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2016 | Buch

Altern in der Erwerbsarbeit

Perspektiven der Laufbahngestaltung

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Über dieses Buch

Der vorliegende Themenband hat sich zum Ziel gesetzt, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Laufbahngestaltung in der Erwerbsarbeit zusammenzuführen und weitergehende Perspektiven zu diskutieren. Das Entwicklungspotential von inner- und außerbetrieblichen Laufbahnpfaden wird vor dem Hintergrund begrenzter Tätigkeitsdauern kritisch reflektiert und Gestaltungsoptionen auf der individuellen, der betrieblichen und der überbetrieblichen Ebene diskutiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Frontmatter
Demografischer Wandel in der Erwerbsarbeit – Anforderungen an die Arbeits- und Laufbahngestaltung
Zusammenfassung
In der arbeits(markt)politischen und arbeitswissenschaftlichen Diskussion in Deutschland nimmt der demografische Wandel in der Erwerbsarbeit nach wie vor einen hohen Stellenwert ein. Die im Zusammenhang mit den Konsolidierungsbestrebungen der Rentenfinanzen vorgenommenen einschneidenden Veränderungen bei der Gestaltung des Rentenzugangs, die insgesamt auf eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit abzielen, werden in den Betrieben und bei den Beschäftigten immer deutlicher spürbar (vgl. u.a. Fuchs et al. 2011; Vogler- Ludwig und Düll 2013).
Frerich Frerichs

Risiken des Erwerbsverlaufs und Gestaltungsanforderungen

Frontmatter
Die Gestaltung der Spätphase des Erwerbsverlaufs – Herausforderungen für eine soziale Lebenslaufpolitik
Zusammenfassung
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der sozialpolitischen Gestaltung des Erwerbsverlauf, wobei der Fokus vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung auf die Spätphasen des Erwerbsverlaufs gelegt wird. Konzeptualisiert wird dieser Gestaltungsauftrag als Teil einer sozialen Lebenslaufpolitik (Naegele 2010).
Gerhard Naegele
Problematische Erwerbsbiografien und schwierige Altersübergänge – Ausgewählte Befunde und kritische Fragen an Praxis und Politik

Im Verlauf und Gefolge der Debatten um den demografischen Wandel und seine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sowie speziell im Kontext der „Rente mit 67“ haben Politik und Arbeitgeberverbände in einer Vielzahl von Berichten betont, dass sich die Beschäftigungslage für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer laufend verbessere. Mehr Ältere sind in (z. T. sogar sozialversicherungspflichtiger) Beschäftigung, immer mehr Personen arbeiten sogar nach dem Regelrentenalter weiter.

Ernst Kistler, Markus Holler
35 Jahre Bewältigung begrenzter Tätigkeitsdauern – Bahnung horizontaler und vertikaler überbetrieblicher Laufbahnen

Vor 35 Jahren hatten die Arbeitssoziologen des Institut für Supervison, Institutionsberatung und Sozialforschung zum ersten Mal Gelegenheit, den industriesoziologischen Kollegen des Frankfurter Instituts für Sozialforschung ein Argument vorzutragen, das nicht gerade gleich auf Gegenliebe stieß: Um die Erwerbsfähigkeit bis zum gesetzlichen Rentenalter zu erhalten, sei die Bahnung beruflich absehbarer horizontaler und vertikaler Tätigkeitswechsel unverzichtbar. Die Gestaltung von Arbeitsplätzen so, dass sie in jedem Alter ausübbar seien, genüge allein nicht als realistische Strategie zur Bewältigung körperlich und qualifikatorisch begrenzter Tätigkeitsdauer.

Johann Behrens
Machen Berufe hinreichend von einzelnen Betrieben unabhängig? – Rückblick auf eine quantitative Analyse von Betriebswechseln zur Bewältigung gesundheitlich begrenzter Tätigkeitsdauer
Zusammenfassung
Als „demographische Herausforderung“ wird in der öffentlichen Diskussion der Industrieländer häufig sehr ideologisch eine Verhältniszahl skandalisiert, die mit Demographie fast nichts zu tun: das Verhältnis der erwerbstätigen zur nicht erwerbstätigen Bevölkerung. Früh-Berentung ist aber kein demographisches Ereignis, sondern Ergebnis der Externalisierungsstrategien von Betrieben gegenüber Älteren (vgl. Behrens in diesem Band).
Johann Behrens, Thomas Elkeles
Altersübergänge in der Bauwirtschaft
Zusammenfassung
Seit etwa 10 Jahren steigt die Alterserwerbsbeteiligung in Deutschland. Erwerbsaustritt und Renteneintritt werden von einer wachsenden Zahl von Beschäftigten auf spätere Lebensjahre geschoben. Dies ist auch Ergebnis weit reichender Renten- und Arbeitsmarktreformen, die einerseits Pfade in die Frühverrentung geschlossen und Anreize für längere Erwerbsphasen geschaffen haben.
Martin Brussig

