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Über dieses Buch

Erstmalig erfolgt in diesem Buch eine systematische Analyse über die Auswirkungen von Alltagsumbrüchen wie Elternschaft, Wohnungswechsel oder neue Partnerschaft auf die Nutzung von Medien. Anhand einer ethnografisch-orientierten Panelstudie mit 25 Paarhaushalten wird präzise herausgearbeitet, dass in solchen Übergangsphasen Veränderungen in der Alltagsstruktur einen tiefgreifenden Wandel der häuslichen Mediennutzung anstoßen. Die Studie liefert somit ein tieferes Verständnis zur Verwobenheit zwischen alltäglicher Lebensführung und Medienhandeln sowie zur Frage, warum sich die Mediennutzung im Laufe des Lebens verändert. Gleichzeitig wird mit dem Fokus auf Alltagsumbrüche eine neue und vielversprechende Forschungsperspektive für die Kommunikations- und Medienwissenschaft eröffnet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung: Wieso Alltagsumbrüche und Medienhandeln erforschen?

Zusammenfassung
Was wäre, wenn tiefgreifende Alltagsveränderungen im Leben eines Menschen das Medienhandeln stärker verändern würden als die Aneignung medientechnologischer Entwicklungen? Die kommunikationswissenschaftliche Rezeptionsforschung müsste sich in ihrer Forschung zwingend diesem Themenfeld widmen. Umso überraschender ist es, dass es bislang kaum Studien gibt, die die Auswirkungen von Alltagsumbrüchen wie Elternschaft, Berufseinstieg oder neue Partnerschaft auf die Nutzung von Medien systematisch untersucht haben.
Stephan Niemand

Theoretische Perspektiven

Frontmatter

Chapter 2. Mediatisierung: Zur Beziehung von Gesellschaft, Alltag und Medien

Zusammenfassung
Einen zentralen Ausgangspunkt, um sich der Verwobenheit von Alltag und Medien anzunähern, bietet der Mediatisierungsansatz. Der Prozess der Mediatisierung vollzieht sich – folgt man der Argumentation von Krotz – seit Beginn der symbolischen Kommunikation und ist prinzipiell nie abgeschlossen. Krotz betrachtet Mediatisierung als „Metaprozess“, der mit anderen Metaprozessen wie Globalisierung, Individualisierung und Kommerzialisierung verbunden ist und „gesellschaftliche bzw. kulturelle Langzeitentwicklungen“ erfassen will.
Stephan Niemand

Chapter 3. Domestizierung: Eine kommunikationswissenschaftliche Perspektive auf die Verwobenheit von Alltagshandeln und Medienhandeln

Zusammenfassung
Mit diesem Zitat bringt Röser eine wesentliche Grundannahme des Domestizierungsansatzes zum Ausdruck, die auch eine zentrale Prämisse dieser Arbeit darstellt: Medienhandeln ist immer in spezifische Alltagssituationen eingebettet, sodass angenommen wird, dass aus den Veränderungen der Alltagsstruktur auch Veränderungen der Mediennutzung folgen. Welche Einsichten der Domestizierungsansatz für das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit liefert, wird im Folgenden ausgeführt. Dazu werden zunächst Schlussfolgerungen zur Verwobenheit von Alltagshandeln und Medienhandeln aus Perspektive der Cultural Studies erläutert, aus der auch der Domestizierungsansatz hervorgegangen ist (siehe Abschnitt 3.1).
Stephan Niemand

Kapitel 4. Alltägliche Lebensführung: Eine Spezifizierung des diffusen Begriffs Alltag

Zusammenfassung
In Kapitel 3 wurde entlang des Domestizierungsansatzes die Verwobenheit von Alltagshandeln und Medienhandeln beschrieben, um zu verdeutlichen, dass Veränderungen der Alltagsstruktur auch mit einem Wandel des Medienhandelns einhergehen. Es konnte zudem gezeigt werden, dass im Domestizierungsansatz ein systematisches und einheitliches Begriffsverständnis fehlt, was den Alltag genau auszeichnet und wie dieser strukturell aufgebaut ist. Nur dann aber lässt sich der Wandel der Alltagsstruktur systematisch analysieren und mit Veränderungen des Medienhandelns in Beziehung setzen beziehungsweise nur dann lassen sich die Mechanismen aufdecken, die zu einer Veränderung des Medienhandelns aufgrund eines Alltagsumbruchs führen.
Stephan Niemand

Kapitel 5. Alltagsumbrüche als Transitionsprozesse

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit, die sich dem Wandel des Medienhandelns vor dem Hintergrund von Alltagsumbrüchen zuwendet, muss sich die Frage stellen, was ein Alltagsumbruch genau ist und welche Merkmale ihn auszeichnen. Trivial formuliert lässt sich ein Alltagsumbruch als ein Lebensereignis beschreiben, das dazu führt, dass der Alltag nicht mehr wie bisher gelebt werden kann. In der wissenschaftlichen Literatur finden sich in unterschiedlichen Disziplinen (z. B. Psychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie und Soziologie) verschiedene Konzepte, in denen Alltagsumbrüche (zumindest im weitesten Sinn) und ihre Folgen im Fokus des Interesses stehen.
Stephan Niemand

