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11.11.2019 | Anlageberatung | Infografik | Onlineartikel

Mittelstand sucht sichere Geldanlagen

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 Min. Lesedauer

In Zeiten, in denen Mittelständler auf Bankeinlagen Strafzinsen zahlen, ist auch bei der Geldanlage guter Rat teuer. Viele Unternehmen investieren daher kurzfristig oder direkt in den eigenen Betrieb, zeigt eine aktuelle Umfrage.

Da die Anlagemöglichkeiten für liquide Mittel kaum noch Rendite versprechen, müssen auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) umdenken: Fast die Hälfte (48 Prozent) bevorzugt einen kurzen Anlagehorizont von bis zu einem Jahr und setzt am liebsten auf Termingeld (41 Prozent). Die Investitionen in Devisen oder Fonds spielen mit je 13 Prozent nur eine untergeordnete Rolle. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag der Commerzbank, für die bundesweit 500 Entscheider in Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 15 Millionen Euro repräsentativ befragt wurden.

Mittelstand scheut Risiken bei der Geldanlage

Wie aus der Umfrage hervorgeht, bezeichnen 86 Prozent der KMU ihre Anlagestrategie als liquiditäts- beziehungsweise sicherheitsorientiert. Für Chancen bei höheren Risiken sind dagegen nur rund zehn Prozent offen. Fällt die Entscheidung auf einen Fonds, stehen gemischte Fonds (56  Prozent) und Aktienfonds (51 Prozent) ganz oben auf der Wunschliste. Dabei verlässt sich ein knappes Viertel der Unternehmen auf professionelle Vermögensverwalter oder ein gemanagtes Mandat.

"Der Druck der EZB-Zinspolitik auf den Geld- und Kapitalmarkt ist nicht nur für Banken, sondern auch für unsere Kunden mittlerweile deutlich spürbar", erklärt Oliver Haibt, bei der Commerzbank unter anderem für das Anlagegeschäft mit mittelständischen Unternehmen zuständig. Laut der Befragung mussten 29 Prozent der Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten Negativzinsen zahlen. Wie die Studie zeigt, legt die Hälfte der Mittelständler mehr als eine Million Euro an. Bei gut einem Viertel der Großunternehmen erreicht das Anlagevermögen 100 Millionen Euro oder mehr.

Dienstleistungssektor häufig von Strafzinsen betroffen

Besonders durch Strafzinsen belastet werden Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor mit 36 Prozent. Im Handel sind es zum Vergleich nur 25 Prozent der befragten KMU. Die Folge sind Umschichtungen von Mitteln in andere Anlageformen (37 Prozent) oder das Investment in den eigenen Betrieb (32 Prozent). Ein Viertel der Befragten plant derzeit indessen keine Veränderung bei der Geldanlage. Je länger die Phase negativer Zinsen anhalte, desto mehr werden Unternehmen ihr Anlageverhalten aber ändern müssen, um weiterhin positive Renditen zu erwirtschaften, meint Haibt.

KMU brauchen Beratung

Dennoch bleiben viele Mittelständler bei alternativen Geldanlagen eher verhalten: Für ein knappes Fünftel der Unternehmen kommt laut Umfrage noch eine Investition in Handelsfinanzierungen in Frage. Zinsportale, Peer-to-Peer- oder Social-Trading-Plattformen sind dagegen für weniger als zehn Prozent der Befragten vorstellbar. Allerdings schätzen fast alle Unternehmen den elektronischen Zahlungsverkehr und 46 Prozent legen auf diesem Weg auch Tages- oder Termingelder an. 29 Prozent der Unternehmen wickeln zudem ihren Devisenhandel digital ab. "Eine wichtige Erkenntnis ist für uns, dass bei konkretem Beratungsbedarf das persönliche Gespräch unverändert im Vordergrund steht. Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung ist es daher nur logisch, dass elektronische Medien wie die Videoberatung an Bedeutung gewinnen werden", so Haibt.

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