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Über dieses Buch

Ist ein Architekt „schuld“, wenn eine geprüfte Dachbahn versagt? Wie umfänglich ist die Herstellerhaftung für bereits montierte Produkte? Muss ein Dachstuhl abgebrochen werden, dessen Pfetten keine CE-Kennzeichnung tragen? Müssen Schadstoffe in Kindergärten geduldet werden, weil keines der Bauprodukte nach europäischen Regeln danach zu prüfen ist?
Sind europäisch harmonisierte Normen rechtlich bindend? Welche Haftungsfallen ergeben sich, wenn die für die Gebrauchstauglichkeit notwendigen Merkmale zumindest teilweise nicht mehr national bestimmt werden dürfen?

Was muss geändert werden, damit Bauen mit vertretbarem Risiko möglich bleibt?

Die 45. Aachener Bausachverständigentage 2019 zeigen Lösungen zu vielen offenen Fragen bei der Verwendung von Bauprodukten, die Grundlage des Bauens und Bewertens sind. Ebenso wird aufgezeigt, dass Schimmel innerhalb von Bauteilschichten in der Regel keine gesundheitlichen Risiken für Innenräume darstellt und damit der Instandsetzungsaufwand bei Schimmelschäden oft erheblich reduziert werden kann. Weitere Themen sind der Umgang mit Radon und fest gebundenem Asbest.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Wichtige Neuerungen in bautechnischen Regelwerken – ein Überblick

Zusammenfassung
Mit dieser Beitragsreihe werden die aus der Sicht eines in der Praxis tätigen Bausachverständigen wichtigsten Neuerungen in bautechnischen Regelwerken vorgestellt. Da innerhalb des letzten Jahres – seit meinem Vortrag im April 2018 – viele Regelwerke neu erschienen sind, kann im Vortrag nur auf einen Teil der Neuerungen eingegangen werden (Redaktionsschluss: April 2019).
Géraldine Liebert

Schuldrechtsreform 2018: Haftungserleichterung oder aktionistische Augenwischerei?

Zusammenfassung
Hersteller H liefert an Lieferant L Siphons. Dieser verkauft die Siphons an Werkunternehmer W. W schließt mit Besteller B einen Werkvertrag, er schuldet sowohl die Lieferung als auch den Einbau der Siphons. W baut die Siphons in die bodengleichen Duschen der Badezimmer des neuen Hotelgebäudes des B ein. Nach der Inbetriebnahme fällt auf, dass die Siphons wegen eines Fabrikationsfehlers defekt sind. Um die Siphons auszutauschen, ist es u. a. erforderlich die Bodenfliesen aufzureißen und im Anschluss neue Fliesen zu verlegen. Es stellt sich die Frage, wer die Kosten des Aus- und Einbaus zu tragen hat.
Markus Cosler

Änderungen in den Abdichtungsnormen – schon wieder und warum?

Zusammenfassung
Bekanntermaßen ist die neue Reihe der Abdichtungsnormen DIN 18531 bis DIN 18535 [1–5] im Juli 2017 erschienen. Die Entscheidung für die Neugliederung fiel im Jahr 2010 mit der Absicht, inhaltlich den Bestand aus der DIN 18195 [6] sowie der DIN 18531 [1], die Dächer für nicht genutzte Dachflächen regelte, Inhalte möglichst zu übernehmen bzw. fortzuführen und lediglich strukturelle Änderungen vorzunehmen. Durch die Fortentwicklung der Abdichtungstechnik und der üblichen Bauweisen wurden aber auch inhaltliche Änderungen erforderlich, die bislang nicht in hinreichendem Umfang berücksichtigt wurden. Deswegen werden erneute Überarbeitungen notwendig, die sich auf Inhalte beziehen. Das betrifft vor allem die Neustrukturierung der Abdichtungen sowie den Feuchteschutz durch wasserundurchlässige Betonkonstruktionen im erdberührten Bereich, aber auch Flachdachabdichtungen, weil sich deren maßgeblichen Regelwerke DIN 18531 und die Flachdachrichtlinie in Teilen widersprechen. Der Beitrag gibt einen kurzen Überblick zu den anstehenden Änderungen.
Matthias Zöller

Schadstoffe im Innenbereich – Fachhandel-, Baumarkt-, Bioprodukte: Nicht deklarierte Emissionen versus Verwendbarkeit – eine Qual der Wahl!

