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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

A. Begriffsbestimmung

Zusammenfassung
Die Begriffe, die in diesem Buch verwendet werden, finden sich in vielen Veröffentlichungen und seit geraumer Zeit auch immer mehr im fachlichen und allgemeinen Sprachgebrauch — ohne allerdings einigermaßen definiert und zueinander in Bezug gesetzt zu werden.
Tom Sommerlatte

B. Systemisch denken, handeln und gestalten — der gemeinsame Nenner einer situationsgerechten Universalität

Zusammenfassung
Angewandte Systemforschung? Diese Titulierung wirft sofort eine ganze Reihe von Fragen auf:
  • Gibt es überhaupt so etwas wie eine eigenständige Systemforschung und wo wird sie betrieben?
  • Worum geht es, was wird erforscht?
  • Welches sind die Gebiete und Themen grundlagenorientierter Systemforschung?
  • In welchen Anwendungsfeldern kann Systemforschung zu neuen, wichtigen Ergebnissen führen?
Tom Sommerlatte

Die Omnipotenz der Systeme

Frontmatter

1.1. Genesis

Zusammenfassung
Die neuere Systemwissenschaft entstand aus Versuchen, die Beschränkungen des Atomismus, Mechanismus und jeder Art von scientivischer Reduktion durch die Rehabilitierung holistischer und vitalistischer Ansätze zu überwinden, Ansätze, die durch die erfolgreiche Entwicklung der Naturwissenschaften des 19. Jahrhunderts verdrängt worden waren. Ihre Wiederbelebung begann innerhalb der Biologie, und der Vater der modernen Systemtheorie, der Biologe Ludwig von Bertalanffy, verschweigt nicht deren Tradition: „Als ‘Naturphilosophie’ können wir sie zurückverfolgen zu Leibniz, zu Nikolaus Cusanus mit seiner coincidentia oppositorum; zur mystischen Medizin von Paracelsus; zu Vicos und lbn Chalduns Vision der Geschichte als einer Folge kultureller Entitäten oder ‘Systemen’; zur Dialektik von Marx und Hegel (Bertalanffy, General System Theory, Foundations, Development, Applications; 1951)“.
Helmut Krauch, H. Michael Mirow, H. Helmut Willke

1.2. Konkurrierende Ansätze der Systemforschung

Zusammenfassung
Die Idee einer Allgemeinen Systemtheorie als einer Einheitswissenschaft muss als gescheitert oder zumindest vertagt angesehen werden. Das, was nach Darstellung verschiedener Autoren den Systems Approach (Mattessich, 1982, Seiten 383 bis 394; Ackoff, 1971, Seiten 661 bis 671; Churchman, 1968) oder das Systems Movement (Checkland, 1981) bildet, ist in vielerlei Einzelfacetten, unterschiedliche und divergierende Entwicklungspfade zerfallen, und es lässt sich kaum mehr eine Einheit ausmachen, die über ein triviales „sie alle verwenden den Systembegriff“ hinausgeht. Dieser Begriff ist alles andere als klar definiert und wurde mitunter gar als weiterer Universalbegriff neben Materie und Energie (und vielleicht Information) gestellt. Es haben sich aber eine Reihe von Spielarten herausgebildet, deren Eigenheiten im folgenden beschrieben und in ihrer Leistungsfähigkeit für Problemlösungen beurteilt werden sollen. Dabei steht der Gesichtspunkt, angemessene Beiträge für spezifische Problemlösungen im Rahmen einer angewandten Systemforschung bereitzustellen, an oberster Stelle.
Karl-Heinz Simon

1.3. Handeln in komplexen Zusammenhängen

Zusammenfassung
Komplexe Handlungs- und Problemräume stellen erhebliche Anforderungen an die Problemlösefähigkeit der Menschen, weil sie durch eine hohe Anzahl von linearen oder auch nichtlinearen Wechselbeziehungen zwischen ihren Komponenten gekennzeichnet sind, für deren genaue Beschreibung oftmals das notwendige Wissen fehlt und die in ihrer Entwicklung nur in Grenzen prognostizierbar sind. Punktuelle Eingriffe an einem Ort führen nicht selten zu überraschenden und zeitverzögerten Effekten an weit entfernten Orten. Geringfügige Veränderungen einer Zustandsgröße können gravierende und irreversible Veränderungen auslösen, die nur mit hoher Unsicherheit vorhergesagt werden können. Häufig existiert auch keine „optimale“ Lösung eines komplexen Problems, vielmehr konkurrieren unterschiedliche Lösungsentwürfe miteinander um ihre individuelle oder gesellschaftliche Akzeptanz. Wegen der starken Eigendynamik komplexer Handlungsräume ändern sich auch ständig die Rahmenbedingungen für Planungen und Entscheidungen, so dass ein hohes Maß an Flexibilität und Unsicherheits-Toleranz gefordert ist.
Ernst-Dieter Lantermann