Betriebliche Laufbahngestaltung

Frontmatter
Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung – Anforderungen, Instrumente, Beispiele
Zusammenfassung
Seit mehreren Jahren ist durch Untersuchungen zur Bevölkerungsentwicklung bekannt, dass es zu einer erheblichen Verschiebung zwischen den Altersgruppen der deutschen Bevölkerung kommt. Es wird künftig mehr ältere Erwerbspersonen geben und die Verweildauer im Arbeitsleben wird anwachsen. Dies hat sowohl für die Beschäftigten als auch für die Betriebe Konsequenzen.
Hans Szymanski
Belastungen von Servicetechnikern im Maschinen- und Anlagenbau im Bezugsfeld lebensphasenorientierten Kompetenzmanagements
Zusammenfassung
Industrielle Dienstleistungen gehören zu den zentralen Geschäftsfeldern des Maschinen- und Anlagenbaus. Die strategische Bedeutung der industriellen Dienstleistung im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen (VDMA 2012). Sie stellt ein zentrales Geschäftsfeld und einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar. Die Umsätze und Erträge des Dienstleistungsbereiches im Maschinen- und Anlagenbau entwickeln sich anhaltend positiv.
Bernd Zinn, Reinhold Nickolaus, Gerd Duffke, Emre Güzel, Jakob Sawazki, Jasmin Würmlin
Kompetenzbasierte Laufbahngestaltung in der Pflege
Zusammenfassung
Die Alterung der Belegschaften und der Nachwuchskräftemangel im Pflegesektor erfordern unternehmensseitig innovative und nachhaltige Personalentwicklungs- und Gesundheitsförderungskonzepte. Diese müssen es u.a. ermöglichen, dass erfahrene Pflegekräfte langfristig im Beruf bleiben und ihre Potenziale entfalten können. Hierzu bedarf es einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Qualität der Dienstleistungsarbeit „Pflege“, die durch hohe Arbeitsbelastungen und nach wie vor geringe Aufstiegschancen gekennzeichnet ist.
Nicola Schorn, Theresa Grüner, Ann-Christin Werner, Frerich Frerichs
Kompetenzbasierte Laufbahngestaltung im Handwerk – Die Situation älterer Mitarbeiter vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Arbeitswelt

Der Anteil der Facharbeiter ist mit 80% im Handwerk so hoch wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland. Sie bilden das Rückgrat eines Sektors, der über 5,3 Millionen Mitarbeiter beschäftigt und im Jahr 2013 einen Umsatz von über 500 Milliarden Euro erzielte (ZDH 2013). Ob Handwerksbetriebe jedoch in Zukunft auch weiterhin in diesem Maße wettbewerbsfähig bleiben, hängt stark davon ab, ob ihnen genügend qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen werden.

Laura Naegele
Betriebliche Beispiele der Laufbahngestaltung – Ergebnisse aus Fallstudien in Deutschland und Österreich
Zusammenfassung
Auch wenn in der Arbeitstätigkeit und -organisation in Bezug auf die Gesundheitsförderung ein enormes Gestaltungspotenzial liegt, das bisher von den Betrieben nicht ausreichend genutzt wurde, so ist es eine Illusion zu glauben, dass alle Arbeitsplätze alters- und alternsadäquat umgebaut werden können (Morschhäuser 2003; vgl. auch Szymanski in diesem Band). Vielmehr wird es auch in Zukunft noch Arbeitsplätze geben, die eine hohe Belastungsstruktur aufweisen und eine nur begrenzte Tätigkeitsdauer erlauben (Behrens 1999, 2001, 2003).
Mirko Sporket

Berufliche Laufbahngestaltung

Frontmatter
Mein nächster Beruf? – Neue Wege zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit in Berufen mit begrenzter Tätigkeitsdauer

Profi-Fußballer oder z.B. Ballett-Tänzer denken bereits frühzeitig an die „zweite Karriere“. Es erwartet keiner, dass ein Fußballspieler noch mit 65 oder gar 67 Jahren in der Nationalmannschaft spielt. Aus einer Ballett-Tänzerin wird eine Tanzlehrerin, die ihre langjährige Erfahrung an junge Tänzerinnen weitergibt. Ein Fußballer wird Fußballtrainer.

