Skip to main content
main-content

26.05.2020 | Anlageberatung | Nachricht | Onlineartikel

Forscher nehmen Honorarberatung unter die Lupe

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
1:30 Min. Lesedauer

Viele Verbraucher suchen bei Finanzfragen den Rat eines Experten. Doch die provisionsbasierte Beratung führt nicht immer zu optimalen Ergebnissen, sagen Studien. Nun untersuchen Bochumer Wirtschaftswissenschaftler die Vorteile und Hürden der Honorarberatung.

Handeln Finanzberater und Versicherungsvermittler im Interesse des Kunden, wenn sie für den Verkauf von Finanzprodukten eine Provision erhalten? Nicht immer, wie unter anderem eine Studie des Bamberger Universitätsprofessors Andreas Oehler zeigt. Deshalb setzen Staaten wie Großbritannien oder die Niederlande schon länger auf die Honorarberatung. Die kann sich in Deutschland aber bislang nicht auf breiter Fläche durchsetzen. Denn nicht nur Verbraucher tun sich hierzulande damit schwer, unabhängig vom Kauf eines Finanzprodukts für die Beratungsleistung zu zahlen. Auch die Berater selbst hängen viel zu oft von Provisionen ab, die ihr Auskommen sichern. 

Mit ihrer Untersuchung zur Honorarberatung wollen Stephan Paul, Professor am Institut für Finanzierung und Kreditwirtschaft der Ruhr-Universität Bochum, und sein Forscherkollege Fabian Schmitz herausfinden, wo die größten Hürden liegen. Provisionen setzen Fehlanreize für Berater, erläutert Schmitz den Grund, sich intensiver mit der Problematik in Deutschland auseinanderzusetzen. Das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW geförderte Projekt startete offiziell im Januar 2020. Im Juni soll eine breit angelegte Befragung von Beratern erfolgen.

Anpassung rechtlicher Grundlagen

Auf Basis der so gewonnen Ergebnisse wollen Paul und Schmitz analysieren, welche Probleme und Hemmnisse es aus Sicht der Honorarberater gibt. Zudem soll die gesetzliche Regulierung auf den Prüfstand gestellt werden um zu sehen, wo etwaige Anpassungen nötig wären, um die Honorarberatung effizienter zu fördern und somit langfristig zu einer gleichberechtigten Alternative zur provisionsbasierten Beratung zu machen. 

Auch wenn das Thema bei Finanzberatern und Vermittlern hoch umstritten bleibt, erlaubt zum Beispiel die IDD-Gesetzgebung (Insurance Distribution Directive) seit einiger Zeit im Bereich Assekuranz, dass Versicherungsmakler neben den Provisionseinnahmen je nach Situation auch eine Honorarvereinbarung mit ihren Kunden treffen dürfen. 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2020 | OriginalPaper | Buchkapitel

Kundenbetreuung

Quelle:
Finanzberatung für das digitale Zeitalter

01.04.2020 | Titel | Ausgabe 4/2020

Stille Verschwörung gegen Provisionen

01.01.2020 | Branche | Ausgabe 1/2020

Der heiße Tanz um die Provisionen

01.09.2019 | Vertriebspraxis | Ausgabe 9/2019

Keine Angst vor Honorarberatung

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

    Bildnachweise