Sie sich jemals gefragt, was passieren würde, wenn Wissenschaftler zwingende Beweise für intelligentes Leben auf einem anderen Planeten fänden? Oder wie wir auf eine intelligente Zivilisation reagieren würden, die sich entschlösse, uns Menschen auf der Erde einen Besuch abzustatten? Ob Sie es glauben oder nicht, die rational denkenden, „intelligenten“ Forscher im SETI-Institut, einer Organisation, die sich der Suche nach weiteren Formen von höherem Leben im Universum verschrieben hat, tun genau das: Sie suchen nach außerirdischen Intelligenzen.

Richard Watson

Untergangsszenarien

41. Mobilfunkstrahlen

Es gibt weltweit mehr als 5 Milliarden Mobiltelefone, dazu zahllose andere mobile Endgeräte, die mit drahtlosen Netzwerken verbunden sind. Insbesondere Handys sind allgegenwärtig, und viele ihrer Nutzer sind förmlich süchtig danach. Was aber, wenn die Strahlung solcher Mobilfunkgeräte tatsächlich gesundheitsschädlich ist? Oder gar tödlich?

Richard Watson

42. Bio-Gefahren und Seuchen

Zukunftsvorstellungen basieren gemeinhin auf Utopien, auf nur in der Vorstellung möglichen Szenarien. In diesen kommen haufenweise super-intelligente, metallisch glänzende neuartige Gegenstände, Roboter, fliegende Autos, Raumanzüge und Speisen in Pillenform vor. Es gibt aber auch Schreckensvisionen wie die von der Wiederkehr der Pest, die einst ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinraffte, oder von einer Influenza- Pandemie, wie sie 1918-19 wütete, und die 20 bis 40 Millionen Menschen das Leben kostete.

Richard Watson

43. Nuklearterrorismus

Atomwaffen gibt es seit mehr als einem halben Jahrhundert, und zweimal wurden sie offensiv eingesetzt. In beiden Fällen ging es um einen Staat, der sich offiziell mit einem anderen Staat im Krieg befand. Die Gefahr, dass ein souveräner Staat einen anderen Staat mit Atomwaffen angreift, hat in neuerer Zeit offenbar abgenommen. Auf der anderen Seite ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein nichtstaatlicher Akteur einer Atomwaffe einsetzt, offenbar gestiegen.

Richard Watson

44. Vulkane und Erdbeben

1815 brach auf der indonesischen Insel Sumbawa der Vulkan Tambora aus. Der Ausbruch war der stärkste, der jemals registriert wurde. Manche haben das sogenannte „Jahr ohne Sommer“ auf diese Eruption zurückgeführt, ein Jahr, in dem ungewöhnlich niedrige Temperaturen und Aschewolken Ernteausfälle, schwere Hungersnöte und Unruhen nach sich zogen. Steht uns ein weiterer schrecklicher Sommer bevor?

Richard Watson

45. Die sechste Auslöschung

Von allen Arten, die jemals auf unserem Planeten gelebt haben, sind Schätzungen zufolge mehr als 95 Prozent ausgestorben. Im Laufe der Evolution hat es viele plötzliche Ereignisse von Massenaussterben gegeben, doch fünf „große Aussterbeereignisse“ im Verlauf der vergangenen rund 540 Millionen Jahre haben rund 75 Prozent aller Tierarten ausgelöscht. Könnte der

Homo sapiens

die nächste sein?

Richard Watson

Offene Fragen

46. Die Singularität

Das Moore’sche Gesetz (benannt nach Gordon Moore) besagt, dass Computer ihre Rechenleistung etwa alle 18 Monate verdoppeln. Aber stellen Sie sich vor, die exponentielle Wachstumsrate sei selbst exponentiell. Das ist eine potenzielle Konsequenz dessen, was künftige Technologie-Experten als „Singularität“ bezeichnen, wo Computer in der Lage sein werden, AGIs (

Artificial General Intelligences

, allgemeine künstliche Intelligenzen) zu schaffen, Maschinen also, die intelligenter als Menschen sind.

Richard Watson

47. Ich oder Wir?

Einer der treibenden Kräfte für den enormen Wandel in den vergangenen rund 50 Jahren war der zunehmende Individualismus, der durch moderne Technologien und Gesetzgebungen obendrein sowohl bestärkt als auch beschleunigt wurde. Doch könnten die Entwicklungen eines Tages in eine andere Richtung laufen? Könnte es nicht sein, dass wir uns angesichts einer zunehmend vernetzten Welt mit ihren Klimaveränderungen und den knapper werdenden Ressourcen wieder besinnen auf die Vorrangstellung der Gruppe oder der Gesellschaft an sich?

Richard Watson

48. Der modifizierte Geist

Alles, was wir im Laufe unseres Lebens erfahren, verändert unser Gehirn. Warum sollte daher etwas, das wir seit einiger Zeit immer häufiger tun, nicht künftig unseren Geist grundlegend verändern? Gut möglich, dass die moderne Technologie, speziell Internet und mobile Computer, genau dies bewirkt, was in der Folge nicht nur unser Selbstbild beeinflussen könnte, sondern auch wie wir aufeinander reagieren.

Richard Watson

49. Ist Gott zurück?

Oft wird angenommen, die Zukunft werde ein gottloser Ort sein. Die wirtschaftliche Entwicklung werde zusammen mit der Wissenschaft und der Ausbreitung der Demokratie eine säkularisierte Welt schaffen, in der die Religion kaum noch eine Rolle spielt. Das institutionalisierte Christentum steckt tatsächlich in der Krise, doch andere große Religionen wie der Islam boomen. Was steht also zu erwarten — ein wiederauflebendes Christentum, ein militanter Atheismus oder Religionskriege?

Richard Watson

50. Zukunftsschock

Es ist das Ende der Welt. Zumindest haben viele Menschen dieses Gefühl. Nach dem 11. September, der globalen Finanzkrise, dem Klimawandel und der vielen politischen Umwälzungen stehen wir noch immer unter Schock. Es fühlt sich an, als habe sich der Wandel selbst gewandelt, und wir haben alle Mühe, Schritt zu halten. Wird das so weitergehen? Vielleicht liegt das Problem darin, dass wir uns heute viel zu vielen Informationen aussetzen, was zu einer zeitweiligen Desorientierung führt.

Richard Watson

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