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25.04.2017 | Additive Fertigung | Nachricht | Onlineartikel

Projekt NextGenAM macht 3-D-Druck reif für die Serie

Autor:
Angelina Hofacker

Im Projekt NextGenAM wollen Daimler, der Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec und EOS gemeinsam ein Produktionssystem zur additiven Serienfertigung entwickeln.

Daimler, Premium Aerotec und EOS planen, gemeinsam die nächste Generation der additiven Fertigung (AM) zu entwickeln. Ziel des Vorhabens NextGenAM ist es, den Gesamtprozess des industriellen 3-D-Drucks weiter zu automatisieren. Dazu will das NextGenAM-Projektteam den gesamten additiven Fertigungsprozess auf Automatisierungspotenziale hin prüfen — von der Zuführung des Metallpulvers bis zu den Verarbeitungsschritten nach dem eigentlichen Bauvorgang. Davon versprechen sich die Partner deutliche Kostenvorteile und wichtige Grundlagen, um die Technologie zukünftig für Großserien nutzen zu können. Wie die Projektpartner wissen, machen die dem eigentlichen Bauvorgang vor- und nachgelagerten Prozessschritte rund 70 Prozent der Herstellungskosten aus. Neben einer weiterentwickelten Systemtechnik soll im Zuge des Projekts auch die Qualifizierung von Aluminium für die Verwendung im industriellen 3-D-Druck erreicht werden.

Jeder der drei Partner bringe spezielle Fähigkeiten und Erfahrungen in das Projekt ein: Premium Aerotec ist laut eigenen Angaben der weltweit erste Hersteller, der 3-D-gedruckte Strukturbauteile für Airbus-Flugzeuge in Serie liefert. Bislang kommt dabei Titanpulver als Werkstoff zum Einsatz. Mit Hilfe von EOS soll es gelingen, den AM-Produktionsprozess in eine automatisierte Fertigungslinie zu integrieren. Im Zentrum der Fertigung stehe dabei das Vier-Laser-System EOS M 400-4 zur additiven Fertigung von Metallbauteilen. Der Automobilhersteller Daimler wiederum verfügt über umfassende Erfahrung in der Großserienproduktion. "In die Kooperation bringen wir unsere weitreichenden Erfahrungen aus dem Bereich automobiler Werkstoffe und deren Qualifizierung mit ein, ebenso wie unser Knowhow zu wirtschaftlichen und großserienfähigen Fertigungsprozessen in Verbindung mit einer topologieoptimierten Bauteilauslegung und modernsten Berechnungsmethodiken", sagt Dr. Stefan Kienzle, Leiter Vorentwicklung Karosserie und Komponenten bei Daimler.

Das im Zuge von NextGenAM gemeinsam zu entwickelnde wirtschaftliche, aluminiumbasierte Gesamtsystem soll sowohl im Automobilbau als auch – mit entsprechender Adaption — in der Luftfahrt zum Einsatz kommen. Dies biete die Chance, die additive Fertigungstechnologie für einen breiteren Anwendungsbereich zu öffnen.

Gemeinsam wollen die Partnerunternehmen mehrere Millionen Euro in Planung und Aufbau einer automatisierten Produktionsstätte zur additiven Serienfertigung investieren. Im Technologiezentrum Varel soll dazu in den nächsten Monaten eine entsprechende Entwicklungs- und Testumgebung entstehen. Der offizielle Projektstart erfolgt im Mai 2017.

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