Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Kapitel dieses Buchs durch Wischen aufrufen

2022 | OriginalPaper | Buchkapitel

4. Angewandte Linguistik: Kommunikative (Fehl-)Leistungen – (In-)Transparenz in Wissenschaft und Politik

verfasst von: Sina Lautenschläger, Lisa Rhein

Erschienen in: Corona und die anderen Wissenschaften

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

share
TEILEN

Zusammenfassung

Für das Jahr 2020 lässt sich feststellen, dass das Vertrauen in die (Natur-)Wissenschaft alles in allem gewachsen ist. Dies lässt sich als Konsequenz einer guten Wissenschaftskommunikation von Expert*innen begreifen – und das, obwohl (oder weil?) Unsicherheiten offen dargelegt wurden. Für die politische Kommunikation gilt dieser Positivbefund jedoch nur eingeschränkt. Daher wird aus linguistischer Perspektive der Frage nachgegangen, was zu dieser Positivbewertung der Kommunikation der Wissenschaftler*innen geführt hat und ob bzw. mit welchen Modifikationen sie – stets die Prämisse‚ Wissenschaft berät – Politik entscheidet‘ bedenkend – auf Politiker*innen übertragbar ist.
Fußnoten
1
Zur Problematik der Wissenschaftskommunikation in der Öffentlichkeit siehe z. B. den interdisziplinären DFG-geförderten SPP 1409: Wissenschaft und Öffentlichkeit: Das Verständnis fragiler und konfligierender wissenschaftlicher Evidenz und die in diesem Rahmen entstandenen Publikationen.
 
2
Dies ist der (Teil-)Titel des seit 11/2020 von der Klaus Tschira Stiftung geförderten Forschungsprojektes, geleitet von Kersten Sven Roth (OvGU Magdeburg) und Nina Janich (TU Darmstadt), dem sich auch dieser Beitrag verdankt (vgl. https://​www.​klaus-tschira-stiftung.​de/​zwischen-elfenbeinturm-und-rauer-see/​).
 
3
Im gesamten Forschungsprojekt liegt der primäre Fokus in Bezug auf die Datenerhebung und Analyse auf acht Wissenschaftler*innen: Marylyn Addo, Melanie Brinkmann, Sandra Ciesek, Christian Drosten, Alexander Kekulé, Karl Lauterbach, Michael Meyer-Hermann und Lothar H. Wieler. Ausgehend von der personenbezogenen Eingrenzung sind die vorgestellten acht Interviews das Ergebnis einer Vollerhebung.
 
4
Eine Software der dr.dresing & pehl GmbH, https://​www.​audiotranskripti​on.​de/​f4x/​.
 
5
Das dem gesamten Forschungsprojekt zugrunde liegende Zeitungskorpus umfasst insgesamt einen Zeitraum ab Februar 2020 bis April 2021. Dabei wurden sowohl online veröffentlichte Artikel aus überregionalen Zeitungen (Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt, die tageszeitung, Spiegel, BILD) als auch aus regionalen Zeitungen, die mittels LexisNexis verfügbar sind, gesammelt. Aus forschungspraktischen Gründen kann hier nur eine kleine Auswahl aus der Datenmasse berücksichtigt werden: Beschränkt wurde die Analyse auf 15 Artikel pro Wissenschaftler*in, die im zeitlichen Umfeld der genannten Interviews publiziert wurden und explizite Wertungen enthalten.
 
6
Weitere Strategien, die in Fachdiskussionen zum Einsatz kommen, wurden von Konzett (2012) und Rhein (2015) empirisch nachgewiesen.
 
7
Eine genaue Differenzierung der Begriffe kann hier nicht geleistet werden (vgl. dazu z. B. Kuhnhenn 2014; Ehmke 2019; Reinmuth 2006).
 
8
Es herrscht in der Wissenschaft aktuell noch weitgehend Einigkeit darüber, dass „scientists should communicate research findings to the general public only after they have been published in a scientific journal“ (Peters 2013, S. 14103).
 
9
Einen linguistisch vielseitigen Zugriff auf den Corona-Diskurs bietet das aptum-Themenheft Corona. Essayistische Notizen zum Diskurs (Roth und Wengeler 2020).
 
