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12.01.2018 | 5G | Im Fokus | Onlineartikel

5G nimmt zunehmend Gestalt an

Autor:
Robert Lembke

Deutlich mehr Unternehmen beschäftigen sich mit der Entwicklung des neuen Mobilfunkstandards 5G. Eine Studie zeigt für 2017 einen deutlichen Anstieg von Feldversuchen.

Die Entwicklung des Mobilfunkstandards der fünften Generation (5G) nimmt Fahrt auf: Wie die jährliche 5G-Readiness-Umfrage von Ericsson ergeben hat, hat sich der Anteil der Befragten, die an 5G-Erprobungen direkt beteiligt sind, mehr als verdoppelt – von 32 auf 78 Prozent. Befragt wurden 50 Führungskräfte von 37 Mobilfunkbetreibern weltweit. Mehr als ein Viertel der Teilnehmer gab darüber hinaus an, bereits 2018 5G-Technologie installieren zu wollen.

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Mehr Daten, mehr Tempo, mehr Sicherheit

Die rasante Entwicklung der Digitalisierung der Gesellschaft erfordert eine Unterstützung durch flexible und skalierbare Mobilfunklösungen, um Anforderungen neuer Anwendungen und Geschäftsmodelle zu bedienen. Die fünfte Generation Mobilfunk (5G) soll mobile Datenkommunikation in neuen Bereichen ermöglichen, als eine Plattform für die Kommunikation von allem mit jedem, um neuartige Optionen für Produktion, Transport und Gesundheit zu erschließen und andere für die moderne Gesellschaft relevante Aspekte wie Nachhaltigkeit, Sicherheit und Wohlbefinden zu adressieren.


Im Vergleich zu 2016 hat sich 2017 vor allem der Fokus der Anwendbarkeit verschoben bzw. aufgefächert: Sah im Vorjahr noch eine große Mehrheit der Beteiligten die Privatkunden als Hauptgeschäftsfeld, rücken aktuell auch Unternehmens- und Industrieanwendungen verstärkt in den Blick – alle drei Anwendungsbereiche werden als etwa gleich wichtig beziehungsweise chancenreich erachtet.

"Neben der Vernetzung von Menschen wird 5G zudem die Vernetzung von intelligenten Objekten ermöglichen, wie zum Beispiel Autos, Hausgeräten, Uhren oder Industrierobotern", schreiben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (HHI) im Kapitel "5G – Datenübertragung mit Höchstgeschwindigkeit" im Buch "Digitalisierung" (2018) (Seite 93). Dabei ergäben sich für viele Anwendungsfälle spezielle Anforderungen an das Kommunikationsnetz bezüglich Datenrate, Zuverlässigkeit, Energieverbrauch, Latenz und so weiter, schreiben die Autoren im Springer-Buch. "Diese Diversität an Anwendungen und die entsprechenden Anforderungen erfordern ein skalierbares und flexibles Kommunikationsnetz, sowie die Integration diverser zum Teil auch sehr heterogener Kommunikationslösungen."

5G ist unverzichtbar für den Verkehr der Zukunft

5G wird vor allem für das autonome Fahren, aber auch für das Internet der Dinge als notwendige Basistechnologie angesehen. Dafür sorgen nicht nur die gegenüber LTE (4G) um ein Vielfaches höhere Übertragungsrate, sondern auch die große Anzahl ansteuerbarer Geräte (bis zu 200.000 pro Quadratkilometer Fläche), die geringe Latenzzeit (circa eine Millisekunde) und die hohe Signalqualität. Das sind alles Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit Smart Vehicles sich mit anderen Fahrzeugen vernetzen und auf Gefahren schnell reagieren können.

Vervielfachung von Daten und vernetzten Geräten

Die flächendeckende Einführung von 5G wird ab 2020 erwartet, verbunden mit einem sprunghaften Anstieg des Datenaufkommens und der Zahl der vernetzten Geräte weltweit. Sollten sich die Erwartungen an die neue Technologie erfüllen, wäre auch der Grundstein gelegt für die digitale Infrastruktur einer vernetzten Stadt, der so genannten "Smart City": Wie die Springer-Autoren Michael Jaekel und Karsten Bronnert in ihrem Buch "Die digitale Evolution moderner Großstädte" darlegen, ergeben sich daraus neue, App-basierte Geschäftsmodelle, die unter anderem die Rolle von Bürgern und Stadtverwaltung in Richtung einer neuen Urbanität verändern können.

"Grundlage für Smart Cities ist eine flächendeckende Verfügbarkeit von einer hochwertigen IP-Breitbandkommunikation", schreiben Jaekel und Bronnert auf  Seite 35. Was Glasfaser dabei für die Haushalte ist, soll 5G für die mobile Kommunikation werden.  Zwar geht parallel auch der Ausbau von LTE zu LTE Advanced (bis maximal 1000 Mbit/s) weiter, wie die Autoren betonen. Dies wird jedoch vor allem für Echtzeitanwendungen wie das autonome Fahren sowie komplexe Applikationen zum Beispiel im Bereich Gesundheit kaum ausreichen.

Höhere Frequenzen und neue Anwendungsbereiche

Zu den Herausforderungen bei der Entwicklung von 5G gehören die Nutzung höherer Frequenzbereiche (bis zu 28 GHz), die den Einsatz von Leistungsverstärkern nötig macht, sowie die Senkung des Energieverbrauchs pro übertragener Informationseinheit. 

Wie jedoch wird sich die neue Technologie erfolgreich monetarisieren lassen? Die Teilnehmer der Ericsson-Umfrage setzen neben dem höheren Marktanteil bei Mobilfunkteilnehmern und den erhöhten Preisen für die neuen 5G-Dienste vor allem auf neue Märkte und Dienstleistungen für Unternehmen und Industrie: In der Smart City der Zukunft werden nicht nur Smart Vehicles unterwegs sein – auch den Bereichen Gesundheitswesen und Energieversorgung sowie natürlich Medien und Entertainment wird großes Potenzial zugeschrieben.

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Quelle:
Digitalisierung

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