1.4. Moderne Systemkonzepte in den Wirtschaftswissenschaften

Zusammenfassung
Welche Bedeutung hat die moderne Systemtheorie für die Wirtschaftswissenschaften, kann eine hochgradig paradigmatisch orientierte und um einen einheitlichen Wissenskanon bemühte Fachwissenschaft von einem Ansatz profitieren, der auf den ersten Blick keiner speziellen Fachwissenschaft zugeordnet werden kann? Welchen Anlass sollte eine ob ihrer methodologisch-konzeptionellen Durchgestaltung einmalige Sozialwissenschaft haben, sich einer systemtheoretischen Herausforderung zu stellen?
Frank Beckenbach

1.5. Gestaltung von Mensch-Maschine-Systemen

Zusammenfassung
Die Benutzung automatisierter Systeme hat heute nahezu alle Arbeits- und Lebensbereiche durchdrungen. Diese Systeme besitzen eine hohe Komplexität, d.h. im Wesentlichen, dass ihre zahlreichen Systemkomponenten hochgradig vernetzt sind und das Systemverhalten dynamisch und für den Nutzer teilweise nicht transparent ist. Dabei weisen die modernen Maschinen- und Prozesssteuerungen, begründet in der Leistungsvielfalt entsprechender Hard- und Software, bereits heute eine außerordentliche und in den nächsten Jahren wohl weiter steigende Funktionalität auf. Mit der steigenden Funktionalität wächst wiederum die Komplexität der Bedieneinheiten, die für eine effiziente und effektive Kopplung zwischen technischem System und Arbeitspersonen in der Arbeitstätigkeit eingesetzt werden.
Katharina Seifert, Siegmund Pastoor, Klaus-Peter Timpe

1.6. Chancen einer interdisziplinären Systemforschung

Zusammenfassung
In nahezu allen praktischen Gestaltungs- und Entwicklungssituationen, in denen es um ein „System“ geht, entstehen Misserfolge und Pannen aus der zu engen Sicht des Systems.
Tom Sommerlatte

Systemansätze in ausgewählten Anwendungsgebieten

Frontmatter

2.1. Das Innovationssystem der Überlebensfähigkeit

Zusammenfassung
Dass die Innovationsfähigkeit von Unternehmen und Wirtschaftsräumen einer der entscheidenden Faktoren für deren erfolgreiche Entwicklung ist, wurde durch viele Analysen und Beobachtungen belegt.
Tom Sommerlatte

2.2. e-Transformation — die Vernetzung der Organisation

Zusammenfassung
Die schnelle Entwicklung und Verbreitung des weltweiten Internet-Systems verändert die unternehmensinternen und -externen Möglichkeiten des Informationsmanagements und der Kommunikation grundlegend und löst dadurch eine Veränderungsdynamik des organisatorischen und sozialen Systems der Unternehmen aus.
Tom Sommerlatte

2.3. Mobiles Internet — ein System aus Netz, Diensten und Inhalten

Zusammenfassung
Der öffentliche Mobilfunk begann in Deutschland in der Zeit von 1958 bis 1977 mit dem A-Netz, das 1972 bis 1994 durch das B-Netz ergänzt wurde. Obwohl es sich um öffentliche Systeme handelte, betrug die maximale Kundenanzahl wenige 10.000 Teilnehmer. Ab 1986 wurde das C-Netz aufgebaut. Es hatte eine maximale Kapazität von ca. 800.000 Teilnehmer und leitete damit den mobilen Massendienst ein. Wie auch bei dem Nachfolgesystem, den D-Netzen (realisiert durch die sogenannte GSM-Systemtechnik — Global System for Mobile Communications), hat das C-Netz das Bedürfnis der Kunden für „mobilisierte“ Sprache, d.h. jederzeit und unabhängig vom Standort anrufen zu können und angerufen zu werden, erfolgreich befriedigt.
Klaus David