Zusammenfassung
Es lässt sich feststellen, dass eine Vielzahl unterschiedlicher flüchtiger organischer Verbindungen aus Bauprodukten freigesetzt werden kann. Hierbei gibt es in den meisten Bauproduktgruppen sowohl emissionsarme als auch emissionsreiche Produkte. Manche Verbindungen sind produktgruppenspezifisch; so werden beispielsweise Siloxane aus Silikondichtmassen freigesetzt, andere Verbindungen sind eher unspezifisch wie Formaldehyd und Essigsäure, die aber in unterschiedlichen Konzentrationen aus einer Vielzahl von Produkten abgegeben werden und zu den am häufigsten emittierten Verbindungen zählen. Es ist darauf hinzuweisen, dass VOC-Analytik und Gerüche im Allgemeinen keinen Zusammenhang zeigen. Gerade bei modernen, dichten Bauten mit geringem natürlichem Luftwechsel sind hohe Schadstoffkonzentrationen zu erwarten, wenn nicht emissionsarme Materialien und Produkte zum Einsatz kommen.
Oliver Jann

Harmonisierte Bauprodukte – besser als ihr Ruf?! Lücken zwischen Handelbarkeit, Verwendbarkeit und Brauchbarkeit

Zusammenfassung
Professor Zöller und ich, wir diskutieren seit einer gefühlten Ewigkeit Probleme an der Schnittstelle zwischen Natur, Technik und Recht. Da treffen dann häufig die gegenläufigen Meinungen hart aufeinander. Das größte Problem bei einem solchen Austausch zwischen dem Techniker und dem Juristen ist es, eine gemeinsame Sprache zu finden.
Thomas Ziegler

CE, Ü, hEN, EAD, ETA, aBG, abZ, abP – Was ist das? Unterschiede? Schließung der Lücken durch die MVV TB

Zusammenfassung
Auch wenn sich in den vergangenen Jahren die Regelungsgestaltung im Bauwesen scheinbar vollständig geändert hat, so zeigt sich bei näherem Hinsehen, dass die grundlegenden Überlegungen und Regelungen zu Abläufen im Bauwesen unverändert sind.
Bettina Hemme

CE, Ü, hEN, EAD, ETA, aBG, abZ, vBG – Lösungsansätze im Dschungel der Regelungen

Zusammenfassung
Bis zur Entwicklung einer gesicherten ständigen Rechtsprechung zum Bauproduktenrecht in Deutschland ist es noch ein langer Weg, auf den die Richtliniengeber die am Bau Beteiligten geschickt haben. Mit der Neufassung des Produktenrechtes in der MBO nach dem EuGH-Urteil von 2014, der fortschreitenden Harmonisierung der Produktnormen und mit der Umsetzung der Musterverwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) in den 16 Bundesländern stehen die täglich mit der Realisierung von Bauvorhaben Beschäftigten vor einer großen Herausforderung.
Thomas Kempen

Mauersteine, Mauersteinbausätze: Mauern oder Montieren, Kleben und Verankern – Praxisbewährung neuer Verarbeitungstechniken

Zusammenfassung
Mauerwerk ist der Baustoff Nr. 1 in Deutschland für die Errichtung von Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern und mehrgeschossigen Wohnungsbauten. Das Erfordernis, nicht nur an den einzelnen Baustoff bzw. das einzelne Bauteil, sondern im System zu denken, der zunehmende Mangel an Fachkräften und die steigenden Anforderungen an den Arbeits- und Gesundheitsschutz bedingen Änderungen in Normen, Zulassungen und Regelwerken, über die sich Planende und Ausführende stets auf dem Laufenden halten müssen. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick zu aktuellen Entwicklungen bei großformatigen Mauersteinen/Fertigteilen aus Mauerwerk, bei der Dünnbettmörtel-Verarbeitung und bei Dübel-Auszugsversuchen auf der Baustelle.
Eckehard Scheller

Europäische und nationale Regeln für Abdichtungen – Widersprüche und Lösungen

Zusammenfassung
In einem vereinten Europa soll der freie Warenverkehr auch für Abdichtungsprodukte mit harmonisierten Verwendbarkeitsnachweisen möglich sein und Regeln für Abdichtungen an Bauwerken sollen europäisch vereinheitlicht werden. Dabei ist aber zu beachten, dass es nationale Präferenzen, unterschiedliche Erfahrungen, historisch etablierte Praktiken und unterschiedliche regionale Bauausführungen in den verschiedenen Mitgliedstaaten gibt, die nicht einfach europäisch zu egalisieren und gleichlautend in Regeln zu formulieren sind. Die Erfahrungen des Autors in verschiedenen nationalen Normungsgremien zeigen, dass es bereits sehr schwierig ist, akzeptable nationale Normen für Abdichtungen zu verfassen und dass eine adäquate europäisch harmonisierte Normungen eigentlich nicht in gleicher Weise zu verwirklichen wäre.
Gerhard Klingelhöfer

