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22.02.2017 | Abwasser | Im Fokus | Onlineartikel

Wiederverwendung von Wasser auf dem EU-Jahresprogramm

Autor:
Matthias Schwincke

Wasserknappheit betrifft immer mehr Länder und Menschen Europas. Im diesjährigen Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft will die EU-Kommission daher die Nutzung von gereinigtem Abwasser voranbringen.

Zur Umsetzung der Strategie "Europa 2020" und der damit verbundenen Leitinitiative "Ressourcenschonendes Europa" verabschiedete die EU-Kommission Ende 2015 ein umfangreiches und ambitioniertes Maßnahmenpaket zur Kreislaufwirtschaft. Gut ein Jahr danach liegt der erste Umsetzungsbericht für den sogenannten Circular Economy Action Plan vor. Das rund zehnseitige Papier liefert einen Rückblick auf die 2016 unternommenen Schritte und die dabei erzielten Fortschritte in den Bereichen Lebensmittelverschwendung, Ökodesign, organische Düngemittel, Verbrauchergarantien, Innovation und Investitionen. Dazu kommt ein Ausblick über die für 2017 geplanten Schlüsselinitiativen im EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft.

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2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Grundlagen der Kreislaufwirtschaft

Bei der Produktion wirtschaftlicher Güter, bei deren Gebrauch sowie am Ende ihrer Nutzungszeit entstehen Abfälle. Im KrWG ist der Abfallbegriff wie folgt definiert: ″Abfälle im Sinne des Gesetzes sind alle Stoffe oder Gegenstände, deren sich der Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss." 


Neben einer neuen Kunststoff-Strategie und einem ersten Monitoringsystem für die Kreislaufwirtschaft steht auch ein neuer Gesetzesvorschlag für die Wiederverwendung von Wasser auf dem Jahresprogramm. Der Vorschlag wird Mindestkriterien für behandeltes Abwasser vorstellen, das zur Bewässerung und Grundwasserneubildung eingesetzt wird. Die Ziele sind eine effizientere Ressourcennutzung, die Verringerung der Belastungen des Wasserniveaus und eine verstärkte Wiederverwertung der im Abwasser enthaltenen Nährstoffe. Als Hintergrund für die forcierten Anstrengungen zur Wiederverwendung von Wasser verweist die EU-Kommission u.a. auf folgende Fakten:

  • In der gesamten EU haben Wasserknappheit und Dürreperioden in den letzten Jahrzehnten an Häufigkeit und Intensität zugenommen.
  • Durch Klimawandel und Bevölkerungswachstum werden beide Phänomene zukünftig noch häufiger und heftiger auftreten.
  • Wasserknappheit betrifft mindestens 11 Prozent der europäischen Bevölkerung und 17 Prozent der EU-Fläche.
  • Im Jahr 2030 werden Wasserstress und Wassermangel wahrscheinlich die Hälfte der europäischen Flussgebiete betreffen.
  • In Europa werden jährlich mehr als 40.000 Millionen Kubikmeter Abwasser aufbereitet, aber nur 964 Millionen Kubikmeter des aufbereiteten Wassers werden bislang wiederverwendet.

Abwassernutzung zwischen Erwartung und Wirklichkeit

Das Potential von aufbereitetem Abwasser als eine mögliche Alternative zur Absicherung der Wasserversorgung ist mittlerweile weltweit anerkannt und in globalen, europäischen und nationalen Strategien verankert. In Ländern mit großer Wasserknappheit, wie in Australien, Südeuropa oder Israel, wird die Wiederverwertung von Abwasser sogar bereits seit längerem praktiziert. In Deutschland hingegen steht die Diskussion noch am Anfang, und es existieren bislang nur einzelne Projekte. 

Eine Einführung in die Chancen und Risiken des Einsatzes von geklärtem Abwasser sowie eine Vorstellung eines deutschen Forschungsprojekts in diesem Bereich bieten die WASSER UND ABFALL-Autoren Matthias Naumann, Timothy Moss und Ross Beveridge im Artikel Nutzung gereinigten Abwassers zwischen globalem Anspruch und regionalen Realitäten.

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