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Adaptive Subjekte

Linking Collaboration and Contradiction

  • 2026
  • Buch

Über dieses Buch

Subjektivierungsforschung erfährt zunehmend Relevanz in den Sozialwissenschaften und darüber hinaus. Zentral trägt zur insbesondere deutschsprachig geprägten Methodologie-Debatte die Arbeit von Saša Bosančić bei. Er hat gemeinsam mit zahlreichen Kolleg*innen breite Perspektiven, konkrete Werkzeuge und kollegiale Zusammenhänge etabliert, um Subjektivierung als Form gegenwärtiger Vergesellschaftung empirisch zu erfassen. Diese Impulse werden in dem Sammelband gewürdigt, kritisiert und mit der Perspektive Adaptiver Subjekte fortgeführt. Adaption thematisiert, reflektiert und theoretisiert, dass sich Individuen in gesellschaftliche Ordnungen verstricken – das heißt sie ablehnend und annehmend gestalten. Subjekte nehmen soziale Anforderungen an/ein und wehren sie gleichzeitig ab, wobei sie diese in beiden Fällen verschieben und reproduzieren. Die Übergänge zwischen dem hier angesprochenen Mit-Machen und Gegen-Halten werfen auch die Frage nach dem Verhältnis von Kollaboration und Widerspruch auf. Der interdisziplinäre Band versammelt Beiträge, die sich dem Adaptiven Subjekt aus verschiedenen Richtungen nähern, die angesprochenen Spannungsverhältnisse ausloten und dadurch das theoretisch-methodologische Netz der empirischen Subjektivierungsforschung im Gedenken an Saša Bosančić weiterspinnen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Linking Collaboration and Contradiction: Zur Erforschung Adaptiver Subjekte

    Stefan Röhrer, Noemi Trucco, Doris Pokitsch, Folke Brodersen
    Zusammenfassung
    ‚Adaptive Subjekte‘ fragt nach den Weisen der Subjektwerdung. Wir gehen davon aus, dass Diskurse, Materialität und Akteur*innen Subjekten nicht vorgängig sind oder diese unabhängig voneinander existieren, sondern in der Konstitution von Subjekten verbunden sind. Als Adaption bezeichnen wir die Befähigung von Subjekten, sich gleichzeitig von derartigen Ordnungen abzugrenzen als auch diese anzueignen. Damit markiert Adaption die Notwendigkeit sich selbst sowie die eigene soziale Umwelt auszugestalten. Um ‚Adaption‘ als Befähigung von Subjekten und die darin angelegten Möglichkeiten der Gleichzeitigkeit von Mit-Machen und Gegen-Halten in den Blick zu nehmen, fokussieren wir drei analytische Kategorien. Erstens betonen wir das Prozessverständnis der Subjektivierung, um ‚Adaption‘ rekonstruktiv sichtbar zu machen. Zweitens verweisen wir auf den eigenmächtigen Umgang von Subjekten mit diskursiven Anrufungen, der als Eigen-Sinn beobachtbar ist. Drittens verorten wir durch die gleichzeitige Diskussion von Unterwerfung und Widerstand die Frage der Subjektkonstitution wissenssoziologisch-interpretativer und poststrukturalistisch-differenztheoretischer Subjektivierungskonzepte als empirische Frage. Für solche Analysen schlagen wir konkrete Aspekte von Subjektivierungsprozessen vor, welche den vorliegenden Band gliedern: Mehrdeutigkeit, Passagen, Schmerz und Eingriffe.
  3. Mehrdeutigkeit

    1. Frontmatter

    2. Adaptive Subjekte: Mehrdeutigkeit

      Noemi Trucco, Stefan Röhrer, Folke Brodersen, Doris Pokitsch, Hannah Zoller
      Zusammenfassung
      Mehrdeutigkeit beschreibt die Gleichzeitigkeit verschiedener Deutungen eines Phänomens. Keine Deutung ist erschöpfend, ausschließlich oder vollumfänglich. Vielmehr stehen sie nebeneinander: ergänzen, verschränken und widersprechen sich.
    3. Mind the Gap. Mimicry and Subjectivation in Racialised Discourses

