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19.05.2017 | Abgasnachbehandlung | Nachricht | Onlineartikel

TU Wien vergibt Porsche-Preis an Anke Kleinschmit

Autor:
Benjamin Auerbach

Mit dem Porsche-Preis der TU Wien werden besondere Leistungen in der KFZ-Technologie ausgezeichnet. Diesmal wurde er für ein Motorenkonzept von Daimler vergeben, das Stickstoff-Emissionen wirkungsvoll reduziert.

Die TU Wien hat Anke Kleinschmit mit dem Porsche Preis ausgezeichnet, der alle zwei Jahre für herausragende Leistungen in der Kraftfahrzeugtechnik vergeben wird. Sie erhält den Preis für die Entwicklung des neuen Daimler-Motorenkonzeptes mit direkt angeschlossener Abgasnachbehandlung, was den Stickoxidausstoß reduzieren soll.  Damit werden die aktuell geltenden Abgas-Grenzwerte deutlich unterschritten. Das neue Motorenkonzept wurde 2016 erstmals in der neuen E-Klasse von Mercedes-Benz eingesetzt.

Kleinschmit studierte Feinwerktechnik und Mechatronik an der Fachhochschule für Technik in Ulm und begann dann ihre Karriere bei Daimler in Stuttgart. Heute ist sie dort Leiterin der Direktion "Konzernforschung und Nachhaltigkeit“ sowie Umweltbevollmächtigte.

Neues Motorenkonzept

"Die schädlichen Stickoxide sind heute das entscheidende Thema, wenn es um PKW-Dieselmotoren geht", sagt Prof. Bernhard Geringer, Vorstand des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien. Schritt für Schritt wurde im Laufe der Jahre die Emissionsgesetzgebung verschärft, bis hin zur heute gültigen Abgasnorm Euro 6. Allerdings ist es mit Dieselmotoren deutlich schwieriger als mit Benzinmotoren, die Stickoxid-Emissionen zu reduzieren. "Leider liegt der reale NOx-Ausstoß bei Dieselfahrzeugen im normalen Fahrbetrieb bis heute oft über den vorgegebenen gesetzlichen Limits aus den Testzyklen", sagt Geringer.

Überzeugend am neuen Motorenkonzept sei vor allem, dass die niedrigen NOx-Werte nicht nur unter den spezifischen Bedingungen eines normierten Fahrzyklus-Tests, sondern auch in der alltäglichen Verkehrspraxis von unabhängigen Prüfern reproduzierbar gemessen wurden, betont Bernhard Geringer. "Damit wird der Diesel hinsichtlich der Stickstoffoxid-Emissionen ebenso sauber wie ein Benziner – mit gleichzeitig deutlichen Vorteilen beim CO2-Ausstoß."

Überreicht wurde der Preis von TU-Rektorin Sabine Seidler, gemeinsam mit Dr. Wolfgang Porsche, dem Vorsitzenden des Porsche-Aufsichtsrats, und Aufsichtsratsmitglied Dr. Hans Michel Piëch. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wurde bereits zum 20. Mal verliehen. Gestiftet wurde er 1976 von Louise Piëch, der Tochter von Ferdinand Porsche. Er zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen für wegweisende Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnik.

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