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2020 | OriginalPaper | Buchkapitel

9. Alles schon geträumt? Science-Fiction und das kollektive Unbewusste bei Hannah Arendt und Susan Sontag

verfasst von : Kristina Jaspers

Erschienen in: Urbane Zukünfte im Science-Fiction-Film

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Zusammenfassung

Ende der 1950er-, Anfang der 1960er-Jahre trifft in der amerikanischen Gesellschaft naiver Zukunftsoptimismus auf Angstphantasien von atomarer Bedrohung und Kaltem Krieg. Nach Hannah Arendt („Vita Activa“, 1959) und Susan Sontag („Die Katastrophenphantasie“, 1965) artikulieren sich in der Science Fiction kollektive Sehnsüchte und Alpträume. Welche Visionen vom zukünftigen gesellschaftlichen Miteinander werden hier entworfen und wie können diese für Gegenwartsdiskurse nutzbar gemacht werden? Technologisches Wunschdenken, die Rolle der Naturwissenschaftler in einer neuen Gesellschaftsordnung und die Chance des Neuanfanges, die in Zerstörung und Destruktion liegt, werden im utopischen Film beispielhaft durchgespielt. Die Zukunft erscheint nicht mehr „wie im Traum“, sondern nur noch „wie im Kino“.

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Fußnoten
1
Vgl. z. B. The Thing from Another World (1951) oder The War of the Worlds (1953), in dem die bedrohlichen Marsianer mit ihren Raumschiffen rotes Licht verströmen.
 
2
Arendt (2002).
 
3
Arendt (2002, S. 8).
 
4
An anderer Stelle führt Arendt die Überlegungen zur Robotik weiter aus: Das Elektronengehirn sei wie andere Roboter auch eine Maschine, die die menschliche Arbeit schneller und besser erledigen könne und den Menschen entlaste. Problematisch werde es, wenn die Ergebnisse dieser vom Menschen gebauten Maschinen nicht mehr vom Menschen begriffen werden, denn das Begreifen sei die eigentliche Funktion des Geistes. Vgl. Arendt (2012, S. 377).
 
5
Arendt (2002, S. 8).
 
6
Mit diesem Zitat erinnert Arendt an den „Vaters der russischen Raumfahrt“ Konstantin Eduardowitsch Ziolowski, auf den auch der Name des „Sputnik“ zurückgeht und der ebenfalls – als großer Verehrer Jules Vernes – Poesie und Wissenschaft verband.
 
7
Kant (2003), § 34 „Beschluß“, S. 205.
 
8
Für die Veröffentlichung wurde der Text von Arendt mehrfach überarbeitet und liegt nun in zwei Fassungen vor, als „Die Eroberung des Weltraums und die Statue des Menschen“ (1968) und „Der archimedische Punkt“ (1969), beide in: Arendt (2012).
 
9
Arendt (2012, S. 379).
 
10
Arendt zitiert beide Male aus Heisenberg (1955, S. 17 f. und 14).
 
11
Sontag (2009, S. 290).
 
12
Sontag (2009, S. 291).
 
13
Arendt (2012, S. 384). Man denke in diesem Zusammenhang auch an Einsteins Briefe an Roosevelt, in denen der überzeugte Pazifist zum Bau der Atombombe riet, an J. Robert Oppenheimers Wandlung zum Warner vor der Wasserstoffbombe oder die – übrigens auch von Heisenberg unterzeichnete – „Göttinger Erklärung“ von 1957.
 
14
Arendt (2012, S. 384).
 
15
Arendt (2012, S. 390).
 
16
Arendt (2012, S. 376).
 
17
Arendt (2012, S. 390).
 
18
Vgl. hierzu auch das Kapitel „Rotwang and Sons“ in Fryling (2005, S. 60–108), in dem Fryling einen Bogen von Fritz Langs Rotwang über den Raketenpionier Wernher von Braun bis zu Stanley Kubricks Dr. Strangelove zieht.
 
19
Nach Brigitte Frizzoni changieren die Darstellungen des mad scientist im Film zwischen Genie und Wahnsinn, von Dr. Faust bis Albert Einstein und rekurrieren damit, im Falle Einsteins, auch auf reale Bilder von Wissenschaftlern. Vgl. Frizzoni (2004, S. 24 f.).
 
20
Siehe hierzu ihre Korrespondenz mit Hans Magnus Enzensberger, in: Raulff (2008, S. 40 f.).
 
21
Siehe insbesondere Anders (1987, S. 233–324). Anders war einer der Gründerväter der Antiatombewegung. Auch wenn Arendt seine Radikalität nicht teilt (Anders rief indirekt zum Mord an den Herstellern der Atombombe als Akt der Notwehr auf), übernimmt sie doch einige Argumente aus Anders’ Schrift, so dessen Postulat, dass Wissenschaftler immer das Mögliche auch umsetzen und nicht aus ethischen Überlegungen darauf verzichten werden. Vgl. hierzu auch den Briefwechsel Hannah Arendt – Günther Anders in: Putz (2016) sowie Oberschlick (2011).
 
22
Brief von Hannah Arendt an Günther Anders vom 9.1.1957, in Putz (2016, S. 64).
 
23
Arendt (2012, S. 145–208, hier: S. 156).
 
24
Arendt (2012, S. 155).
 
25
Sontag (2009, S. 280 und 292).
 
26
Christopher Fryling hat darauf hingewiesen, dass nach jüngsten Erkenntnissen die Darstellung von Experimenten mit radioaktiver Strahlung an Menschen im Spielfilm der 1950er-Jahre weit mehr mit der Realität zu tun hatte, als man damals ahnte. Siehe Fryling (2005, S. 174).
 