      • Open Access
      Noemi Trucco, Doris Pokitsch
      Zusammenfassung
      In rassifizierten Diskursen besteht eine Grenze zwischen einem konstruierten Wir und den konstruierten Anderen, die durch Otheringprozesse kontinuierlich aufrecht erhalten wird. Unser Beitrag diskutiert wie verAnderte Subjekte in diesem Machtverhältnis die Kluft durch Mimicry (Homi Bhabha) herausfordern. Wir zeichnen dafür historische (Dis-)Kontinuitäten rassifizierter Diskurse nach und arbeiten anhand von zwei empirischen Studien heraus, inwiefern religiös und sprachlich verAnderte Subjekte in diesen Diskursen Agency erlangen. Durch die Verschränkung von Subjektivierung und Othering über Mimicry fragen wir darauf aufbauend nach Möglichkeiten, wie diskursive Subjektpositionen fragilisiert und Risse in den Diskursen (über Zeit) erzeugt werden können.
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    4. „Du fährst wie ein Pro. Jetzt ist es an der Zeit, auch wie ein Pro Umsätze zu erzielen.“ Das Spiel als Subjektivierungsinstanz in der Arbeitswelt

      Hannah Zoller
      Zusammenfassung
      Gamification bezeichnet die Integration spielerischer Elemente in spielfremde Kontexte. In der Sphäre der Erwerbsarbeit erhoffen sich Unternehmen durch den Einsatz eine gründlichere, aber eben auch unterhaltsamere Verrichtung von Aufgaben. Der folgende Beitrag zeigt durch eine diskursanalytische Annäherung auf, mit welchen subjektivierenden Implikationen diese Ausrichtung von Arbeit verknüpft ist: Bestehende Konfliktverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit werden durch Gamification als Konzept bagatellisiert.
    5. Subjects: Postmodern Forces of Convergence. How (Not) to Link Agency, Empowerment and Resistance in Studies in Subjectivation

      Folke Brodersen
      Zusammenfassung
      Der Ruf nach Agency in Subjektivierungsanalysen basiert allzu oft auf einer manichäischen Unterscheidung von Individuen und Gesellschaft. Der vorliegende Aufsatz betrachtet Subjekte stattdessen als Kraftverhältnisse der Konvergenz, situiert in der Postmoderne: Gegenwartsgesellschaften sind durch Differenz organisiert, die Normen nicht als monolithische Regeln, sondern als anzupassende, mehrdeutige Gestaltungsmöglichkeiten fassen. Subjekte bilden die zentrale Schnittstelle, die sie in mehrdeutige Alltage übersetzt. Normen werden damit nicht nur aufgehoben oder subvertiert, sondern multipliziert und durch Differenz um Knotenpunkte organisiert. Subjektivierungsanalysen haben die Aufgabe, diese Konvergenzen zu untersuchen: Ich schlage ein heuristisches Konzept der Subjektivierungsweisen vor, mit dem sich dieses gesellschaftliche Verhältnis fassen lässt – und diskutiere dabei, wie Empowerment, Widerstand und Agency (nicht) zu verknüpfen wären.
  4. Passagen

    1. Frontmatter

    2. Adaptive Subjekte: Passagen

      Doris Pokitsch, Folke Brodersen, Stefan Röhrer, Noemi Trucco, Mira Böing, Erich Esau, Jochen Kibel, Katharina Miko-Schefzig
      Zusammenfassung
      Walter Benjamin (Das Passagen-Werk, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1982) sah in den Pariser Passagen den Inbegriff der (westlich-urbanen) Moderne. Gleichsam Produktionsstätte und Ausdruck moderner Subjektivität, brachten sie neue Sozialfiguren, wie etwa Flaneur*innen (Bauman, Zygmunt (1997): Flaneure, Spieler und Touristen. Essays zu postmodernen Lebensformen. Hamburg: Hamburger Edition.), Angestellte (Kracauer, Siegfried (2023): Die Angestellten. Aus dem neuesten Deutschland. Frankfurt am Main: Suhrkamp [1930]. [1930]) oder – wie Benjamin selbst – Intellektuelle hervor. Ihre Überlegungen legen nahe: Raum, seine materielle Parzellierung, institutionelle (Auf-)Bauten und ihre deutende Besetzung appellieren an die Verwaltung des eigenen Selbst.
    3. The Materiality of the Subject—on the Relation between Subjectivation and Artifacts

