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Über dieses Buch

Der vorliegende Herausgeberband widmet sich der Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Neben der Bedeutung von Anerkennung im gesellschaftlichen Kontext werden auf struktureller Ebene Rechtsgrundlagen und die Anerkennungsberatung vorgestellt. Anhand realer Anerkennungsbescheide erfolgt eine explorative Analyse von Struktureffekten durch das Anerkennungsgesetz, der sprachlichen Verständlichkeit und inhaltlichen Verwertbarkeit der Bescheide. Ergänzend werden Arbeitsmarktchancen und Einflussfaktoren der Integration von Migrant/innen eruiert. Einen Blick in die Praxis liefern Einschätzungen von Beratern zum Anerkennungsgesetz und Fallbeispiele aus der Anerkennungsberatung.
Der Herausgeberband stellt die Forschungsergebnisse des Teilvorhabens „Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen“ der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) dar. Die HdBA ist im Verbund mit der Fachhochschule der Diakonie (FHdD) Projektnehmerin im Rahmen der vom BMBF geförderten Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung – offene Hochschulen“. Bund und Länder wollen mit der im Jahr 2011 ausgeschriebenen Initiative die Bildungschancen aller Bürgerinnen und Bürger steigern.
Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert. Der Europäische Sozialfonds ist das zentrale arbeitsmarktpolitische Förderinstrument der Europäischen Union. Er leistet einen Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigung durch Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, des Unternehmergeistes, der Anpassungsfähigkeit sowie der Chancengleichheit und der Investition in die Humanressourcen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Die Bedeutung von Anerkennung in der Gesellschaft

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Kapitel 1. Bedeutung von Anerkennung in der Gesellschaft

Im Rahmen dieses Herausgeberbandes wird die Begrifflichkeit „Anerkennung“ häufig in verschiedensten Verbindungen wie beispielsweise „Anerkennungsverfahren“, „Anerkennungsgesetz“, „berufliche Anerkennung“ usw. genannt werden. Dabei wird der Begriff der Anerkennung in den Wissenschaftsdisziplinen Philosophie und Psychologie sowie im politischen und gesellschaftlichen Kontext ungleich gedeutet (vgl. Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit [ZAV], 2011, S. 4). Eine allgemeingültige Definition existiert somit nicht (vgl. Bollweg, 2012). Daher ist die schwierige Frage zu klären, was vorliegend unter Anerkennung verstanden werden soll. Hierzu wird zunächst versucht, durch terminologische Überlegungen den Begriff der Anerkennung zu präzisieren.
Martin Peuckert

Anerkennungsgesetz und Anerkennungsverfahren

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Kapitel 2. Rechtlicher Rahmen der Anerkennung

Am 1. April 2012 ist das Gesetz zur Feststellung und Anerkennung der im Ausland erworbener Berufsqualifikationen in Kraft getreten. Gegenstand dieses Anerkennungsgesetzes sind Regelungen zur Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Ausbildungsnachweise mit Inländischen.
Yasemin Körtek

Kapitel 3. Stand und Perspektiven der Anerkennungsberatung zu ausländischen Berufsabschlüssen

Der demographische Wandel hat Auswirkungen auf die Erwerbsbevölkerung und damit auch auf den deutschen Arbeitsmarkt: Das inländische Erwerbspersonenpotenzial schrumpft tendenziell, was in einigen Berufen, Branchen und Regionen bereits jetzt zu Fachkräfteengpässen führt. Eine Möglichkeit, um dem entgegen zu wirken, besteht in der besseren Ausschöpfung des Potenzials der bisher vielfach ungenutzten Berufsqualifikationen aus dem Ausland, die bereits in Deutschland lebende Menschen mit Migrationshintergrund besitzen (vgl. Fohrbeck, 2012, S. 6f.). Diese Personen sind häufig nicht oder nicht qualifikationsadäquat in den deutschen Arbeitsmarkt integriert, sie sind überdurchschnittlich oft arbeitslos und haben allgemein ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko (vgl. Statistisches Bundesamt, 2013).
Ottmar Döring, Sara Hauck, Jana Hoffmann