27
Sontag (2009, S. 297).
 
28
Anders (1987, S. 233–324, hier S. 232 und 264).
 
29
Sontag (2009, S. 296 f.).
 
30
Sontag (2009, S. 295).
 
31
Sontag (2009, S. 297).
 
32
Sontag (2009, S. 297).
 
33
Sontag (2009, S. 298).
 
34
Sontag (2009, S. 283).
 
35
Sontag (2009, S. 283 f.).
 
36
Sontag (2005a, S. 143).
 
37
Sontag (2005a, S. 143).
 
38
Sontag (2005b, S. 29).
 
39
Arendt (2012, S. 392).
 
Literatur
Zurück zum Zitat Anders G (1987) Über die Bombe und die Wurzeln unserer Apokalypse-Blindheit. In: Anders G (Hrsg) Die Antiquiertheit des Menschen, Bd 1. Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution. München, Beck, S 233–324 Anders G (1987) Über die Bombe und die Wurzeln unserer Apokalypse-Blindheit. In: Anders G (Hrsg) Die Antiquiertheit des Menschen, Bd 1. Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution. München, Beck, S 233–324
Zurück zum Zitat Arendt H (2002) Vita activa oder Vom tätigen Leben. Piper, München Arendt H (2002) Vita activa oder Vom tätigen Leben. Piper, München
Zurück zum Zitat Arendt H (2012) In der Gegenwart: Übungen zum politischen Denken II. Piper, München Arendt H (2012) In der Gegenwart: Übungen zum politischen Denken II. Piper, München
Zurück zum Zitat Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen (Hrsg) (2009) Fritz Langs Metropolis. Deutsche Kinemathek, München Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen (Hrsg) (2009) Fritz Langs Metropolis. Deutsche Kinemathek, München
Zurück zum Zitat Dirk Manthey D (Hrsg) (1989) Die Science-Fiction-Filme. Kino-Verlag, Hamburg Dirk Manthey D (Hrsg) (1989) Die Science-Fiction-Filme. Kino-Verlag, Hamburg
Zurück zum Zitat Frizzoni B (2004) Der Mad Scientist im amerikanischen Science-Fiction-Film. In: Junge T (Hrsg) Wahnsinnig genial. Der Mad-Scientist-Reader. Alibri, Aschaffenburg, S 23–37 Frizzoni B (2004) Der Mad Scientist im amerikanischen Science-Fiction-Film. In: Junge T (Hrsg) Wahnsinnig genial. Der Mad-Scientist-Reader. Alibri, Aschaffenburg, S 23–37
Zurück zum Zitat Fryling C (2005) Mad, bad and dangerous? The scienctist and the cinema. Reaction Books, London Fryling C (2005) Mad, bad and dangerous? The scienctist and the cinema. Reaction Books, London
Zurück zum Zitat Heisenberg W (1955) Das Naturbild der heutigen Physik. Rowohlt, Hamburg Heisenberg W (1955) Das Naturbild der heutigen Physik. Rowohlt, Hamburg
Zurück zum Zitat Isaja P (2012) Inferno nella Stratosfera. Il cinwma di Inoshiro Honda. Profondo Rosso, Rom Isaja P (2012) Inferno nella Stratosfera. Il cinwma di Inoshiro Honda. Profondo Rosso, Rom
Zurück zum Zitat Jaspers K, Warnecke N, Waz G (Hrsg) (2016) Things to come. Science · fiction · film. Kerber, Berlin Jaspers K, Warnecke N, Waz G (Hrsg) (2016) Things to come. Science · fiction · film. Kerber, Berlin
Zurück zum Zitat Oberschlick G (Hrsg) (2011) Die Kirschenschlacht. Dialoge mit Hannah Arendt und ein akademisches Nachwort. Beck, München Oberschlick G (Hrsg) (2011) Die Kirschenschlacht. Dialoge mit Hannah Arendt und ein akademisches Nachwort. Beck, München
Zurück zum Zitat Putz K (Hrsg) (2016) Schreib doch mal hard facts über Dich. Briefe 1939 bis 1975, Texte und Dokumente. Beck, München Putz K (Hrsg) (2016) Schreib doch mal hard facts über Dich. Briefe 1939 bis 1975, Texte und Dokumente. Beck, München
Zurück zum Zitat Raulff H (Hrsg) (2008) Strahlungen. Atom und Literatur, Marbacher Magazin. Deutsches Literaturarchiv Marbach, Marbach am Neckar (123/124) Raulff H (Hrsg) (2008) Strahlungen. Atom und Literatur, Marbacher Magazin. Deutsches Literaturarchiv Marbach, Marbach am Neckar (123/124)
Zurück zum Zitat Sontag, S (2005a) Aids und seine Metaphern (übers. Fliessbach H). Frankfurt/Main, Fischer Sontag, S (2005a) Aids und seine Metaphern (übers. Fliessbach H). Frankfurt/Main, Fischer
Zurück zum Zitat Sontag, S (2005b) Das Leiden anderer betrachten (übers. Kaiser R). Frankfurt/Main, Fischer Sontag, S (2005b) Das Leiden anderer betrachten (übers. Kaiser R). Frankfurt/Main, Fischer
Zurück zum Zitat Sontag, S (2009) Die Katastrophenphantasie. In: Kunst und Antikunst (übers. Rien MW). Frankfurt/Main, Fischer, S 279–298 Sontag, S (2009) Die Katastrophenphantasie. In: Kunst und Antikunst (übers. Rien MW). Frankfurt/Main, Fischer, S 279–298
Metadaten
Titel
Alles schon geträumt? Science-Fiction und das kollektive Unbewusste bei Hannah Arendt und Susan Sontag
verfasst von
Kristina Jaspers
Copyright-Jahr
2020
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DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-61037-4_9