Literatur
Zurück zum Zitat Bender M, Janich N (2020) Empathie in der Wissenschaftskommunikation. Eine Forschungsskizze. In: Jacob K, Konerding K-P, Liebert W-A (Hrsg) Sprache und Empathie. Beiträge zur Grundlegung eines linguistischen Forschungsprogramms. de Gruyter, Berlin/Boston, S 419–443. https://​doi.​org/​10.​1515/​9783110679618-014. Zugegriffen am 23.04.2021 Bender M, Janich N (2020) Empathie in der Wissenschaftskommunikation. Eine Forschungsskizze. In: Jacob K, Konerding K-P, Liebert W-A (Hrsg) Sprache und Empathie. Beiträge zur Grundlegung eines linguistischen Forschungsprogramms. de Gruyter, Berlin/Boston, S 419–443. https://​doi.​org/​10.​1515/​9783110679618-014. Zugegriffen am 23.04.2021
Zurück zum Zitat Bentele G, Fähnrich B (2010) Personalisierung als sozialer Mechanismus in Medien und gesellschaftlichen Organisationen. In: Mark Eisenegger M, Wehmeier S (Hrsg) Personalisierung der Organisationskommunikation. Theoretische Zugänge, Empirie und Praxis. VS Verlag, Wiesbaden, S 51–75. https://​doi.​org/​10.​1007/​978-3-531-91904-1. Zugegriffen am 23.04.2021 Bentele G, Fähnrich B (2010) Personalisierung als sozialer Mechanismus in Medien und gesellschaftlichen Organisationen. In: Mark Eisenegger M, Wehmeier S (Hrsg) Personalisierung der Organisationskommunikation. Theoretische Zugänge, Empirie und Praxis. VS Verlag, Wiesbaden, S 51–75. https://​doi.​org/​10.​1007/​978-3-531-91904-1. Zugegriffen am 23.04.2021
Zurück zum Zitat Bromme R (2020) Informiertes Vertrauen: Eine psychologische Perspektive auf Vertrauen in Wissenschaft. In: Jungert M, Frewer A, Mayr E (Hrsg) Wissenschaftsreflexion. Interdisziplinäre Perspektiven zwischen Philosophie und Praxis. Brill/Mentis, Paderborn, S 105–134. https://​doi.​org/​10.​30965/​9783957437372_​006. Zugegriffen am 23.04.2021 Bromme R (2020) Informiertes Vertrauen: Eine psychologische Perspektive auf Vertrauen in Wissenschaft. In: Jungert M, Frewer A, Mayr E (Hrsg) Wissenschaftsreflexion. Interdisziplinäre Perspektiven zwischen Philosophie und Praxis. Brill/Mentis, Paderborn, S 105–134. https://​doi.​org/​10.​30965/​9783957437372_​006. Zugegriffen am 23.04.2021
Zurück zum Zitat Ehmke E (2019) Kommunikation und Vertrauen in betrieblichen Krisensituationen. Eine linguistische Analyse am Beispiel der Bankenkrise. Springer, Wiesbaden CrossRef Ehmke E (2019) Kommunikation und Vertrauen in betrieblichen Krisensituationen. Eine linguistische Analyse am Beispiel der Bankenkrise. Springer, Wiesbaden CrossRef
Zurück zum Zitat Gardt A (2012a) Textsemantik. Methoden der Bedeutungserschließung. In: Bär JA, Müller M (Hrsg) Geschichte der Sprache und Sprache der Geschichte. Probleme und Perspektiven der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen. Akademie, Berlin, S 60–81. https://​doi.​org/​10.​1515/​9783050058245. Zugegriffen am 23.04.2021 Gardt A (2012a) Textsemantik. Methoden der Bedeutungserschließung. In: Bär JA, Müller M (Hrsg) Geschichte der Sprache und Sprache der Geschichte. Probleme und Perspektiven der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen. Akademie, Berlin, S 60–81. https://​doi.​org/​10.​1515/​9783050058245. Zugegriffen am 23.04.2021