2.4. Systemtheorie und Designpraxis

Zusammenfassung
Der Beitrag beschreibt und reflektiert die zentralen Ideen meiner Bemühungen um die methodische Integration von Systemtheorie und Designpraxis in der Lehre. Es handelt sich um ein anwendungsbezogenes prozessuales Instrumentarium für das Entwerfen in einem über die reine Produktgestaltung hinausweisenden Verständnis. Das Vorgehen lehnt sich an zwei prominente Ansätze an: Die systemisch-analytische Methode von Vester (1993) und das eher projektiv-narrative Vorgehen von Schwartz (1991). Der weitere theoretische Hintergrund ist der angegebenen Literatur zu entnehmen (Jonas, 1994–2001).
Wolfgang Jonas

2.5. Strategieentwicklung für sich schnell wandelnde Umfelder

Zusammenfassung
Das traditionelle und noch immer gewichtigste Anwendungsfeld für Szenarien ist die strategische Planung von Unternehmen und Geschäftsbereichen. Der dazu notwendige Prozess der szenariogestützten Strategieentwicklung beinhaltet fünf grundsätzliche Schritte, die in Abbildung 1 dargestellt sind (Fink, Schlake, Siebe, 2001).
Alexander Fink

2.6. e-Learning und Knowledge Management

Zusammenfassung
In Zukunft werden Arbeitsprozesse zunehmend wissensbasiert durchgeführt werden. Daher werden der Wissensaustausch und die Verbesserung des Unternehmenswissens zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden, der nur von Lernenden Organisationen überdurchschnittlich erfüllt werden kann. Lernende Organisationen sind Gruppen von Personen, die ihre Fähigkeiten und ihr gemeinsames Wissen kontinuierlich erweitern, um ihre Ziele als Organisation zu erfüllen.
José L. Encarnação, Christoph Hornung

2.7. Engineering- und Enterprise-Systeme

Zusammenfassung
Der Wandel hin zu einer Wissensgesellschaft hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Entwicklung innovativer Produkte und deren Vernetzung mit Dienstleistungen. Die Produkte dieser neuen Gesellschaft werden vermehrt wissensintensive Sachgüter sein, die zu „intelligenten Produkten“ erweitert werden (Bullinger, Springer, 2000, Seiten 115 bis 133). Auf ein zu erstellendes Produkt wirken viele kritische Faktoren ein, die seine Wettbewerbsposition stärken oder mindern können. Neben dem Preis, der Marktrelevanz und der Qualität, ist sein Innovationsgrad entscheidend. Materielle Produktion wird nur in Verbindung mit innovativer Technologienutzung und wertschöpfenden Dienstleistungen zur Differenzierung beim Kunden führen.
Hans-Jörg Bullinger, Joachim Warschat

Methoden der Systemanalyse und des Systemdesign

Frontmatter

3.1. Unbundling von Systemen

Zusammenfassung
Eine der großen Stärken des Systems-Engineering-Ansatzes besteht darin, komplexe technische Systeme in ihre Komponenten zerlegen zu können, in ihre Subsysteme, die jedes für sich durch Spezialisten eigenständig entwickelt werden können, solange sie die genau definierten Schnittstellen und Wechselbeziehungen zu den anderen Subsystemen des Gesamtsystems einhalten. So ist die Entwicklung von Automobilen in einer Weise organisiert, dass eine Entwicklungsabteilung sich mit der Weiterentwicklung von Motoren beschäftigt, eine weitere mit der der Kraftübertragung auf die Räder, eine andere mit der der Elektronik usw. Jede dieser Entwicklungsabteilungen unterteilt ihr jeweiliges Subsystem wiederum in Sub-Sub-Systeme, die der Motorenentwicklung zum Beispiel in die des Vergaser- und Einspritzsystems, des Zündsystems, des Kühlsystems usw.
Tom Sommerlatte

3.2. Maieutik

Zusammenfassung
Das Konzept der Maieutik geht auf Sokrates zurück, der seine Methode, Menschen dabei zu helfen, das in ihnen Verborgene zu erkennen, mit der Kunst der Geburtshilfe verglich.
Helmut Krauch