Kapitel 6. Zusammenführung: Alltagsveränderungen als Antriebsfaktoren für Dynamik im Medienrepertoire – Prinzipien für die empirische Analyse

Zusammenfassung
Das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit zielt auf die Verwobenheit von Alltags- und Medienhandeln, die im Zuge von Alltagsumbrüchen wie Elternschaft, Trennung oder Renteneintritt untersucht werden soll. Ein Alltagsumbruch wird als Transitionsprozess verstanden, der unter dem spezifischen Blickwinkel des Wandels der alltäglichen Lebensführung analysiert wird. In diesem Verständnis wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit vorwiegend der Begriff Alltagsumbruch verwendet.
Stephan Niemand

Kapitel 7. Forschungsstand

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird der Forschungsstand aufgearbeitet. Studien, die explizit den Zusammenhang zwischen Alltagsveränderung und Dynamik im Medienrepertoire im Kontext von Alltagsumbrüchen erforscht haben, gibt es in der Kommunikationswissenschaft kaum. Zu nennen sind hier lediglich Augustin (2015), Berger und Schönberger (2016), Gauntlett und Hill (1999), Karnowski (2003), Manceron et al. (2001) sowie van Eimeren et al. (2017).
Stephan Niemand

Empirische Studie

Frontmatter

Kapitel 8. Methodisches Vorgehen

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird das methodische Vorgehen in dieser Arbeit konkretisiert. Zunächst wird die empirische Grundlage dieser Arbeit inklusive der methodologischen Eckpunkte erläutert. Diese Arbeit stützt sich auf das Datenmaterial der DFG-geförderten Panelstudie „Das mediatisierte Zuhause“, die unter Leitung von Jutta Röser durchgeführt wurde.
Stephan Niemand

Kapitel 9. Alltagsumbrüche und ihr Einfluss auf das häusliche Medienhandeln

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die Befunde der Panelstudie zur Veränderung des häuslichen Medienhandelns im Zuge von Alltagsumbrüchen präsentiert. Im Zentrum steht dabei die Fragestellung, inwiefern und warum die Paare ihre Mediennutzung im Verlauf des Umbruchs verändern. In Abschnitt 9.1 wird zunächst dargestellt, welche Umbrüche sich im Erhebungszeitraum ereigneten und wie sich diese im Sample verteilen.
Stephan Niemand

Kapitel 10. Transitionsübergreifende Auswertung: Eine mehrdimensionale Analyse alltagsspezifischer Antriebsfaktoren für Dynamik im Medienrepertoire

Zusammenfassung
Diese Kapitel widmet sich der dritten Forschungsfrage, welche Antriebsfaktoren für Dynamik im Medienrepertoire sich übergreifend über die einzelnen Alltagsumbrüche (Transitionen) identifizieren lassen. Zur systematischen Analyse dieser Fragestellung wurde die Lebensführung in verschiedene Dimensionen differenziert (u. a. zeitlich, inhaltlich, räumlich, sozial), sodass es möglich war, Veränderungen der Alltagsstruktur analytisch präzise herauszuarbeiten und mit dem Wandel der Mediennutzung in Beziehung zu setzen.
Stephan Niemand

Resümee

Frontmatter

Kapitel 11. Reflexion des methodischen Vorgehens: Ansprüche und Umsetzung der empirischen Studie

Zusammenfassung
In Kapitel 6 wurden zusammenfassend aus den theoretischen Grundbausteinen fünf handlungsleitende Prinzipien extrahiert, die bei einer empirischen Analyse von Alltagsumbrüchen und dem Wandel des Medienhandelns Berücksichtigung finden sollten.
Stephan Niemand

Kapitel 12. Diskussion der Befunde und theoretischer Ertrag

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird zunächst das Vorgehen in dieser Arbeit zusammenfassend beschrieben und somit die zentrale Leistung der Studie herausgestellt (siehe Abschnitt 12.1). Daran angeschlossen wird entgegen eines „phänomenologischen Forschungsstil[s] […], der erst irgendwann in der Zukunft zur Konzept- und Theoriebildung führen soll“, über die bloße Beschreibung von zusammenhanglosen Einzelphänomenen hinausgegangen, indem die Einsichten aus Theorie und Empirie im theoretischen Konzept zur Verwobenheit von Alltagsumbrüchen und Medienhandeln zusammengeführt werden (siehe Abschnitt 12.2). Damit wird der Anspruch verfolgt, auf einer abstrakteren Ebene ein heuristisches Handwerkszeug bereitzustellen, mit dem die Verwobenheit von Lebensführung und Medienhandeln systematisch erfasst werden kann und mit dem die von verschiedenen Alltagsumbrüchen angestoßenen Prozesse erklär- und interpretierbar werden.
Stephan Niemand

Backmatter

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