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Begrünung kann Städte deutlich kühler machen

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Unter der Klimaerwärmung haben insbesondere die Bewohner in Ballungsräumen und Großstädten zu leiden. Abhilfe könnte die Begrünung an Fassaden, Dächern oder Straßen- und Fußgängerbereichen schaffen.

© BuGG

Der Kreislauf aus Wohnraummangel, mehr Neubauten, mehr versiegelte Flächen ist teuflisch und kaum zu durchbrechen. "So kommt es bspw. infolge zunehmender Baumaßnahmen, die aufgrund des steigenden Bedarfs von neuem Wohnraum in Städten notwendig sind, zu erhöhten Flächenversiegelungen. Der ansteigende Versiegelungsgrad und die Verdichtung von Stadträumen führen wiederum zu […] Temperaturerhöhungen bzw. Hitzebelastungen in Städten", beschreibt ihn Springer-Vieweg-Autorin Clea Kummert in ihrem Buchkapitel Bauwerksbegrünungen – Allgemeine Potenziale, grundlegende Konstruktionsvarianten und digital ausgerichtete Anwendungsmöglichkeiten auf Seite 60 bis hin zur letzten Konsequenz.

Empfehlung der Redaktion

2022 | OriginalPaper | Buchkapitel

Bauwerksbegrünungen – Allgemeine Potenziale, grundlegende Konstruktionsvarianten und digital ausgerichtete Anwendungsmöglichkeiten

Im Zuge des voranschreitenden städtischen Wachstums muss den zunehmenden Hitze-, Wasser- und Luftbelastungen mit innovativen und nachhaltigen Konzepten begegnet werden. Der Beitrag zeigt auf, inwieweit Bauwerksbegrünungen diesen urbanen Problemen …

Doch man kann der Überhitzung der Städte entgegenwirken. Ein probates Mittel ist Begrünung nicht nur von Dächern, sondern auch von Fassaden und im öffentlichen Raum. Allein mehr Bäume könnten, so eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Nanjing, Western (Kanada), Yale sowie Bochum, 0,13 Grad der Oberflächenerwärmung pro Jahrzehnt in Städten ausgleichen – und das bei einer erwarteten Erwärmung von 0,3 Grad.

Satellitendaten geben Gewissheit

Die Forscher haben dafür Satellitentemperaturdaten von 2002 und 2021 für mehr als 2000 Stadtzentren weltweit ausgewertet und mit Oberflächentemperaturen in den umliegenden ländlichen Räumen verglichen. Eines der alarmierenden Ergebnisse: Städte erwärmen sich um bis zu 29 Prozent schneller als das Umland.

In eine ähnliche Richtung zielt ein Papier, dass das Climate Service Center Germany (GERICS) zusammen mit der KfW Entwicklungsbank erstellt hat. Da Städte schon heute für 80 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und 70 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich sind, braucht es besondere Strategien – insbesondere in Entwicklungsländern, da hier die Städte nicht über geeignete Infrastrukturen und Instrumente verfügten, um die Erwärmung aufzuhalten.

Welche Maßnahmen das sein könnten, zeigten ausgerechnet Schüler aus Dresden, Freiburg und Nürnberg. Aus ihren Ideen entstand eine Unterrichtsvorlage für den Geografieunterricht in der 9. und 10 Klasse.

Begrünung sorgt für Kühle, Artenreichtum, Feuchte

Grünflächen haben demnach wegen der erhöhten Verdunstung eine kühlende Wirkung auf die umliegende Bebauung. Sie dienen als Frischluftzonen, da sie kleine Luftkreisläufe ermöglichen.

Die höhere Verschattung wirkt direkt mindernd auf die Strahlungsreflexion. Schlussfolgerung: Flächennutzungsszenarien, die Begrünung überall da vorsehen, wo es möglich ist, verbunden mit einer Flächenentsiegelung wären noch am ehesten mit einer klimawandelgerechten Stadtentwicklung vereinbar. Die Schüler stehen damit in einer guten Tradition: 2006 endete das Forschungsprogramm DEKLIM, mit dem das damalige Bundesforschungsministerium Anpassungsstrategien an den Klimawandel untersuchte. Schon damals gab es einen Schülerwettbewerb, der ähnliche Ideen hervorbrachte.

Das ist auch kein Wunder. Die temperatursenkende Wirkung von begrünten Dächern und Fassaden ist seit gut 40 Jahren wissenschaftlich untersucht und bestätigt. Dem wird sich auch der Weltkongress Gebäudegrün vom 27. bis 29. Juni 2023 in Berlin widmen, der vom Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) mitveranstaltet wird.

Weitere positive Effekte sind Wärmedämmung und Gebäudekühlung sowie Wasserspeicherung. Das wiederum ermöglicht auch eine größere Artenvielfalt. "Eine begrünte Stadt ist essenziell: für die Menschen, die in ihr leben, aber auch für Pflanzen und Tiere. Urbane Ökosysteme sind besonders […], sie bieten Platz für aus dem Agrarraum vertriebene sowie neue urbane Arten", benennt dies Springer-Spektrum-Autorin Dagmar Haase in ihrem Buchkapitel Stadt begrünen – Grün- und Freiräume auf Seite 164.

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    Bildnachweise
    Ergrünung Städte Bild/© BuGG