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16.11.2017 | Additive Fertigung | Nachricht | Onlineartikel

Neues Zentrum für Additive Fertigung in Niedersachsen

Autor:
Nadine Winkelmann

Das neu eröffnete Zentrum für Additive Fertigung – Niedersachsen Additiv soll den 3D-Druck serientauglich machen und KMU dabei unterstützen, die additive Technologien in ihre Produktionsprozesse zu integrieren.

Die additive Fertigung werde die Produktionstechnik grundlegend verändern, glaubt das Laser Zentrum Hannover. Maßgefertigte Produkte lassen sich künftig zum Preis von Massenware herstellen, wodurch sich auch das Konsumverhalten verändere: Massenware werde dann nicht mehr akzeptiert. Unternehmen, die diese Entwicklung verpassen, könnten den Anschluss verlieren. Deshalb will Niedersachsen Additiv – Das Zentrum für Additive Fertigung kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, die neuen Technologien in ihre Produktionsprozesse zu integrieren. Gegründet wurde das neue Zentrum gemeinsam von dem Laser Zentrum Hannover e. V. (LZH), dem Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH), der Deutsche Messe Technology Academy sowie der LZH Laser Akademie. Von der niedersächsischen Landesregierung erhält das Zentrum für drei Jahre 1,2 Millionen Euro Förderung für Forschung und Technologietransfer.

Geplant ist eine Reihe von Informationsveranstaltungen, in denen Experten die Grundlagen der additiven Fertigungsverfahren vermitteln. In einer Lernfabrik können Fach- und Führungskräfte die Anlagen selbst ausprobieren und in Workshops lernen sie unterschiedliche Verfahren kennen und können sie direkt miteinander vergleichen. Zudem widmet sich das Zentrum der beruflichen Weiterbildung: In Basis-Seminaren und darauf aufbauenden Schulungen erwerben Fachkräfte das nötige Wissen, um spezifische Anlagen an ihrem Arbeitsplatz bedienen zu können. Unternehmen, die additive Fertigungstechnologien in ihre eigene Produktion integrieren möchten, erhalten vom Zentrum kostenlos Unterstützung. 

Klare Anforderungen und gezielte Forschung 

Wissenschaftler des LZH und IPH erforschen im Niedersachsen Additiv wie sich Bauteile aus unterschiedlichen Materialien additiv fertigen lassen und wie sich 3D-Drucker mit klassischen Fertigungsverfahren kombinieren lassen. "Wir wollen den 3D-Druck serientauglich machen. Das heißt, dass wir genau die Probleme lösen müssen, vor denen Unternehmen heute noch stehen", sagt Dr. Malte Stonis, IPH-Geschäftsführer. Denn mit aktuellen Technologien ist zwar schon vieles möglich, allerdings sind die heute erhältlichen 3D-Drucker noch auf wenige Materialien beschränkt und können nur relativ kleine Produkte herstellen. "Das wollen wir ändern", ergänzt LZH-Geschäftsführer Dr. Dietmar Kracht. "Marktübliche Werkstoffe wie Edelstahl- und Aluminiumlegierungen, Polyamide und Sonderwerkstoffe wie etwa Magnesium spielen für die fertigende Industrie eine wichtige Rolle. Nun ist es an uns, maßgeschneiderte additive Verfahren für diese Materialien zu erarbeiten."

Aber die technische Machbarkeit allein reiche noch nicht. Der Technologietransfer in die Industrie gelinge nur, wenn die ökonomischen Vorteile ebenfalls überzeugen. Deshalb nehmen das IPH und LZH gemeinsam mit den KMU auch die Wirtschaftlichkeit der additiven Verfahren unter die Lupe – vom Materialverbrauch über die Investitionskosten für die Anlagentechnik bis hin zur Prozessgeschwindigkeit.

Interessierte Unternehmen finden alle Informationen rund um Niedersachsen Additiv sowie die Anmeldung zu den ersten Veranstaltungen unter www.niedersachsen-additiv.de.

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