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24.11.2021 | Additive Fertigung | Nachricht | Onlineartikel

Porzellan-3D-Drucker restaurieren Kunstgegenstände

Autor:
Leyla Buchholz
1:30 Min. Lesedauer

Moderne Hochleistungstechnologien helfen Restauratoren, historische Kunstgegenstände zu reparieren. Das Fraunhofer IKTS hat ein Verfahren entwickelt, um abgebrochene Kleinteile aus Porzellan von wertvollen alten Prunkvasen im 3D-Drucker zu rekonstruieren.

Mit neuen Methoden für die additive Fertigung von filigranen Porzellanersatzteilen können künftig Museen beschädigte Porzellanunikate detailgetreuer und langlebiger als bisher restaurieren. Aktuell müssen Restauratoren die benötigten Kleinteile entweder händisch aus Porzellan formen oder auf nicht dauerhaft beständige Kunststoffe ausweichen, wenn sie 3D-Drucker einsetzen wollten. "Nun wird es möglich, höherwertige oder sogar originalgetreue Materialien wie eben Porzellan zu verdrucken“, erklärt Dr. Tassilo Moritz, der das Projekt "RestaurAM" im Fraunhofer IKTS geleitet hat. "Die Resultate sind grandios", bestätigt Restauratorin Heike Ulbricht von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). "Dieses Verfahren hat das Potenzial, sich zu einer wichtigen Ergänzung für die Restaurierung wertvoller Kunstgegenstände aus Porzellan zu entwickeln." Zudem hofft sie auf einen Schub für den digitalen Austausch zwischen nationalen wie auch internationalen Kunstsammlungen. Denn die Vasenfragmente müssen für den 3D-Druck zuvor eingescannt werden. Die dabei entstehenden 3D-Daten könnten Museen in Zukunft mit ähnlichen, aber an anderen Stellen beschädigten Exponaten abgleichen. Dadurch ließe sich ein "unbeschädigter" digitaler Zwilling vom Original generieren.

Hightech-Reparatur für Prunkvasen

Ausgangspunkt des Projektes war die Anfrage der Dresdner Porzellansammlung an die Fraunhofer-Forschenden, bei der Reparatur beschädigter Prunkvasen für das Turmzimmer im Residenzschloss Dresden zu unterstützen. Daraufhin stellte das Institut angesichts der besonderen Herausforderungen ein Konsortium mit ausgewiesenen Experten zusammen. In den folgenden dreieinhalb Jahren entwickelten und erprobten die Partner mehrere Verfahren, um möglichst originalgetreue und passgenaue Porzellanteile als Ersatz für fehlende Vasenfragmente additiv zu erzeugen.

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