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10.07.2019 | Additive Fertigung | Nachricht | Onlineartikel

3D-Druck auf dem Mond

Autor:
Nadine Winkelmann

Der Mond ist für die Weltraumforschung von enormer Bedeutung. Ein spezieller Laser soll Mondstaub als Baumaterial nutzbar machen, um zukünftig Geräte und Bauteile direkt vor Ort im 3D-Druck herstellen zu können.

Internationale Raumfahrtorganisationen und Firmen planen nicht nur die weitere Erkundung, sondern auch die Besiedlung des Weltraums. Der Mond ist dabei als Forschungsstation und Ausgangsbasis für weitere Expeditionen von großer Bedeutung. Doch die Kosten für Flüge und Transporte zum Mond sind enorm – ein Kilogramm Nutzlast kostet rund 700.000 Euro. Daher müssten Infrastruktur, Bauteile und Geräte bestenfalls direkt auf dem Erdtrabanten hergestellt werden.

Hier setzt die Moonrise-Technologie an: "Wir wollen ein Lasersystem auf den Mond bringen, das dort Mondstaub, das sogenannte Regolith, aufschmelzen soll. Damit würden wir den ersten Schritt gehen, um die Additive Fertigung, also den 3D-Druck, auf den Mond zu bringen", erklärt Niklas Gerdes vom Laser Zentrum Hannover e.V. LZH. Mit der ersten Mondmission des Berliner New-Space Unternehmens PTScientists soll das drei Kilogramm leichte, kompakte Lasersystem 2021 auf den Mond geflogen werden, um es unter realen Bedingungen zu testen.

Vision: Komplette Infrastruktur aus Mondstaub

Konkret wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Raumfahrtsysteme (IRAS) und des LZH Regolith auf der Mondoberfläche kontrolliert mithilfe des Lasersystems aufschmelzen. Nach dem Abkühlen liegt ein fester Körper vor, der beispielsweise geeignet wäre, als Baumaterial für das "Moon Village", die Vision des globalen Dorfes auf dem Mond als Außenposten im All, zu dienen.

Das gezielte Aufschmelzen in vordefinierte Strukturen wird mit hochauflösenden Kameras überwacht und dokumentiert. Die Erkenntnisse aus den Versuchen werden grundlegenden Einfluss auf explorative Missionen generell haben. Denn gelingt das Experiment auf dem Mond, ließe sich das Verfahren auf die Erzeugung größerer Strukturen hochskalieren. Somit könnten auf lange Sicht ganze Infrastrukturen wie Fundamente, Wege und Landeflächen durch die Fertigungstechnologie erbaut werden.

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01.11.2016 | Additive Fertigung | Sonderheft 2/2016

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