Zurück zum Zitat Grice PH (1975) Logic and conversation. In: Cole P, Morgan JL (Hrsg) Syntax and semantics 3: speech acts. Academic Press, San Diego, S 41–58 Grice PH (1975) Logic and conversation. In: Cole P, Morgan JL (Hrsg) Syntax and semantics 3: speech acts. Academic Press, San Diego, S 41–58
Zurück zum Zitat Klein J (2001) Gespräche in politischen Institutionen. In: Brinker K, Antos G, Heinemann W, Sager SF (Hrsg) Text- und Gesprächslinguistik. 2. Halbband: Gesprächslinguistik. Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (= HSK 16.2). de Gruyter, Berlin/New York, S 1589–1606. https://​doi.​org/​10.​1515/​9783110169188.​2. Zugegriffen am 23.04.2021 Klein J (2001) Gespräche in politischen Institutionen. In: Brinker K, Antos G, Heinemann W, Sager SF (Hrsg) Text- und Gesprächslinguistik. 2. Halbband: Gesprächslinguistik. Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (= HSK 16.2). de Gruyter, Berlin/New York, S 1589–1606. https://​doi.​org/​10.​1515/​9783110169188.​2. Zugegriffen am 23.04.2021
Zurück zum Zitat Klemm M (2016) Die multimodale (De-)Konstruktion des Experten. Betrachtungen am Beispiel des Klimawandel-Diskurses im Fernsehen. In: Groß A, Harren I (Hrsg) Wissen in institutioneller Interaktion. Peter Lang, Frankfurt am Main, S 177–205. https://​doi.​org/​10.​3726/​978-3-653-04973-2. Zugegriffen am 23.04.2021 Klemm M (2016) Die multimodale (De-)Konstruktion des Experten. Betrachtungen am Beispiel des Klimawandel-Diskurses im Fernsehen. In: Groß A, Harren I (Hrsg) Wissen in institutioneller Interaktion. Peter Lang, Frankfurt am Main, S 177–205. https://​doi.​org/​10.​3726/​978-3-653-04973-2. Zugegriffen am 23.04.2021
Zurück zum Zitat Kölner Stadtanzeiger (2020) Die Stunde der Forscher (09.04.2020). Letzter Zugriff über Lexis Nexis: 23.04.2021 Kölner Stadtanzeiger (2020) Die Stunde der Forscher (09.04.2020). Letzter Zugriff über Lexis Nexis: 23.04.2021
Zurück zum Zitat Kuhnhenn M (2014) Glaubwürdigkeit in der politischen Kommunikation. Gesprächsstile und ihre Rezeption. UVK, Konstanz/München Kuhnhenn M (2014) Glaubwürdigkeit in der politischen Kommunikation. Gesprächsstile und ihre Rezeption. UVK, Konstanz/München
Zurück zum Zitat Lautenschläger S, Rhein L (2022) Der geordnete Rückzug. Sprachliche Grenzziehungen von Virolog*innen in Polit-Talkshows. In: Zeitschrift für Angewandte Linguistik (ZfAL), Vol. 2022, no. 76, S. 64-92. Lautenschläger S, Rhein L (2022) Der geordnete Rückzug. Sprachliche Grenzziehungen von Virolog*innen in Polit-Talkshows. In: Zeitschrift für Angewandte Linguistik (ZfAL), Vol. 2022, no. 76, S. 64-92.
Zurück zum Zitat Luhmann N (2015) Vertrauen, 5. Aufl. UVK, Konstanz/München Luhmann N (2015) Vertrauen, 5. Aufl. UVK, Konstanz/München
Zurück zum Zitat Stuttgarter Zeitung (2020) Corona-Experten im Vergleich (08.04.2020). Letzter Zugriff über Lexis Nexis: 23.04.2021 Stuttgarter Zeitung (2020) Corona-Experten im Vergleich (08.04.2020). Letzter Zugriff über Lexis Nexis: 23.04.2021
Metadaten
Titel
Angewandte Linguistik: Kommunikative (Fehl-)Leistungen – (In-)Transparenz in Wissenschaft und Politik
verfasst von
Sina Lautenschläger
Lisa Rhein
Copyright-Jahr
2022
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-36903-3_4

Premium Partner