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Über dieses Buch

Der länderübergreifende Erfolg rechtspopulistischer Parteien stellt eine besorgniserregende Entwicklung in demokratischen Wohlfahrtsstaaten dar. Max Makovec entwickelt einen diskursanalytischen Zugang zum Thema Rechtsextremismus/-populismus, um am Beispiel dreier rechter deutscher Parteien in unterschiedlichen zeitlichen Epochen Wissensbestände und Deutungsschemata von und über rechte Akteure zu untersuchen. Er rekonstruiert, wie rechte Inhalte an Legitimität gewinnen und so die humanistische Demokratie gefährden können. Eine zu stark auf Konsens ausgelegte parlamentarische Demokratie führt so paradoxerweise zum erneuten Aufblühen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die von rechten Parteien als anti-elitäre, rationale und deswegen freiheitliche Ideologie verkauft wird. Dieser Gefahr kann weniger durch ein Zusammenrücken der anderen Parteien als vielmehr durch klare inhaltliche Positionierungen und zivilisierten Dissens wirksam entgegengesteuert werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Die Untersuchung des Diskurses um den Rechtsextremismus

Zusammenfassung
Eine wissenschaftliche Studie über die Gegenstandsbereiche Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zu konzipieren, kann zu sehr unterschiedlichen Erwartungshaltungen führen. Auf der einen Seite drängt sich die Notwendigkeit einer solchen Untersuchung wegen der Allgegenwärtigkeit des Themas und dessen massiver politischer Relevanz geradezu auf. Legitimierungspotential ist also genug vorhanden, um sich dem Forschungsgebiet wissenschaftlich (in diesem spezifischen Fall: soziologisch) anzunähern.
Max Makovec

Kapitel 2. Eine kritische Bestandsaufnahme der Forschung

Zusammenfassung
Dieses Kapitel liefert einen kategorisierenden Überblick des Forschungsstandes zum Rechtsextremismus. Abhandlungen, die sich primär und dezidiert der Literaturlage widmen, sind eher selten – die wohl wichtigsten Untersuchungen hierzu finden sich bei Backes/Jesse (grundlegend z.B. 1989). Beispielsweise gilt der komplette erste Band ihres Standardwerkes „Politischer Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland“ einem intensiven Blick auf die Literatur.
Max Makovec

Kapitel 3. Der konstruktivistische Blick auf den Rechtsextremismus

Zusammenfassung
Die hier zu entwickelnde Herangehensweise dient nicht dazu, den Rechtsextremismus in seiner materiellen oder ideologischen Ausgestaltung zu analysieren. Natürlich soll keineswegs geleugnet werden, dass es den Rechtsextremismus als soziales Phänomen tatsächlich gibt, noch soll die Aufgabe einer Analyse der Erscheinungsformen als unnötig oder überholt abgetan werden. Der Rechtsextremismus wird unter konstruktivistischer Perspektive schlichtweg nicht als ontischer gesellschaftlicher Gegenstand begriffen, sondern als Inhalt und Abgrenzungskriterium eines diskursiven Feldes, als gesellschaftlich virulentes Deutungsmuster, das hinsichtlich seiner Merkmale und seiner Funktionsweise untersucht wird.
Max Makovec

Kapitel 4. Die Analyse des Diskurses um den Rechtsextremismus

Zusammenfassung
Nachdem in Kap. I vermittels eines Blickes auf den Literaturstand zur Rechtsextremismusforschung eine Kontrastierung vom substantialistischen Vorgehen geleistet wurde und sich Kap. II mit der eigenen konstruktivistisch geprägten Herangehensweise befasst hat, widmet sich Kap. III nun der Empirie. Es gilt, Rechtsextremismus aus diskursanalytischer Perspektive zu untersuchen und dadurch zu ergründen, wie dieser Gegenstand in einem gesellschaftlichen Diskurs konstruiert, aufrechterhalten und modifiziert wird. Mithilfe eines zeitlichen Vergleiches dreier exemplarischer Fälle soll vor allem ein diagnostischer Blick auf unsere derzeitige Gesellschaft geworfen werden.
Max Makovec

Kapitel 5. Der diskursive Umgang mit rechten Parteien

Zusammenfassung
Die diskursanalytische Untersuchung des Rechtsextremismus hat die Beobachtung sozialer Konstruktionsleistungen ermöglicht. Die politische Rechte genießt in diesem Sinne nicht den Stellenwert eines stabilen, zeit- und kontextunabhängigen Gegenstands, dessen Substanz man durch geeignete Methoden ergründen könnte. Vielmehr geht es um die Frage, wie das Phänomen im Gesamtkontext eines Diskurses überhaupt entsteht, wie es sich stabilisiert oder im Gegenteil in seiner Existenz gefährdet wird, wie es mit Inhalten aufgeladen und in Verbindung gebracht wird, kurz: welche sozialen Ordnungsmuster, welche Deutungsstrukturen durch die Aushandlungsprozesse um den Rechtsextremismus etabliert werden.
Max Makovec

Backmatter

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