Kapitel 4. Informell und non-formal erworbene Kompetenzen anerkennen: Das BQFG als Ansatzpunkt

Mit April 2012 ist das Bundesqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG), oder auch Anerkennungsgesetz genannt, in Kraft getreten. Das BQFG markiert einen Meilenstein und Wendepunkt in der Debatte um die Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Erstmals besteht ein grundsätzlicher Rechtsanspruch auf ein Prüfungsverfahren, inwieweit ein ausländischer Bildungsabschluss in Deutschland vollständig oder in Teilen anerkannt werden kann. Ein großer Schritt in die richtige Richtung, wenngleich das BQFG keinen Anspruch auf Anerkennung, sondern lediglich auf ein Prüfungsverfahren zu einer möglichen Anerkennung regelt.
Julia Behrens

Anerkennungsbescheide

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Kapitel 5. Strukturelle und inhaltliche Veränderungen von Anerkennungsbescheiden vor und nach Inkrafttreten des BQFG: Eine explorative Analyse am Beispiel der Berufe des Erziehers sowie des Gesundheits- und Krankenpflegers

In den vergangenen Jahren ist eine Zunahme der Mobilität und Wanderungsbewegungen der Arbeitskräfte festzustellen. Der OECD Migrationsbericht aus dem Jahr 2012 verzeichnet einen Anstieg der Immigrationszahlen in den meisten OECD-Ländern. Dieser war in Österreich und Deutschland mit 15 respektive 21 Prozent zwischen Januar und Juni 2011 am höchsten (vgl. OECD, 2012, S. 44 ff.). Auch das aktuelle Wanderungsmonitoring des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zeigt für die letzten Jahre einen deutlichen Anstieg des Wanderungssaldos in Deutschland von 180.798 Personen im Jahr 2010 auf 517.660 im Jahr 2013 (BAMF, 2014, S. 5).
Lucia Mihali, Eva M. Müller, Türkan Ayan

Kapitel 6. Sprachliche Verständlichkeit von Anerkennungsbescheiden

Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise und eines liberalen Einwanderungsgesetzes kann für das Jahr 2013 ein Wanderungsüberschuss von 437.000 Personen festgestellt werden – der höchste Wert seit 1993. Insgesamt sind im Jahr 2013 727.000 Ausländerinnen und Ausländer nach Deutschland eingewandert (vgl. Statistisches Bundesamt, 2014). Jeder fünfte Bürger in Deutschland besitzt einen Migrationshintergrund, zwei Drittel von ihnen (13,3% der Gesamtbevölkerung Deutschlands) eine eigene Migrationsgeschichte (Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, 2014, S. 29).
Eva M. Müller, Türkan Ayan, Lucia Mihali, Bernd Hammann

Kapitel 7. Inhaltliche Verwertbarkeit von Anerkennungsbescheiden für Antragsteller und weitere interessierte Akteure: Eine explorative Analyse am Beispiel der Berufe des Erziehers sowie des Gesundheits- und Krankenpflegers

Die Relevanz der Anerkennung ausländischer Abschlüsse für die Integration von Migranten und für die Attraktivität Deutschlands auf dem globalen Arbeitsmarkt ist mit Inkrafttreten des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (BQFG) im April 2012 immer stärker in den Fokus der politischen und öffentlichen Debatte gerückt.
Lucia Mihali, Türkan Ayan

Erfahrungen aus der Praxis

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Kapitel 8. Das Anerkennungsgesetz – Erfahrungen und Einschätzungen von Beratern

