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27.08.2020 | Altersvorsorge | Schwerpunkt | Online-Artikel

KMU suchen Rat bei der Altersversorgung

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

4:30 Min. Lesedauer

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Auch wenn die Förderbank KfW aktuell positive Zahlen zum mittelständischen Geschäftsklima meldet, lastet die Corona-Krise schwer auf den Unternehmen. Vor allem bei betrieblichen Risiken und der Altersversorgung suchen sie Beratung.

Für Juli hat die KfW den dritten Anstieg des mittelständischen Geschäftsklimas in Folge gemeldet. Zwar liegt der Index noch mit 12,5 Saldenpunkte im Minus. Doch gegenüber Juni ist das ein Plus von 7,9 Zählern. Dies zeige, dass den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Neustart nach der Eindämmung der ersten Infektionswelle recht gut gelungen ist, so das Institut. Auch wenn das Tempo etwas nachlässt, sei der Mittelstand auf einem soliden Erholungskurs. Obgleich der Weg zum Vorkrisennivau noch weit sei, haben sich die Geschäftserwartungen erholt. Im Juli sind sie um 8,4 Zähler auf minus 6,1 Saldenpunkte angestiegen.

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Absicherung betrieblicher Risiken und Altersvorsorge

Dennoch steht derzeit bei den Unternehmen die Absicherung betrieblicher Risiken an erster Stelle. Das sagen 70 Prozent der mehr als 100 für den Plansecur-Report Finanzbranche 2020 befragten Berater der Finanzgruppe. Laut der Teilnehmer geht es dabei aber nicht nur um eine Betriebsunterbrechung oder ähnliche coronabedingte Folgen, sondern beispielsweise auch um die Abwehr von Cyber-Angriffen sowie die passende Versorgung der Mitarbeiter und Entscheidungsträger.

Laut Umfrage ist für 58 Prozent der Berater die Mitarbeiterversorgung ein wichtiges Gesprächsthema in der mittelständischen Wirtschaft, für 19 Prozent sogar ein sehr wichtiges. Die Versorgung auf Managerebene stufen 51 Prozent als wichtig und 38 Prozent als sehr wichtig ein. 

"Im Mittelstand hängen betriebliche und private Überlegungen häufig eng zusammen. Viele mittelständische Firmen sind inhabergeführt, so dass sich die Frage nach einer Unternehmensnachfolge zwangsläufig stellt. Daher ist für mehr als die Hälfte der Berater die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben bei der Kundenberatung ein Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt", erläutert Plansecur-Geschäftsführer Johannes Sczepan.

Durchführungswege der bAV

Geht es um die Absicherung von Mitarbeitern im Alter, so kommt für die meisten Unternehmen einer der insgesamt fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorung (bAV) in Frage. Hierbei handelt es sich um Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung, die einem Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber aus Anlass seines Arbeitsverhältnisses zugesagt wird. So sieht es das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung vor.

Die Zusage wird vertraglich zwischen den Parteien vereinbart, entweder im Arbeitsvertrag selbst oder durch eine entsprechende Vertragsergänzung. Eine einmal erteilte Zusage kann damit nicht ohne weiteres widerrufen oder reduziert werden. Der Arbeitgeber ist grundsätzlich an sein Versorgungsversprechen gebunden und spätere Änderungen zu Ungunsten des Arbeitnehmers sind nicht ohne weiteres möglich. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um eine arbeitgeber- oder eine arbeitnehmerfinanzierte Zusage handelt", definiert Robert Schwarz die Rechtsgrundlagen im Buch "Praxisleitfaden betriebliche Altersvorsorge".

Finanzierungsalternativen der Altersversorgung

Dabei stehen den Unternehmen laut Schwarz grundsätzlich drei Finanzierungsalternativen zur Verfügung:

Finanzierungsform

Gestaltung

Arbeitgeberfinanziert


Arbeitgeberfinanziert bedeutet, wenn die Versorgung zusätzlich zum bereits vereinbarten Entgelt geleistet wird (Arbeitgeberbeitrag) und der Arbeitgeber die Beiträge wirtschaftlich allein trägt.

Arbeitnehmerfinanziert

Arbeitnehmerfinanziert heißt, wenn der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Gehaltes verzichtet (Arbeitnehmerbeitrag) und hieraus eine Versorgungszusage finanziert wird. Bei der so genannten Entgeltumwandlung trägt der Arbeitnehmer die Beiträge wirtschaftlich allein.

Mischfinanzierung


In der Praxis ist häufig eine Mischform aus beiden Finanzierungsformen anzutreffen. Dabei gibt der Arbeitgeber beispielsweise seine Sozialversicherungsersparnis an den Arbeitnehmer weiter und gewährt in dieser Höhe einen zusätzlichen Beitrag, wenn dieser sich zu einer Entgeltumwandlung entschließt. Der Arbeitgeberzuschuss ist in den meisten Fällen ab 2019 beziehungsweise 2022 obligatorisch, soweit auf Arbeitgeberseite Beiträge zur Sozialversicherung eingespart werden. Liegt eine solche Mischfinanzierung vor, ist die Rechtslage für die einzelnen Teile jeweils getrennt zu beurteilen. In der Folge kann es dazu kommen, dass für ein und denselben Vertrag unterschiedliches Recht anzuwenden ist.

Quelle: "Praxisleitfaden betriebliche Altersvorsorge", 2019, Seite 1 f.

Bei den insgesamt fünf Durchführungswegen wird zwischen den versicherungsförmigen und den nicht-versicherungsförmigen Alternativen unterschieden: 

Von versicherungsförmig spricht man deshalb, weil hier bereits von Beginn an biometrische Risiken der Versorgungsberechtigten abgedeckt werden. Hierzu zählen die Direktversicherung, die Pensionskasse und der Pensionsfonds. Zu den nicht-versicherungsförmigen Durchführungswegen gehören die Direktzusage (Pensionszusage) und die Unterstützungskasse", erklärt der Springer-Autor auf Seite 33.

Abwägung der Folgen einzelner Durchführungswege

Diese Durchführungswege haben unterschiedliche rechtliche, steuerliche und bilanzielle Konsequenzen und bergen auch im Hinblick auf Umfang und Laufzeiten Risiken für die Unternehmen. Dennoch kommt laut Schwarz durch den Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung kein Unternehmen um den Aufbau einer eigenen Versorgungsordnung herum. Und sei es nur in der kleinsten denkbaren Form – durch die Beauftragung eines Vermittlers mit der Beratung und dem Abschluss von Direktversicherungen für die Mitarbeiter, die dies wünschen. 

"Auch dies ist jedoch rechtlich nicht ganz unproblematisch. Daher sind Unternehmer gut beraten, sich rechtzeitig Gedanken über die konkrete Ausgestaltung zu machen, um nicht in die ein oder andere rechtliche Falle zu tappen", so der Autor.

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