      Katharina Miko-Schefzig
      Zusammenfassung
      Dieser Artikel untersucht die komplexe Beziehung zwischen Subjekten und Artefakten in ihrem sozialen Umfeld und zeigt auf, wie Subjektivierungsprozesse durch Materialität strukturiert werden. Der Ausgangspunkt des Artikels ist das interpretative Konzept des Artefakts, das die Sozialität der Dinge im Sinne ‚materialisierter Kommunikationsentscheidungen‘ betont. In situativen Artefakt-Arrangements wird gezeigt, wie Artefakte Wissen und vergangene Entscheidungen enthalten, die zukünftiges Handeln beeinflussen. Empirische Beispiele, wie das Impfzertifikat während der COVID-19-Pandemie und Abschiebehaftanstalten, verdeutlichen, dass Subjektivierung nicht nur durch Artefakte bestimmt wird, sondern dass durch sie bzw. durch die Interaktion mit ihnen auch sozialer Wandel strukturell möglich ist. Die Analyse zeigt die potenziell transformative Wirkung von Artefakten und betont, dass Machtanalysen integraler Bestandteil der Untersuchung von Subjektivierungsprozessen sind.
    4. Subjekte des Raumes. Koloniale Raumplanung und die kommunikative Konstruktion räumlicher Subjektivierung

      Jochen Kibel
      Zusammenfassung
      In diesem Beitrag schlage ich eine Verbindung zwischen Raumsoziologie und Subjektivierungsforschung vor, die es erlaubt sowohl die soziale Konstruktion von Räumen als auch die räumliche Konstruktion von Subjekten in ihrer Wechselseitigkeit zu denken. Diese Gleichzeitigkeit von Subjekt- und Raumkonstruktion wird durch den Subjektivitätsbegriff des kommunikativen Konstruktivismus verständlich. Demnach erfahren sich Subjekte selbst und gegenseitig nicht nur aus zweiseitigen (intersubjektiven) Interaktionen. Um sich selbst zu erfahren sind sie vielmehr stets auf einen dritten Bezugspunkt materieller Objektivationen angewiesen. Aus der Perspektive dieser Triade des kommunikativen Handelns sind Räume also keine Epiphänomene sozialen Handelns, sondern inhärente Bestandteile der kommunikativen Konstruktion von Subjektivität. Wie die gewaltigen und gewaltsamen Umordnungen des kolonialen Urbanismus zeigen, sollten koloniale Subjekte auch immer räumlich geformt werden. Versteht man hingegen die Konstruktion von Räumen und Subjekten als gleichzeitig und gleichermaßen aus kommunikativen Interaktionen resultierend, so wird verständlich, warum die Utopien der räumlichen Formung und Kontrolle kolonialer Subjekte nie vollständig gelang. Indem Subjekte die räumlichen Subjektivierungsregime aneignen, unterlaufen und schließlich transformieren, konnten somit gleichzeitig auch neue Subjektpositionen räumlich artikuliert und stabilisiert werden. Durch die Umordnung von Räumen gelangen Subjekte somit auch zu neuen Bildern ihrer Selbst.
    5. Zwischen Exklusion und Selbstermächtigung – Problemsoziologische Perspektiven auf Subjektivierungsprozesse im Kontext sozialer Hilfen

      Mira Böing, Erich Esau
      Zusammenfassung
      Soziale Hilfen setzen in der Regel an der Lebensführung ihrer Adressat*innen an. Dabei vermittelten sie normative Subjektvorgaben, welche wiederum in gesellschaftlich ausgetragene Problemdiskurse eingebettet sind. In unserem Beitrag schlagen wir vor, die wissenssoziologische Subjektivierungsforschung mit der sozialkonstruktivistischen Problemsoziologie zu verbinden und entwickeln ein Modell, das soziale Hilfen als ‚Organisationen der Problemarbeit‘ an gesellschaftliche Diskurse rückbindet und damit verbundene Folgen für die Subjektkonstitution der Adressat*innen analysiert.
  5. Schmerz