3.3. Simulation und virtuelles Engineering

Zusammenfassung
Systemisches Denken hat in den Ingenieurwissenschaften eine lange Tradition: Komplexe technische Systeme erfordern disziplinübergreifende Planung und ein methodisches Verständnis des Zusammenwirkens von Systemkomponenten und Prozessen. Komplex (in einem qualitativen Sinn) ist ein System dann, wenn es mehr darstellt als die Summe seiner Einzelkomponenten, wenn gerade durch ihr Zusammenwirken und ihre Interdependenz die gewünschten Effekte erzielt werden. Viele der von uns heute wie selbstverständlich genutzten Systeme haben in dieser Hinsicht einen enormen Komplexitätsgrad: Automobile oder Flugzeuge, industrielle Großanlagen wie Reaktoren oder schlichter noch moderne Haus- und Klimatechnik. Kennzeichnend für die Entwicklung oder Weiterentwicklung solcher Systeme und Anlagen ist, dass sie sich heute schon an gewissen Leistungsgrenzen befinden. Der Fortschritt ist inkrementell und nur durch Verbesserung des Gesamtsystems oder zumindest größerer Teilsysteme, die traditionell getrennt betrachtet wurden, erzielbar. Im Flugzeugentwurf etwa spielt heute die Kopplung von Struktur und Aerodynamik des Flugzeuges die entscheidende Rolle, um Leistungsverbesserungen bei Wirtschaftlichkeit, Kapazität und beim Verhalten in extremen Fluglagen zu erzielen.
Ulrich Trottenberg, Johannes Linden, Clemens-August Thole

3.4. Szenariotechniken

Zusammenfassung
Der Wunsch, die Zukunft vorauszusagen, hat mit der Entstehung moderner Unternehmen und Volkswirtschaften an Intensität zugenommen. Es ist allerdings festzustellen, dass selbst deutlich verbesserte Prognoseinstrumente nicht in der Lage sind, die von zunehmender Vielfalt und Dynamik geprägten Entwicklungen im Unternehmensumfeld vorherzusagen. Daher kommt vor allem in der strategischen Planung einem zweiten Instrument große Bedeutung zu — den sogenannten ZukunftsSzenarien. Sie bilden nicht mehr ab, was sein wird, sondern, was sein könnte. Ihr Ziel ist nicht, die Zukunft vorauszusagen, sondern alternative Möglichkeiten vorauszudenken, um so zu besseren Entscheidungen zu kommen.
Alexander Fink

3.5. Varietätserzeugung und Varietätseinschränkung als Kern des Entwerfens von Systemen

Zusammenfassung
Entwerfen* geschieht meistens für andere. Versteht man das Entwerfen als Gebiet professioneller Expertise, so sollte man annehmen, dass die Gewinnung von Entwürfen (für Umwelt, Gesellschaft, Industrie, Politik) nach gewissen Grundsätzen erfolgt und dass alles Entwerfen diesen genügt. Dies ist aber nicht so, weil es keine verbindliche Definition des Entwerfens gibt. Der für die Profession des Entwerfens zentrale Begriff bleibt den beliebigen, jeweils subjektiven Definitionen der Entwerfer selbst stets ausgesetzt. Im Vergleich zu den Wissenschaften, wo gelegentliche Paradigmenwechsel zur heftigen Erschütterung gültiger Weltbilder und zu deren Neuformulierung führen, gibt es beim Entwerfen eine unübersehbare Fülle solcher Paradigmen, meist sind sie nur für kurze Zeit populär, und nie sind sie von großer Allgemeingültigkeit. Hinsichtlich seiner Wissensbasen (seiner Grundlagen) verhält sich das Entwerfen nicht wie eine Wissenschaft: es bildet nur „schwache“, keine allgemein anerkannten Theorien aus (auch nicht für begrenzte Zeiträume), eine Akkumulation des Wissens, wie sie für viele andere Gebiete selbstverständlich ist, findet nicht statt. Erkenntnisse über das Entwerfen werden wesentlich durch den Prozess des Entwerfens selbst gewonnen. Das entwerferische Handeln ist darum eine wichtige Quelle für den Erkenntnisgewinn im entwerferischen Denken. Der jeweils einzigartige Weg, auf dem sich ein Entwurf entfaltet, erzeugt immerzu neue Anstöße, an denen sich das entwerferische Denken ausbildet.
Hans Dehlinger

3.6. Industriedesign — System und Strategie

Zusammenfassung
Vieles wird heute leichtfertig als kreatives Design deklariert, was nicht etwa einem funktional durchdachten Designprozess entspringt, sondern Effekthascherei. Auch der Begriff „System“ klingt anspruchsvoll und modern, und so werden viele Konstrukte vorschnell als „System“ bezeichnet, die bei genauerem Hinsehen nur ein Verhau von unkoordinierten Teillösungen sind, siehe „das“ Bildungssystem, „das“ Verkehrssystem, „das“ Sozialsystem.
Horst Sommerlatte

Ausblick

Ausblick

Wie kommt Interdisziplinarität zustande?
Zusammenfassung
Was veranlasste Wilhelm von Humboldt, die Einseitigkeit von Professoren zu beklagen, die ihr eigenes Forschungsgebiet für so bedeutend halten, dass sie keine größeren Zusammenhänge mehr sehen?
Tom Sommerlatte

Backmatter

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