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14.02.2020 | Aktie | Nachricht | Onlineartikel

Finanzbranche fordert Förderung des Aktienbesitzes

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
1:30 Min. Lesedauer

Die Führungskräfte im Finanzbereich rechnen vorerst nicht mit einer Änderung der europäischen Geldpolitik. So werden Minuszinsen und Verwahrgebühren Privatanleger weiter belasten - mit negativen Folgen für die Altersvorsorge. Hier sollte die Politik gegensteuern. 

Laut CFS-Index des Center for Financial Studies, für den Führungskräfte in der Finanzbranche zum ersten Quartal 2020 befragt wurden, rechnen mehr als 90 Prozent nicht damit, dass die EZB ihre Geldpolitik im laufenden Jahr ändern wird. 87 Prozent fordern daher, dass im Hinblick auf die private Altersvorsorge das Aktiensparen stärker gefördert werden müsse. Allerdings sind sich die befragten Finanzmanager nicht einig, ob man Kleinsparer durch staatliche Maßnahmen vor negativen Zinsen schützen sollte. Nur rund 51 Prozent sprechen sich dafür aus. 

Aktie als Altersvorsorge stärker etablieren

"Der Anteil der Personen, die Aktien oder Aktienfonds besitzen, hat in den letzten Jahren zugenommen. Dennoch investiert derzeit nur etwa jeder sechste Bürger in Aktien", sagt CFS-Geschäftsführer Volker Brühl. Die von Finanzminister Olaf Scholz angedachte Finanztransaktionssteuer wäre daher kontraproduktiv, glaubt der Wirtschaftsprofessor. "Seit Jahrzehnten wird das Fehlen der Aktienkultur in Deutschland bemängelt. Wenn man den negativen Zinsen aus Sicht der Anleger etwas Positives abgewinnen will, dann dass die Aktienanlage nun zur Säule privater Vorsorge werden muss, will man Vermögensverluste vermeiden", konstatiert auch Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. 

Schwelende Konflikte und Corona-Virus sorgen für Labilität

Uneinigkeit herrscht auch bei der Fragen zu geopolitische Risiken und der Konjunktur. Obwohl die Finanzbranche mehrheitlich nicht damit rechnet, dass etwa Handelskonflikte das Wirtschaftswachstum 2020 einbrechen lassen, halten nur 51 Prozent der Befragten das von der Bundesregierung prognostizierte BIP-Wachstum von 0,6 Prozent für realistisch. 54 Prozent sind dafür, durch staatliche Investitionen oder Steuererleichterungen temporär von der schwarzen Null im Bundeshaushalt abzuweichen. 

"Das Meinungsbild spiegelt die labile Situation der sehr offenen deutschen Wirtschaft wieder. Auf der einen Seite ein Rekordaußenhandelsüberschuss, auf der anderen Seite eine Pandemie, deren Verlauf Wertschöpfungsketten gefährdet, die durch den Brexit und den mitnichten beigelegten Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und China ohnehin strapaziert sind", so Väth.

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