    1. Frontmatter

    2. Adaptive Subjekte: Schmerz

      Folke Brodersen, Doris Pokitsch, Stefan Röhrer, Noemi Trucco, Bettina Bredereck, Holger Herma, Marco Ott
      Zusammenfassung
      Schmerz fordert. Stechend, diffus, betäubend, energetisierend verlangt Schmerz nach Aktivität, Aktualisierung und Reaktion. Aus einem Moment heraus oder chronifiziert, ruft er zur Aufmerksamkeit, macht sich präsent und erscheint bisweilen unausweichlich. Er zeigt Verletzung oder Dysbalance an und zerreißt Gewohnheit, zumindest die schmerzfreie. Herzschmerz, Migräne, traumatische Erinnerung und angeschlagenem Zeh sind gemein, Situationen und Abläufe zu unterbrechen sowie Deutungen infrage zu stellen.
    3. Gespaltener Habitus und biografischer Schmerz. Subjektpraktiken in Autosoziobiografien als Akte der ‚Entpassung‘ und der Selbsttransformation

      Holger Herma, Marco Ott
      Zusammenfassung
      Das neuere literarische Genre Autosoziobiografie gilt als eine Form der selbstaufklärerischen biografischen Arbeit, das Literatur mit soziologischer Theorieanleihe verbindet. Der vorliegende Beitrag schlüsselt zentrale Elemente dieses Genres in Hinsicht auf adaptive Subjektpraktiken auf. Im Zentrum steht die doppelte Entfremdungserfahrung von Klassenaufsteiger*innen im ‚gespaltenen Habitus‘. Im schmerzhaften Ringen um eine neue Subjektposition decken die Schreiber*innen ihre Eigenbeteiligung an der Herrschaftsreproduktion in der Bildungswelt auf. In der Arbeit des zu-sich durch ein gegen-sich entwickeln sie die adaptive Variante der ‚Entpassung‘ – als transformativer Prozess abseits bloßer Unterwerfung, Widerstand oder passiver Anpassung.
    4. Durch Leid zum besseren Selbst: Der Weg zum CrossFit Subjekt

      Bettina Bredereck
      Zusammenfassung
      CrossFit ist ein Fitnesssport, der zum Ziel hat, Menschen durch Anstrengung und Leid zu einem besseren Selbst zu führen. Dieses Leid wird dabei maßgeblich in der Gemeinschaft konstruiert und ist mit einem umfassenden Glücksversprechen verbunden. Die Welt außerhalb von CrossFit wird als stetige Herausforderung begriffen und nur dieser Sport liefert das entsprechende Survival Skill Set, um das Leben bestmöglich zu meistern.
  6. Eingriffe

    1. Frontmatter

    2. Adaptive Subjekte: Eingriffe

      Stefan Röhrer, Folke Brodersen, Doris Pokitsch, Noemi Trucco, Jördis Grabow, Boris Traue, Friz Miriam Trzeciak
      Zusammenfassung
      Die Frage nach aktiven Eingriffen in das Verhältnis sozialer Wirklichkeiten und ihren Subjekten hat eine lange Tradition. Etwa unter dem Titel der ‚Sozialtechnologien‘ werden Konzepte von Disziplinierung und Zurichtung sowie den Möglichkeiten und Grenzen der eingreifenden Beteiligung der Subjekte an deren Aufrechterhaltung kritisch diskutiert. Dabei wurde vernachlässigt, dass Subjekte die Gestaltung des Selbst durchaus in die eigene Hand nehmen, etwa in demokratischen oder (selbst-)verwalterischen Prozessen.
    3. “Just doing something different”—Self-Positioning, Eigen-Sinn and Traces of Concrete Utopia in Biographical Narratives of Punk in the GDR

      Friz Miriam Trzeciak
      Zusammenfassung
      Aufbauend auf Saša Bosančićs (2018, 2019) kritischer Methodologie der Interpretativen Subjektivierungsanalyse untersucht dieser Artikel Prozesse der Selbstpositionierung in biografischen Erzählungen von Menschen, die sich mit Punk in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) identifizieren. Durch die Verbindung von ISA mit dem konzeptuellen Vokabular des Eigen-Sinns (Lüdtke 2015) untersuche ich ambivalente Formen von Handlungsmacht innerhalb von Subjektformation. Dabei analysiere ich, wie die Interviewten Punk auf unterschiedliche Weise (re)interpretieren und aneignen, indem sie auf spezifische Wissensbestände zurückgreifen, die durch ihre Erfahrungen in der subkulturellen Szene während des Staatssozialismus geprägt sind. Ferner untersuche ich mit Bloch (2019) sowie queeren subkulturellen Perspektiven (Halberstam 2005; Muñoz 2009) wie Subjektivierungsprozesse auch handlungsleitende Spuren konkreter Utopie beinhalten und dadurch nicht-normative sowie emanzipatorische Formen von Kollektivität und Relationalität in Gegenwart und Zukunft mobilisieren können.
    4. Blühende Subjekte im Land der Transformationen. Emanzipatorische widerständige Praktiken in der ostdeutschen Peripherie