In den letzten 20 Jahren ist die Arbeitslosenquote der Ausländer unverändert hoch geblieben – und zwar mehr als doppelt so hoch wie die der einheimischen Bevölkerung (Bundesagentur für Arbeit, 2015, S. 34). Unter den Erwerbslosen befinden sich jedoch nicht nur Geringqualifizierte, sondern auch bemerkenswert viele hochqualifizierte Bildungsausländer. Obgleich viele der Zuwanderer über eine gute berufliche Qualifizierung verfügen oder einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss vorweisen können (vgl. Meier-Braun, 2013, S. 15, Baas & Brücker, 2011, S. 5; Baas, 2010, S. 14), sind sie im Vergleich zu den Bildungsinländern weitaus häufiger in Tätigkeiten unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt (vgl. Nohl, Ofner & Thomsen, 2010, S. 68).
Eva M. Müller, Türkan Ayan

Kapitel 9. Arbeitsmarktchancen in Abhängigkeit von Anerkennungsstatus von im Ausland erworbenen Qualifikationen: Eine Analyse am Beispiel des Sozial- und Gesundheitssektors

In ihrem Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland stellte die Bundesregierung 2012 u. a. fest, dass die Arbeitslosenzahlen von Ausländern in den letzten 20 Jahren unverändert hoch geblieben sind – und zwar doppelt so hoch wie die der einheimischen Bevölkerung (Bundesagentur für Arbeit, 2015, S. 34). Von diesem erhöhten Arbeitslosigkeitsrisiko sind jedoch nicht nur geringqualifizierte Migrantinnen und Migranten betroffen. Bemerkenswert viele hochqualifizierte Bildungsausländerinnen und -ausländer sind erwerbslos oder stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Deren Quote lag im Jahr 2009 bei rund 30%, unter Frauen sogar bei knapp 40% (Jungwirth, 2012, S. 10 ff.).
Eva M. Müller, Türkan Ayan

Kapitel 10. Ausgewählte Einflussfaktoren der Integration: Wanderungsmotiv, Netzwerke, Sprache

Es ist seit längerem bekannt, dass vor allem im Sozial- und Gesundheitswesen der Bedarf an qualifizierten Beschäftigten nicht mit den vorhandenen inländischen Ressourcen gedeckt werden kann (vgl. Bundesagentur für Arbeit, 2011; Afentakis & Maier, 2010; Kolodziej, 2012). Um diesem Fachkräftebedarf auch in Zukunft gerecht werden zu können, ist folglich neben der Förderung des inländischen Potenzials eine Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland notwendig (vgl. Bundesregierung, 2011, S. 115 f.; Brücker, 2010, S. 4; Kolodziej, 2012, S. 17). Mit Inkrafttreten des „Gesetzes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“, kurz Anerkennungsgesetzt, zum 1. April 2012, wurden „die Verfahren zur Bewertung ausländischer Berufsqualifikationen im Zuständigkeitsbereich des Bundes vereinfacht, vereinheitlicht und für bisher nicht anspruchsberechtigte Zielgruppen geöffnet“ (Bundesinstitut für Berufsbildung [BiBB], 2014; vgl. auch Körtek, 2015, Beitrag in diesem Band) Obgleich sich die Akteure einig darin sind, dass die wichtigste Maßnahme für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration in der Anerkennung der im Ausland erworbenen Qualifikationen liegt (vgl. Müller & Ayan, 2015a Beitrag in diesem Band; Brussig, Mill & Zink, 2013, S. 10; Englmann & Müller-Wacker, 2010), gibt es auch Faktoren seitens der Migranten selbst, die eine Integration erleichtern oder erschweren können.
Eva M. Müller, Türkan Ayan

Kapitel 11. Berufsorientierte Integrationsberatung für Erwachsene mit Zuwanderungsgeschichte am Beispiel der AWO Düsseldorf

Das hier vorgestellte Praxisprojekt Berufsintegrierte Integrationsberatung (BIB) wurde im Jahr 2009 von der AWO Düsseldorf initiiert und durch die Stadt Düsseldorf mit einer Laufzeit von zunächst drei Jahren gefördert. Die Laufzeit ist inzwischen zwei Mal, zuletzt bis 2018, verlängert worden. Ausgangspunkt des Projektes war der von der AWO Düsseldorf festgestellte Handlungsbedarf zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.
Cornelia Jacobi, Lucia Mihali

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