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27.03.2017 | Abwasser | Interview | Onlineartikel

"Wasserschutz und Gesundheitsschutz gehen Hand in Hand"

Autor:
Dipl.-Ing. Markus Porth
Interviewt wurde:
Dr.-Ing. Issa Nafo

ist Leiter der Abteilung Entwicklung und Unterstützung von Förderprojekten von Emschergenossenschaft und Lippeverband sowie Lehrbeauftragter an der Universität Duisburg-Essen im Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft und Abfallwirtschaft.

Kläranlagen können viele der Arzneimittelrückstände nur unzureichend aus dem Abwasser entfernen. WASSER UND ABFALL sprach mit Dr. Issa Nafo über das Projekt "Den Spurenstoffen auf der Spur in Dülmen".

WASSER UND ABFALL: Herr Dr. Nafo, Sie haben ein Projekt geleitet, dessen Ziel es war die Bürgerschaft in der Stadt Dülmen über das Thema Medikamentenreste im Wasser zu sensibilisieren. Wie sind Sie bei diesem Projekt vorgegangen?

Dr.-Ing. Issa Nafo: Ausgangspunkt im Projekt war es, zunächst den Wissenstand in der Bürgerschaft zu diesem Thema zu ermitteln sowie die Schlüsselakteure in der Stadt zu identifizieren. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen haben wir mit fachlicher Begleitung ein Kommunikationskonzept erstellt. Dieses war die Leitschnur für die Kommunikationskampagnen und -instrumente, die unter Einbeziehung der identifizierten Schlüsselakteure zielgruppenspezifisch zu entwickeln waren. Im Kommunikationskonzept wurden entsprechend auch Sensibilisierungsziele für die verschiedenen Zielgruppen formuliert.

Empfehlung der Redaktion

01.03.2017 | Interview | Ausgabe 3/2017

„Wasserschutz und Gesundheitsschutz gehen Hand in Hand“

Arzneimittelrückstände in Gewässern sind ein ungewollter Nebeneffekt ihres bestimmungsgemäßen Gebrauchs. Konventionelle Kläranlagen können viele davon nur unzureichend aus dem Abwasser entfernen. Daher sind auch Aktivitäten notwendig, um den Eintrag in das Abwasser schon bei der Verwendung zu vermindern.


Wegen der breiten Zielgruppe haben Sie verschiedene Kommunikationskampagnen durchgeführt, um Bevölkerung und weitere Akteure des Gesundheitswesens über das Thema zu sensibilisieren. Welche Grundsätze sind bei der Gestaltung dieser Kommunikationskampagnen zu berücksichtigen, und können diese auf Kampagnen zu anderen Themen übertragen werden?

Hauptgrundsatz für die Gestaltung der Kampagnen, wie wir es auch im Kommunikationskonzept formuliert hatten, war es den Vorsorgegedanken zu vermitteln. Dem folgend sollten Bürgerschaft und medizinische Akteure über das Thema informiert werden. Zugleich sollten diese auch dazu eingeladen werden, sich aktiv an der Erhaltung der guten Wasserqualität vor Ort zu beteiligen, nach dem Motto "Es lohnt sich, bereits heute zu handeln, damit mögliche Probleme für Mensch und Umwelt gar nicht erst entstehen; und jeder kann am Erfolg mitwirken, weil auch der kleinste Beitrag hilft!" Bei den Kampagnen sollte aber Hysterie bei dem Thema vermieden werden, ferner Gesundheit und Gewässerschutz nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Die Wirkungen dieser Maßnahmen wurden durch sozialwissenschaftliche Untersuchungen ermittelt. Worauf ist zu achten, wenn derartige Untersuchungen durchgeführt werden?

Die sozialwissenschaftlichen Untersuchungen wurden durch ein Sozialforschungsinstitut als Projektpartner durchgeführt. Methodisch gesehen, wurden repräsentative Vorher-/Nachher-Haushaltsbefragungen sowohl in Dülmen als auch parallel in der Stadt Soest durchgeführt. Durch den Vergleich der Entwicklungen in den beiden Städten sollten die Effekte der zwischenzeitlich ausschließlich in Dülmen durchgeführten Sensibilisierungskampagnen evaluiert werden. Dieses Vorgehen war aufwändig, hat sich jedoch gut bewährt.

Lesen Sie das gesamte Interview mit Dr.-Ing. Issa Nafo in WASSER UND ABFALL | Ausgabe 03/2017.

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