      Jördis Grabow
      Zusammenfassung
      Der Beitrag plädiert für eine differenzierte Analyse emanzipatorischer Widerstandsprojekte, die sowohl die Subjektkonstruktionen als auch die soziale Strukturierung einbezieht. Gefragt wird, wie emanzipatorische Widerständigkeiten in der ostdeutschen Gesellschaft Transformationen von (ostdeutschen) Selbst- und Strukturverhältnissen ermöglichen. Anhand eines empirischen Beispiels wird gezeigt, wie emanzipatorisch-progressive Projekte widerständige Subjektivierungsweisen ermöglichen und neue Subjektivierungsangebote schaffen, die eine kritische Haltung gegenüber Gesellschaftsverhältnissen ermöglicht.
    5. Critical Techniques of the Self and Democracy. Toward a Reparatory Theory of Subjectivation

      Boris Traue
      Zusammenfassung
      Dieser Beitrag untersucht die wechselseitige Beziehung zwischen Subjektivität und demokratischen Institutionen. Über die Kritik an institutioneller Macht und hinaus wird ein Ansatz ‘reparativer Subjektivierung’ entwickelt, der untersucht, wie Subjekte zur Aufrechterhaltung demokratischer Institutionen beitragen. Kritische Techniken des Selbst erlauben es Akteuren, sich an Prinzipien zu orientieren, die ihre Teilnahme an demokratischen Prozessen ermöglichen. Diese Techniken erfordern anhaltende Subjektleistungen Anstrengungen. Sie bleiben anfällig für wirtschaftliche, politische und persönliche Krisen. Dann können Individuen sich von diesen Institutionen distanzieren, ihre Reparatur aufgeben und sich von ihnen abwenden, wodurch die gesellschaftliche Fragmentierung beschleunigt wird. Der Aufsatz richtet sich ausdrücklich an Praktikerinnen und Praktiker der Sozialen Arbeit und Pädagogik, die sich fragen, welche Subjektivierungsangebote sie ihren Adressatinnen und Adressaten bieten können.
    6. All you Need is Adaption? Momente der Agency zwischen Anrufung, Subjektivierung und Selbstverhältnis

      Stefan Röhrer
      Zusammenfassung
      Der Beitrag fasst Agency als Momente der Eingriffsmöglichkeiten von Subjekten in Diskurse im Prozess ihrer eigenen Hervorbringung. Diese Eingriffe drücken sich im Rahmen anrufungsrelevanter Diskurspositionen – als Zu- bzw. Abwendung – aus, im Prozess der Subjektivierungsweisen dieser Diskurspositionen sowie den darauf fußenden Selbstverhältnissen. Um diese Momente der Agency in ihrer Zeitlichkeit darzustellen und voneinander zu unterscheiden, werden sie in Anschluss an Emirbayer und Mische theoretisch gefasst und mit Bezug zu Halls Begriff der Identifikation sowie Schütz’ Begriff der Relevanz empirisch rekonstruiert.
    7. Die Frage des Subjekts. Nachwort, Saša Bosančić (1977–2021) gewidmet

      Reiner Keller
      Abstract
      This contribution is an obituary for the life and work of Saša Bosančić, who can be regarded as one of the key pioneers of subjectivation research in the German-speaking world, and to whom this volume is dedicated. He died in Augsburg in July 2021 after a short, serious illness at the age of 43.
Titel
Adaptive Subjekte
Herausgegeben von
Folke Brodersen
Doris Pokitsch
Stefan Röhrer
Noemi Trucco
Copyright-Jahr
2026
Electronic ISBN
978-3-658-49531-2
Print ISBN
978-3-658-49530-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-49531-2

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