Frauke Jahn
Digitaler Wegweiser Berufsumstieg – Gesund bis zur Rente durch einen frühzeitigen Berufswechsel
Zusammenfassung
Die demografische Entwicklung Deutschlands ist bekannt: Der Anteil älterer Menschen und das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigen. Selbst eine ambitionierte Einwanderungspolitik kann diesen Trend lediglich abfedern, jedoch nicht aufhalten. Um dennoch einen gewissen Wohlstand aufrechterhalten zu können, wird sich – zumindest langfristig – eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit kaum vermeiden lassen.
Hanna Zieschang, Dietmar Bräunig
Gestaltung inner- und überbetrieblicher Erwerbsverläufe in der mittelständischen Bauindustrie – Neue Beschäftigungschancen für alterskritische Berufe?
Zusammenfassung
Aufgrund des demographischen Wandels wird in den nächsten Jahren mit einer Schrumpfung des Erwerbspersonenpotenzials und einer Alterung der Belegschaften gerechnet. So geht beispielsweise das Statistische Bundesamt in Modellrechnungen davon aus, dass im Jahr 2030 37% der Arbeitskräfte über 50 Jahre alt sein werden, während heute nur 31 % der Erwerbstätigen dieser Altersgruppe zuzuordnen sind (Statistisches Bundesamt 2009).
Anja Gerlmaier
Gestaltungsoptionen von Berufskarrieren im Gastgewerbe – Kontinuierlich wechselhaft

Die Bewältigung der personellen Folgen des Demografischen Wandels – Alterung der Belegschaften und Nachwuchsmangel – lenkt den Fokus auf die Frage, wie die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten in der Arbeit bewahrt werden können. Lebensphasengerechte Arbeitsgestaltung ist die Antwort auf die Erkenntnis, dass unterschiedliche Lebens- und Berufsphasen unterschiedliche Bedürfnisse, Belastungen und Protektivfaktoren mit sich bringen, die zur Ausschöpfung des salutogenen Potenzials der Erwerbsarbeit berücksichtigt werden müssen. Da das Konzept der „Normalbiografie“ auf immer weniger berufliche Karrieren anwendbar ist, stoßen Maßnahmen zu deren Gestaltung, die auf diesem Konzept beruhen, zunehmend an ihre Grenzen.

Kerstin Guhlemann, Franziska Krüger, Arno Georg, Olaf Katenkamp
Gründungsaktivitäten in der späten Erwerbsphase – Herausforderungen und Chancen der Laufbahn- und Gründungsberatung
Zusammenfassung
Der Schritt in die berufliche Selbständigkeit zeichnet sich in den letzten Jahren für einen nicht unbeträchtlichen Teil der älteren Arbeitnehmer/innen wie auch älteren Erwerbslosen als eine neue Alternative am Arbeitsmarkt ab. Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) stellt fest, dass mittlerweile der Anteil der Personen im Alter von 45-64 Jahren in der Gründungsphase deutlich über der Gründungsquote der 35- bis 44-Jährigen liegt (Singer, Amorós und Moska Arreola 2015, S. 43). So hat sich bspw.
Annette Franke

Resümee

Frontmatter
Perspektiven der Laufbahngestaltung – Ein zusammenfassendes Resümee

Es spricht vieles dafür, dass künftige Belegschaften von Betrieben und Verwaltungen insgesamt älter sein werden. Angesichts der vorherrschenden Beschäftigungsrisiken und des jahrzehntelangen Trends zur Frühverrentung fehlt es derzeit in der überwiegenden Zahl der Betriebe und Verwaltungen aber an ausreichenden Ansätzen und Erfahrungen für ein alternsbezogenes Personalmanagement.

Frerich Frerichs
Backmatter
Metadaten
Titel
Altern in der Erwerbsarbeit
herausgegeben von
Frerich Frerichs
Copyright-Jahr
2016
Electronic ISBN
978-3-658-12384-0
Print ISBN
978-3-658-12383-3
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-12384-0

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