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30.09.2020 | Additive Fertigung | Nachricht | Onlineartikel

Erstes 3D-gedrucktes Wohnhaus Deutschlands

Autor:
Leyla Buchholz
1:30 Min. Lesedauer

Das Unternehmen Heidelbergcement liefert den Baustoff für das erste gedruckte Wohnhaus Deutschlands aus Beton. Das Material „i.tech 3D“ wurde vom Tochterunternehmen Italcementi speziell für den 3D-Druck entwickelt.

Es ist ein Meilenstein: Erstmals kommt in Deutschland ein Wohnhaus aus dem Drucker. Das zweigeschossige Einfamilienhaus im nordrhein-westfälischen Beckum mit etwa 80 qm Wohnfläche pro Geschoss besteht aus dreischaligen Wänden, die mit Isoliermasse verfüllt werden. Erstellt wird das Premierenhaus von einem auf der Baustelle installierten 3D-Betondrucker. Die Druckergebnisse des Materials überzeugen, das Erdgeschoss ist beinahe fertig.

 "Die Entwicklung eines zementgebundenen Materials für den 3D-Druck ist eine große Herausforderung. Es sollte gut pumpbar und gut extrudierbar sein”, so Dr. Jennifer Scheydt, Leiterin der Abteilung Engineering & Innovation bei Heidelbergcement Deutschland. „Außerdem muss es schnell eine ausreichende Tragfähigkeit ausbilden, damit die unteren Schichten nicht unter der Last der oberen Schichten versagen. Hierbei muss gleichzeitig der Verbund zwischen den Schichten sichergestellt sein”, so Scheydt.

Eine neue Form des Bauens

Gedruckt wird das Haus in Beckum von Peri, einem Hersteller von Schalungs- und Gerüstsystemen für die Bauindustrie. Der Portaldrucker wurde vom Untenehmen Cobod entwickelt. Der Druckkopf bewegt sich auf einem fest installierten Metallrahmen in alle drei Raumachsen. Dadurch kann der Drucker sich an jede Position innerhalb der Konstruktion bewegen. Während des Druckvorgangs berücksichtigt der Drucker zudem die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse, zum Beispiel für Wasser oder Strom. Diese in Deutschland erstmals ausgeführte Bautechnik durchlief in den letzten Wochen und Monaten problemlos alle behördlichen Genehmigungsprozesse.

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Quelle:
Bauwirtschaft und Baubetrieb

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