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23.11.2017 | Agile Methoden | Im Fokus | Onlineartikel

Rugby-Methoden in der Automobilentwicklung

Autor:
Andreas Burkert

Scrum wird derzeit in den Chefetagen der Automobilhersteller und Zulieferer hoch gehandelt. Immerhin gilt diese agile Projektmanagementmethode als äußerst erfolgreich. Es sei denn, es wird von oben her befohlen. 

Natürlich bleiben in Zeiten disruptiver Entwicklungen manche Unternehmen auf der Strecke. Allein mit althergebrachten Managementmethoden die Herausforderungen an immer kürzeren Markt- und Produktzyklen sowie erhöhter Komplexität bewältigen zu wollen, wird scheitern. Davon sind die Springer-Autoren Joachim Pfeffer und Jean Pierre Berchez überzeugt und empfehlen Methoden aus dem Rugby. Dort führt etwa der Spielzug des angeordneten Gedränges (Scrum) in eingefahrenen Situationen zum Erfolg. In der Automobilentwicklung soll Scrum nun "in kurzen Zyklen ein fertig getestetes Produkt-Inkrement liefern, das direkt im Markt eingesetzt werden kann", so Pfeffer und Berchez. Auch, um ein erstes "Feedback zu generieren", wie sie im Artikel Agile Arbeitsweisen mit Scrum aus der ATZ 5/2017 erläutern. 

Empfehlung der Redaktion

01.10.2017 | Entwicklung | Ausgabe 5/2017

Agile Arbeitsweisen mit Scrum

Die Automobilindustrie erfährt einen disruptiven Wandel. Nicht nur Geschäftsmodelle, auch neues technisches Know-how muss aufgebaut werden. Übergeordnet gilt es, neue dynamischere Prozesse und Zusammenarbeitsformen zu entwickeln. Agilität wird von …

Bei Scrum handelt sich um eine agile Projektmanagementmethode, die in der Informationstechnik bereits seit mehr als zehn Jahren eingesetzt wird und bei der der Lean-Gedanke für die Entwicklung genutzt wird. So soll die Effizienz in der Entwicklung gesteigert und unnötige Tätigkeiten vermieden werden. Dabei gibt es wichtige Unterschiede zu klassischen Projektmanagementmethoden, wie Pfeffer und Berchez in ihrem Beitrag verdeutlichen. Und sie erklären, warum es in komplexen Umgebungen nicht mehr möglich ist, über Analysen, Planung und Plan-Abarbeitung zum Erfolg zu kommen. Die "Ursache-Wirkungs-Beziehungen sind für die Akteure nicht mehr erkennbar".

Bereitschaft zur Scrum-Transformation muss vorhanden sein

Um allerdings diese Art der agilen Arbeitsweise umzusetzen, "braucht es ein neues Denken hinsichtlich Prozessen, Abläufen, Strukturen und Verantwortlichkeiten, ergo die Bereitschaft für eine Transformation hin zu sogenannten agilen Strukturen". Wer allerdings meint, dass dieses neue Denken, diese Agilität "angeordnet, zentral konzipiert und ausgerollt" werden kann, der riskiert ein Scheitern. Viele dieser Ansätze kippen nämlich in den alten Zustand zurück, "nachdem der Druck vom Management nachlässt und die agilen Coaches die Organisation wieder verlassen".

Doch welche Maßnahmen bieten die besten Chancen für einen nachhaltigen Wandel hin zu einer agilen Organisation? Pfeffer und Berchez zeigen sich überzeugt, dass dieser vor allem auf einem freiwilligen und selbstorganisierten Ansatz basiert. "Nur so kann die Transparenz über das, was die Organisation kann und will, geschaffen werden". Sie empfehlen zudem einen einladungsbasierten Ansatz, wie er beispielsweise mit "Open Space Agility" gelingen kann. Dieser bringt "erfahrungsgemäß deutlich höhere Erfolgschancen für die agile Transformation bei geringeren Kosten für externe Beratung und Coaching".

Drei Fragen offenbaren den Erfolg von Scrum-Projekten

Um den Erfolg bestehender Scrum-Projekte zu prüfen, haben die beiden Autoren noch drei wesentliche Fragen erarbeitet, die zeigen, "ob Scrum in einem Umfeld gelebt wird":

  • Ist der "Project Owner" der Einzige, der die Priorisierung im "Product Backlog" der Produktanforderung (Nachholbedarf) festlegt und somit über die Verwendung des Entwicklungsbudgets entscheidet?
  • Hat der "Scrum-Master" die Möglichkeit, dem "Scrum-Team" Hindernisse aus dem Weg zu räumen und bestehende Prozesse und Strukturen in der Organisation Stück für Stück zu verändern?
  • Hat das "Development-Team" die Freiheit, seine Arbeitsweise innerhalb des "Scrum Frameworks" und der gegebenen Normen selbst zu definieren?

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Agiles Projektmanagement mit Scrum

Quelle:
Managemententscheidungen

01.10.2017 | Entwicklung | Ausgabe 5/2017

Agile Arbeitsweisen mit Scrum

2014 | Buch

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Das wichtigste Buch eines Managers Von ABC-Analyse bis Zielvereinbarung

01.07.2016 | Forschung | Ausgabe 7-8/2016

Prototypen im agilen Entwicklungsmanagement

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