Produkte für die Betoninstandsetzung – aktueller Diskussionsstand zur Instandhaltungs-Richtlinie des DAfStb

Zusammenfassung
Dieser Beitrag behandelt die aktuelle Situation bezüglich der Verwendbarkeitsnachweise für Produkte für die Betoninstandsetzung. Nachdem im Oktober 2014 das bisherige Vorgehen Deutschlands, nationale Zusatzanforderungen an Bauprodukte mit CE-Kennzeichnung zu stellen, für unzulässig erklärt worden war, wurde das deutsche Bauordnungsrecht in weiten Teilen geändert.
Michael Raupach

Pro + Kontra – Das aktuelle Thema: Schimmel in Bauteilen

1. Beitrag: Einleitung
Zusammenfassung
Schimmelpilze haben einen schlechten Ruf. Sie gelten als gesundheitsschädlich, zumindest allergisierend und können beim Anblick Ekel erregen – Schimmelpilze sind aber für unser Leben evident. Sind sie aber deswegen überall als üblich zu bezeichnen und damit nicht von vornherein fehlerhaft, solange nicht andere Schädigungen zu erwarten sind, etwa Fäulnis durch Feuchtigkeit? Kann ein Besteller andererseits erwarten, dass Bauteile frei von Schimmel sind? Auch dann, wenn sie sich nicht auf Innenräume auswirken können, sondern in Bauteilen liegen und sich nicht bis an deren inneren Bauteiloberflächen ausbreiten können? Wie verhält es sich mit Grenzflächen in belüfteten Schichten innerhalb von Bauteilen, kann erwartet werden, dass die frei von Schimmel sind, nur weil bislang noch niemand nachgesehen hat, ob das auch so ist? In den nachfolgenden Beiträgen werden die verschiedenen Aspekten einschließlich rechtlicher Betrachtungen vorgestellt und anschließend diskutiert.
Matthias Zöller

Pro + Kontra – Das aktuelle Thema: Schimmel in Bauteilen

2. Beitrag: Feuchtigkeits- und Schimmelbildung an Dächern
Zusammenfassung
Nicht belüftete, flachgeneigte Dachkonstruktionen stellen sowohl für Bauphysiker, als auch für die Holzbaubetriebe eine Königsdisziplin dar.
Martin Teibinger, Daniel Kehl, Martin Mohrmann

Pro + Kontra – Das aktuelle Thema: Schimmel in Bauteilen

3. Beitrag: Aus gesundheitlicher Vorsorge: Alles muss raus!
Zusammenfassung
Das Thema „Schimmelbefall und Rückbau von Fußbodenaufbauten“ beschäftigt seit mehr als 20 Jahren Sachverständige, Gerichte, Verbraucher, das Umweltbundesamt und andere Institutionen.
Nicole Richardson

Pro + Kontra – Das aktuelle Thema: Schimmel in Bauteilen

4. Beitrag: Schimmel ohne Auswirkungen in Innenräumen kann bleiben
Zusammenfassung
Die Problematik der mikrobiellen Belastung von Innenräumen findet auch nach nunmehr über 20 Jahren eine nicht nachlassende Beachtung in der Schadensbewertung im Bauwesen. Trotz vielfältiger Anstrengungen von Seiten des Umweltbundesamtes sowie einschlägiger Fachverbände gibt es bis heute jedoch kaum eine wirklich verbindliche Bewertungsgrundlage, die im Wirrwarr übertriebener Hysterie wie auch etwaig fahrlässiger Unterschätzung klare und nachvollziehbare Regelungen für die Lösung mikrobiell-hygienischer Probleme in der täglichen Baupraxis bereithält.
Thomas Warscheid

