Skip to main content
main-content

22.10.2021 | Altersvorsorge | Nachricht | Onlineartikel

Mehr Förderung macht Altersvorsorge attraktiver

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2 Min. Lesedauer

Viel wird aktuell über die Zukunft der Altersvorsorge gestritten. Laut einer aktuellen Umfrage ist den Bundesbürgern neben der Rendite die Sicherheit der Geldanlage besonders wichtig. Dafür nötig sind mehr staatliche Fördermittel. 

"Staatliche Förderung könnte als Renditehebel für Garantieprodukte wirken oder einen Puffer für mit Aktien verbundene Risiken schaffen", erklärt Michael Heuser, Professor an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) und Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA). Eine aktuelle DIVA-Umfrage hat ergeben, dass für 94 Prozent der Bundesbürger beim Neuabschluss eines privaten Altersvorsorgevertrages die Sicherheit an erster Stelle steht. Ihnen ist deshalb eine Leistungsgarantie wichtig oder sogar sehr wichtig. 

Diese Zahl geht aus einer Zusatzbefragung hervor, für die im Rahmen des aktuellen DIVA-Altersvorsorge-Index rund 2.000 Personen in Deutschland vom Marktforschungsinstitut Insa Consuliere interviewt wurden. 

Verbraucher wünschen sich hohe Renditen

Zudem stehen "hohe Renditen" (83 Prozent) und die "staatliche Förderung" (81 Prozent) ganz oben auf der Wunschliste der Verbraucher. "Maximale Sicherheit bei zugleich hoher Rendite geht nicht. Den Bürgern ist das klar, deshalb wird der Wunsch nach staatlicher Förderung lauter", betont Heuser. Diese wünschen sich 57 Prozent der befragten Frauen und knapp 38 Prozent der Männer für sichere Anlagen wie die Riester-Rente. 56 Prozent der männlichen und 35 Prozent der weiblichen Teilnehmer bevorzugen dagegen staatlich gefördertes Aktiensparen.

"Die Deutschen erwarten, dass der Staat Anreize setzt und sich mit Fördermitteln beteiligt. Denn Strafzinsen auf Bankguthaben, Bundesanleihen mit Negativzins und die anziehende Inflation hinterlassen Spuren und erschweren die Vorsorge für die nach wie vor sicherheitsorientierten Bürger", kommentiert Heuser die aktuelle Lage. Insgesamt führen die privaten Rentenversicherungen mit Garantie und die eigene Immobilie mit jeweils fast 68 Prozent die Hitliste der Sparer an. 

Langfristige aktienbasierte Altersvorsorge attraktiver machen

Laut Helge Lach, Vorstand des Bundesverbands Deutscher Vermögensberater (BDV), wäre eine Reform des Riester-Modells "wünschenswert". In Frage komme zum Beispiel eine Absenkung der Beitragsgarantie auf 80 Prozent in Verbindung mit einer Anhebung der Zulagen. Auch die Verbreitung der langfristigen aktienbasierten Altersvorsorge könnte die Politik seiner Ansicht nach "deutlich beschleunigen". 

"Warum nicht ein Steuerfreibetrag auf Kursgewinne und einbehaltene Dividenden, der beispielsweise ab dem 60. Lebensjahr einmalig geltend gemacht werden kann? Das würde einen immensen Schub geben und verhindern, dass das Geld der Bürger auf Bankkonten durch Strafzinsen und Inflation jedes Jahr an Wert verliert", so der BDV-Vorstand.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

    Bildnachweise