Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Kapitel dieses Buchs durch Wischen aufrufen

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Act Digital!

Wie Medien in Afrika einen Beitrag zu Demokratie und Entwicklung leisten

verfasst von: Ute Schaeffer

Erschienen in: CSR und Digitalisierung

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

share
TEILEN

Zusammenfassung

Digitale Informationen sind in Krisen und Konfliktregionen wichtig, um Kommunikation aufrechtzuerhalten, als Frühwarnsystem – und vor allem auch um Gewalt und Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. Digitale Medien sind aber auch in Friedenszeiten in den Ländern des globalen Südens ein Hebel für soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Medienentwicklung und die Stärkung des Rechts auf digitale Teilhabe ist deshalb von entscheidender Bedeutung, wie die Analyse von Ute Schaeffer zeigt.
Fußnoten
1
Vgl. auch http://newafricanmagazine.com/using-technology-to-expose-war-crimes-in-nigeria/%23sthash.Qant4d8S.dpuf.
 
2
Eine Überprüfung beinhaltet zudem die Bestätigung von Datum und Ort eines Vorfalls einschließlich weiterer Befragungen von Augenzeugen usw. Dies könnte mithilfe von frei verfügbaren Tools wie MediaInfo, Google Earth Pro oder VLC geschehen. Eine umfassende Liste von Tools steht auf Amnesty Internationals Plattform „Citizen Evidence Lab“ zur Verfügung unter: http://newafricanmagazine.com/using-technology-to-expose-war-crimes-in-nigeria/%23sthash.Qant4d8S.dpuf.
 
3
Ein weiteres Beispiel sind die Parlamentswahlen vom 7.6.2015 in der Türkei. Die drei Oppositionsparteien erreichten zusammen rund 60 % der Stimmen – eine überraschende Mehrheit, die der Dominanz der AKP, der Partei des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, ein Ende bereitete. Ermöglicht wurde dies durch eine aktive Zivilgesellschaft, aber auch durch Onlineplattformen, die als Basis für Informationsaustausch und politisches Engagement dienten. Ein Beispiel hierfür ist die Website „Oy ve Ötesi“, die Tausende von Freiwilligen zur Überwachung des Wahlprozesses suchte und eine alternative Datenbank entwickelte, um während der Wahl auf lokaler Ebene Ergebnisse zu sammeln: http://​oyveotesi.​org/​.
 
5
Allein im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der Internetnutzer um weitere 10 Mio. auf nunmehr rund 75 Mio. User.
 
6
Die Strategie der DW-Akademie zum Recht auf digitale Teilhabe: DW-Akademie (2016).
Schaeffer (2016).
 
7
Nach der Definition der Weltbank zählt ein Land als Land mit mittlerem Einkommen (Middle Income Country, MIC), wenn es die Schwelle von $ 1000 BSP pro Kopf überschreitet.
 
8
Auf die Gesamtheit aller Mediennutzer bezogen ergab eine aktuelle Umfrage des Pew Research Center, dass mittlerweile 30 % der erwachsenen US‐Amerikaner Facebook als Nachrichtenquelle nutzen. In der Geschichte des Journalismus hat keine andere Markenplattform jemals so viel Macht und Aufmerksamkeit genossen wie Facebook.
 
9
Dieses Zitat und alle anderen Zitate von Emily Bell, Leiterin des TOW Center for Digital Journalism an der Columbia Journalism School, stammen aus der Reuter‐Memorial‐Vorlesung „Silicon Valley and Journalism: Make up or Break up?“ vom 21.11.2014 am Reuters Institute in Oxford, vgl. http://​reutersinstitute​.​politics.​ox.​ac.​uk/​sites/​default/​files/​Speech%20​-%20​Silicon%20​Valley%20​%26%20​Journalism%20​-%20​Make%20​up%20​or%20​Break%20​up_​Emily%20​Bell_​Reuters%20​Memorial%20​Lecture%20​2014.​pdf.
 
10
Zuvor, 2006 bis 2010, war sie Leiterin für digitale Inhalte bei der britischen Mediengruppe Guardian News and Media.
 
11
Die Facebook‐Initiative „Internet.org“ brachte vor Kurzem eine Mobile App auf den Markt, die Mobilfunkabonnenten in Sambia einen kostenlosen Internetzugang ermöglicht, vgl. http://​www.​internetworldsta​ts.​com/​stats1.​htm. Anfang dieses Jahres übernahm das soziale Netzwerk zudem einen Drohnenhersteller, um Internet auch in abgelegenen Regionen anbieten zu können, vgl. http://​time.​com/​3304043/​facebook-africa-100-million-users/​.
 
12
Eine Studie der Universität von Indiana ergab, dass 80 % aller Journalisten in den USA Twitter nutzen, um sich über aktuelle Ereignisse zu informieren. 60 % nutzen Twitter direkt als Informationsquelle für ihre Berichte.
 
13
Seit April 2015 wurden mehr als 400 Menschen getötet, mindestens 250.000 Burundier sind auf der Flucht. Die meisten Flüchtlinge befinden sich in Tansania (130.000 Menschen) und in Ruanda (74.000 Menschen). Der burundische Konflikt ist bis jetzt kein ethnisches Problem, sondern eine politische Krise um das dritte Mandat für Nkurunziza. Diese Krise könnte allerdings sehr schnell instrumentalisiert werden und in einen ethnischen Konflikt (Hutu gegen Tutsi) münden.
 
14
Das Maison de la Presse wurde später wieder geöffnet.
 
15
Zwischen 2006 und 2012 haben die OECD‐Staaten pro Jahr durchschnittlich 377 Mio. US‐Dollar in Medienentwicklung investiert. Dies entspricht lediglich 0,4 % der offiziellen Entwicklungshilfe. 2012 wurden von Industrieländern 441 Mio. US‐Dollar in Entwicklungsländer investiert. 44 % davon flossen nach Asien und 23 % nach Afrika (10 % nach Europa und 8 % nach Amerika). Mit 140 Mio. US‐Dollar ist Deutschland der größte Geber im Bereich der Medienentwicklung. Diese Angaben stammen von dem CIMA und der OECD. Sie basieren auf einer Auswertung der Statistiken des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) zu den Themen „Medien und freier Informationsfluss“ und Radio, Fernsehen und Printmedien.
 
Literatur
Metadaten
Titel
Act Digital!
verfasst von
Ute Schaeffer
Copyright-Jahr
2017
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-53202-7_68

Premium Partner