Pro + Kontra – Das aktuelle Thema: Schimmel in Bauteilen

5. Beitrag: Rechtliche Aspekte bei schimmelbelasteten Gebäuden
Zusammenfassung
Rechtsfragen beginnen immer mit der Überlegung, welche Ansprüche gibt es gegen wen; und bei dem Eintritt eines Schadens lautet die Frage, ob ein anderer den Schaden beseitigen oder die Beseitigung bezahlen muss. Voraussetzung ist ein mangelhafter Zustand, der auch als Schaden angesehen werden kann. Damit stellt sich die erste Frage: was ist ein mangelhafter Zustand? Ein mangelhafter Zustand wird rechtlich nur innerhalb einer Rechtsbeziehung, z. B. einem Vertrag definiert: Ein Mangel liegt vor, wenn die Tauglichkeit einer Sache zum vertragsgemäßen Gebrauch eingeschränkt oder aufgehoben ist (Miete: § 536 BGB, Kauf: § 434 BGB, Werkvertrag: § 633 BGB). Maßstab ist bei Nutzungsverträgen ausschließlich die Frage, ob die Nutzbarkeit eingeschränkt ist, bei Werkverträgen und dem nachbarrechtlichen Anspruch auch die Frage von Werthaltigkeit und bei Kaufverträgen schließlich zusätzlich die Frage, ob der Verkäufer den Schimmelbefall kennen und offenbaren musste. Alle Ansprüche hängen von der Einschätzung des Sachverständigen ab.
Heide Mantscheff

Asbest: alte und neue Risiken – wie nicht gefährdende Gesundheitssituationen zum Problemfall werden

Zusammenfassung
Asbeste sind silikatische Minerale, die natürlicherweise in der Umwelt vorkommen und unter anderem in Kanada, Brasilien, Südafrika und Russland, teilweise noch bis heute abgebaut werden. Bei der Verarbeitung entstehen faserförmige Strukturen, die über hohe Festigkeit verfügen und hitzebeständig sind. Dies hat zu vielfältigen Einsatzbereichen in und am Bau geführt. Tab. 1 gibt einen Überblick, wo in und an Gebäuden Asbest eingebaut wurde. Zu unterscheiden sind dabei Produkte, bei denen der Asbest nur schwach gebunden vorliegt (vorwiegend Krokydolithe oder „Blauasbest“) von solchen, bei denen der Asbest fest im Material angebunden ist (Chrysotil- oder Weiß-/Grauasbest). Entgegen früherer Nomenklatur ist heute (Ergebnis der Diskussion im Nationalen Asbestdialog 2017–2019, siehe unten) für die Einordnung allerdings nicht mehr die Rohdichte des Materials entscheidend, sondern die Bindefestigkeit auch über Jahre im Material selbst, denn diese entscheidet allein darüber, ob und wann Asbest bei der Nutzung frei wird. Beim Bearbeiten besteht die Gefahr der Faserfreisetzung nahezu bei allen Asbestprodukten.
Heinz-Jörn Moriske

Wärmeleitfähigkeiten von Perimeterdämmung – Fallstricke bei Prospektangaben!

Zusammenfassung
Die Perimeterdämmung, d. h. die Dämmung mit direktem Kontakt zur Feuchte im Erdreich hat sich zwischenzeitlich als Standarddämmung für Kellerwand und -boden etabliert.
Friedrich Fath

Grenzen und Möglichkeiten der Machbarkeit am Beispiel großformatiger Fliesen

Zusammenfassung
Die Herstellung von keramischen Fliesen hat in den letzten 10 Jahren nicht zuletzt durch eine Weiterentwicklung der Produktionsstraßen eine völlig neue Dimension des Machbaren erhalten. So ist es heute möglich, keramische Fliesen in Formatgrößen mit einer Kantenlänge von 300 bzw. 320 cm zu fertigen und dies in einer Oberflächenvielfalt, die Planer und Bauherren begeistert und neue Wege gehen lässt. Hinzu kommt, dass die Fliesen in einer Maßgenauigkeit produziert werden, die es erlauben, Verlegeergebnisse mit einer bislang ungeahnten Präzision zu erzielen.
Mario Sommer

Stand der Normung zum Schutz vor Radon

Zusammenfassung
Die RICHTLINIE 2013/59/EURATOM DES RATES für den Schutz vor den Gefahren einer Exposition gegenüber ionisierender Strahlung musste innerhalb von vier Jahren in nationales Recht umgesetzt werden. Mit dem Strahlenschutzgesetz (StrSchG – Inkrafttreten 1.10.2017 / 31.12.2018) und der Strahlenschutzverordnung (Inkrafttreten 31.12.2018) wird im nationalen Strahlenschutzrecht erstmalig auch der Schutz der Gebäudenutzer und Arbeitnehmer vor Radon in Gebäuden gesetzlich verankert. Zur Konkretisierung des baulichen und lüftungstechnischen Radonschutzes durch die Erarbeitung eines Normenpakets DIN SPEC 18117 „Bauliche und lüftungstechnische Maßnahmen zum Radonschutz“ ist beim DIN der Gemeinschafts-Arbeitsausschuss NABau/NHRS NA 005-01-38 GA zum radongeschützten Bauen entstanden.
Thomas Hartmann

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