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VERLAGSANGEBOT

09.11.2020 | Antriebsstrang | In eigener Sache | Onlineartikel

Technologieoffenheit in der Beweispflicht

Autor:
Markus Schöttle
3 Min. Lesedauer

Einige Diskussionen in der "Antriebswelt" sind oftmals von polemischen und unnötig polarisierenden Positionen – Verbrennungsmotor oder elektrifizierte Antriebe – geprägt. Das soll sich ändern.

Im Sinne der ausgewogenen Diskussion eines sinnvollen, nutzerorientierten sowie nachhaltigen (cradle-to-cradle-orientierten) Fahrzeugantriebsportfolios haben sich ATZlive und die ATZ-MTZ-Redaktionen entschlossen, bisher getrennte Kongresse in einer Veranstaltung zusammenzuführen: den Internationalen MTZ-Kongress Antrieb von Morgen und den Internationalen ATZ-Kongress Grid Integration & Electrified Mobility. Beide Events vertiefen den fachlichen Austausch in themenspezifischen parallelen Vortragssträngen und fördern den interdisziplinären Diskurs zudem in gemeinsamen Panelsessions.

Gemeinsame Themen

Einer der Schwerpunkte in der Zusammenführung beider Kongresse in gemeinsamen Sessions liegt in der Bewertung von aktuellen Lifecycle-Analysen, die für alle Antriebsarten vergleichend erstellt werden. Die aktuelle aber auch perspektivischen Energieketten mit dem Ziel geschlossener Stoffkreisläufe gilt es zu diskutieren, ebenso der Reifegrad der regional unterschiedlich entwickelten Ladeinfrastrukturen für elektrifizierte Antriebsstränge und die Bereitstellung alternativer Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren. Die Antriebswende und Energiewende bedingen sich gegenseitig. Somit lautet eines der Ziele der Kongresse, eine Community von Experten aller relevanten Entscheidungsebenen weiter aufzubauen. Die Industriepartner von ATZlive und den angeschlossenen Redaktionen leisten einen Beitrag dazu, mit dem Versuch so technologieoffen und objektiv wie möglich zu diskutieren.

Fortschritte und Perspektiven – präsentiert von Führungskräften

Die jährlich stattfindenden ATZ/MTZ-Kongresse bieten die Chance der möglichst exakt messbaren Fortschritte einzelner Technologien, deren Marktentwicklungen und Akzeptanz im sozioökonomischen Kontext. Spannend und perspektivenreich ist dabei beispielsweise die Symbiose von (teil-)elektrifizierten Antriebseinheiten und verbrennungsmotorisch Antriebsträngen. In einer der Eröffnungsreden wird Manfred Homm über Effizienzgewinne im dynamischen Hybrid-Antriebsstrang referieren. Der Senior Vice President R&D Powertrain & E-Mobility bei Schaeffler fokussiert unter anderem Fortschritte, die bei der Reduktion der Komplexität erzielt wurden. Eigentlich eine Überraschung, denn die Komplexität stieg in den vergangenen Jahren stetig. Hybridantriebe, speziell Plug-in-Konzepte stehen symbolisch für die Ergänzung sowie Befruchtung und nicht die Konkurrenz zweier Antriebsarten – technisch gesehen, beispielsweise durch signifikante Fortschritte in der Batterietechnologie, marktstrategisch beispielsweise in den Flottenverbrauchsrechnungen hilft der Elektroantrieb. Unmöglich ist es, allein auf Elektromobilität zu setzen, und so gilt es, eine Bandbreite von Technologien zu nutzen, um verschiedene Märkte und Anwendungsbereiche im Sinne bestmöglicher Nachhaltigkeit bedienen zu können. Die Entscheidungsgrundlagen verändern sich kontinuierlich, in den vergangenen Jahren aber sehr dynamisch, beispielsweise das Kundenverhalten und die möglicherweise neuen Kundenbedürfnisse. Darauf geht Franco Bellilio, der Einkaufschef des chinesischen Elektrofahrzeuganbieters Bejing EV ein. Sein Vortragstitel: Wie viel Motorleistung brauchen wir in der Zukunft? Möglicherweise weniger, weil sich die Prioritäten verschoben haben? "Connectivity first" zählt zu den Prioritäten.

Antrieb und Ladeinfrastruktur

Die Angebotsvielfalt von verschiedenen Antriebsvarianten steigt. Somit lässt sich eine Antriebsart einem spezifischen Einsatzzweck zuordnen. Kunden können individueller bedient werden. Bei Elektrofahrzeugen gilt es, die Kapazitäten und Zuverlässigkeit von Ladestationen zu berücksichtigen. BridgingIT hat diesbezüglich langjährige Erfahrung, im Test von Ladesäulen nach mehreren Millionen europaweit gefahrenen Kilometern. Keynote-Redner Dr. Ralf Burgdorf, Lead Consultant bei BridgingIT sieht notwendigen Handlungsbedarf, was er im Vortragstitel bereits formuliert: Ladeinfrastruktur 2.0 – Analyse bestehender Car-to-Infrastructure in Europa und dringende Handlungsempfehlungen für mehr Kundenakzeptanz. Was verbirgt sich hinter "2.0"? Unter anderem eine neue Herangehens- und Sichtweisen in der Bewertung von Ladeinfrastrukturen. Heute zählt lediglich die Anzahl und Dichte von Ladepunkten. Die Qualität scheint zweitrangig. Doch nur eine zuverlässig und überhaupt funktionierende Ladesäule sollte gezählt werden dürfen. Einer der wichtigen Qualitätsmerkmale ist die reibungslos funktionierende IT-Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladesäule. An dieser Stelle wird deutlich, dass sich auch Fahrzeugentwickler und Netzspezialisten miteinander unterhalten müssen. Die Dialog-Plattform schafft ATZlive mit den beiden Kongressen unter einem Dach des Congress Park Hanau, Hanau bei Frankfurt am Main. 

Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie unter https://www.atzlive.de/veranstaltungen/der-antrieb-von-morgen/ und https://www.atzlive.de/veranstaltungen/electrified-mobility-grid-integration/

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