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16.11.2016 | Anlageberatung | Im Fokus | Onlineartikel

Wie innovative Anlagekonzepte den Wettbewerb verändern

Autor:
Elmar Reif

Geldanlage und Altersvorsorge sind in der Niedrigzinsphase in Deutschland zum Problem geworden. Diese Entwicklung führt dazu, dass viele Anleger über Alternativen zur klassischen Anlage nachdenken.

Trotz historisch hoher Sparquoten liegen die Zinsen für Tagesgeld bei durchschnittlich 0,25 Prozent. Selbst fünfjährige Anlagen werden nur noch mit 0,7 Prozent verzinst. Unter Berücksichtigung der Inflation sind derzeit kaum noch positive Renditen zu erzielen. Für langfristige Geldanlagen sieht es nicht besser aus, die Verzinsung von Lebensversicherungen ist in den letzten 15 Jahren von über sieben Prozent auf mitunter deutlich unter drei Prozent gesunken, mit weiter fallender Tendenz. 

Alternativen zur klassischen Geldanlage sind gefragt

Die deutschen Anleger verfolgen grundsätzlich eher konservative Anlagestrategien. Trotzdem führt diese Entwicklung dazu, dass viele von ihnen über Alternativen zur klassischen Geldanlage nachdenken. Dies geschieht auch aufgrund der vergleichsweise hohen Gebühren, die bei geringen Renditen für Sparer besonders ins Gewicht fallen. In der Summe intensiviert dies den Wettbewerb der Finanzdienstleister, die jedoch ebenfalls unter dem Druck niedriger Zinsen und somit schwindender Margen leiden.

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Der globale Trend der Digitalisierung hat bereits Branchen wie den Handel oder das Verlagswesen grundlegend verändert. Nun beeinflusst er auch zunehmend die Finanzbranche. Mit Internet und Smartphone hat sich das Verhalten der Kunden und Anleger verändert. Einer Befragung der Unternehmensberatung Syracom zufolge, die in Medienpartnerschaft mit Bankmagazin zum Schwerpunkt Geldanlage erstellt wurde, informieren sich bereits

  • 86 Prozent der Teilnehmer zu Geldanlagen im Internet,
  • 76 Prozent können sich vorstellen, ihr Erspartes auch online anzulegen.

Hier kommen nun Fintechs zum Zug. Es gibt bereits eine Vielzahl neuer Anbieter am Markt, die mit innovativen Geschäftsmodellen online-affine Anleger mit standardisierten Produkten zu besonders günstigen Konditionen adressieren. Die Finanztechnologie-Start-ups stellen den Kundennutzen in den Vordergrund, sie bieten einfache und verständliche Produkte über die neuen digitalen Kanäle – ohne den Umweg über den Bankberater. Im Gegensatz zu etablierten Anbietern von Finanzprodukten bieten sie kostengünstige, schlanke Prozesse basierend auf neuen Technologien.

Klassische Banken können bei der Sicherheit punkten

Was bedeutet dies für traditionelle Kreditinstitute? Können sie sich dem Trend widersetzen oder teilen sie das Schicksal bekannter Marken in anderen Branchen, die -Veränderungen im Kundenverhalten zu lange ignoriert haben und zunehmend zugunsten von Online-Mitbewerbern aus dem Markt gedrängt werden? Im Vergleich zum E-Commerce ist die Anlage größerer Geldbeträge eine deutlich komplexere Entscheidung für den Kunden, als der Kauf eines Konsumproduktes. Die Bekanntheit der Marke, langjähriges Vertrauen sowie die Sicherheit des Anbieters sind hier weitaus wichtigere Kriterien. Dies zeigen auch Ergebnisse aus der Anlegerbefragung: Trotz Bankenkrise ziehen

  • 68 Prozent der Befragten die traditionellen Banken in Bezug auf Sicherheit und Vertrauen vor,
  • 65 Prozent warten eher ab, bis sich die neuen Anbieter etabliert haben.

​Das Marktwachstum bestätigt diese Annahme. Der Marktanteil der Fintechs ist derzeit noch vergleichsweise gering. Die Zeit bis zum nachhaltigen Markterfolg wird viel Geduld und Finanzkraft erfordern. Dies werden allerdings nur wenige der neuen Anbieter überleben, da sind sich die Experten einig.

Mit Kooperationen zusammenwachsen

Banken sollten sich auf dem Vertrauen der Kunden jedoch nicht ausruhen. Sie müssen diesen Vorteil nutzen, um den Rückstand zu den Fintechs bei der effizienten Einbindung neuer Technologien aufzuholen. Alleine werden sie dies vermutlich nicht schaffen, da hierarchische Strukturen und veraltete IT-Systeme vieler großer Konzerne nachhaltige Innovationen eher behindern. Mit der Flexibilität und Schnelligkeit von jungen Unternehmen können sie nicht mithalten. Über Kooperationen und Partnerschaften lassen sich die Vorteile beider Geschäftsmodelle am besten kombinieren. Fintechs bringen hierbei das Know-how zur Kundenorientierung, digitaler Vertriebskanäle und innovativer Produkte ein. Banken hingegen haben den Zugang zum Kunden, bieten Sicherheit und Vertrauen sowie die Finanzstärke, um die Etablierung neuer digitaler Produkte bis zur Marktreife durchzuhalten. Und sie sind in der Lage, die immer stärker werdenden regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Mit gebündelten Kräften könnten beide Parteien profitieren. Sie könnten nachhaltig am Markt bestehen und den Kunden zeitgemäße Lösungen bieten.

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