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17.05.2017 | Additive Fertigung | Nachricht | Onlineartikel

Löschbare Tinte für den 3D-Druck

Autor:
Nadine Klein

Im 3D-Druckverfahren können durch Direktes Laserschreiben Mikrostrukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Ein neues Verfahren soll nun auch das Löschen der 3D-Tinte ermöglichen.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl wie ein Stift die Struktur in einem Fotolack. Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben nun eine Tinte entwickelt, die man auch wieder löschen könne. Diese Tinte besitzt reversible Bindungsverknüpfung, deren Bausteine sich voneinander trennen lassen. Zum Löschen müsse das Gedruckte einfach in eine Lösungschemikalie getaucht werden. An der gelöschten Stelle könne wiederum erneut geschrieben werden, so dass die Struktur mehrfach veränderbar wäre. Das Verfahren entstand in enger Kooperation mit der Gruppe von Professor Martin Wegener am Institut für Angewandte Physik und am Institut für Nanotechnologie am KIT. Die Physiker entwickelten die hochspezialisierten 3D-Drucker, mit denen durch Direktes Laserschreiben bis zu 100 Nanometer feine Gerüste entstehen können.

Die mit löschbarer Tinte geschriebenen Formen sollen sich in Strukturen aus nicht-löschbarer Tinte integrieren lassen. Daraus würden sich vielfältige neue Anwendungsmöglichkeiten in beispielsweise der Biologie oder der Materialentwicklung eröffnen. So würde es laut Wegner möglich, beim dreidimensionalen Druck Stützkonstruktionen – ähnlich wie beim Brückenbau – herzustellen und sie im weiteren Fertigungsprozess wieder zu entfernen. Denkbar sei auch, künftig mit Hilfe löschbar geschriebener, leitender Strukturen reversible Drahtbindungen als elektronische Bauteile herzustellen. Durch das Mischen einer permanenten und einer nichtpermanenten Tinte ließen sich zudem die Eigenschaften des gedruckten Materials beeinflussen und es zum Beispiel mehr oder weniger porös machen.

Die beteiligten Wissenschaftler stellen das neue Verfahren unter dem Titel „Cleaving Direct Laser Written Microstructures on Demand“ erstmals in der renommierten Fachzeitschrift Angewandte Chemie vor. Die Gutachter haben die Veröffentlichung als ‚Very Important Paper‘ eingestuft und hervorgehoben.

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