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23.05.2016 | Antriebsstrang | Nachricht | Onlineartikel

Bosch entwickelt E-Antrieb für Motorsport-Kart-Studie

Autor:
Christiane Brünglinghaus
2 Min. Lesedauer

Bosch hat einen elektrischen Antrieb für eine Motorsport-Kart-Studie entwickelt. Im Rahmen der Formel E in Berlin hat Bosch gemeinsam mit FIA, DMSB und Mach1 einen ersten Prototyp vorgestellt.

Im Rahmen der FIA Formula E haben die FIA Electric and New Energy Commission und der Deutsche Motor Sport Bund DMSB) am 21. Mai 2016 in Berlin das E-Kart vorgestellt, die Studie eines ausschließlich mit elektrischer Energie angetriebenen Sportrennkarts. Beim Antrieb setzen FIA und DMSB auf Bosch. Das Unternehmen hat ihn mit den Verbänden und Deutschlands größtem Karthersteller Mach1 Kart entwickelt und gemeinsam mit alle Beteiligten in Berlin einen ersten Prototyp vorgestellt.

Der Kartsport gilt als Einstiegsserie in den professionellen Motorsport. Antriebsquelle heutiger Sportrennkarts ist überwiegend ein Verbrennungsmotor. Den elektrischen Antriebs für den Profi-Kartsport haben FIA, DMSB, Mach1 Kart und Bosch von Grund auf neu entwickelt. Die Idee: rein elektrisch betriebener Motorsport, der keinen Kompromiss bei Leistung und Performance eingeht.

Von der Straße in den Rennsport

Die Lösung fanden die Motorsportentwickler von Bosch im neuen Boost Recuperation System (BRS), dessen erste Generation das Unternehmen ab 2017 in Serie bringt. Das BRS unterstützt den Verbrennungsmotor von Fahrzeugen in der Kompaktklasse mit seinen elektrischen Komponenten. Damit liefert es bis zu zehn Kilowatt zusätzliche Leistung und spart auf der Straße bis zu 15 Prozent Kraftstoff und CO2. Zudem unterstützt es den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen mit zusätzlichen 150 Newtonmetern Drehmoment. "Wir haben dieses System für den Kartsport modifiziert und elektrifizieren damit den Prototyp des E-Karts", sagt Dr. Klaus Böttcher, Leiter von Bosch Motorsport. "Die Kombination aus automobiler Großserientechnik von Bosch mit speziell entwickelten Komponenten und einer Software zur Steuerung des Antriebs kommt bei uns als Komplettsystem aus einer Hand."

Basis des neuen Antriebs sind zwei Starter-Generatoren mit zusammen 20 kW Leistung, die für 300 Nm Drehmoment an der Hinterachse sorgen. Als Energiespeicher dient eine 48-Volt-Lithium-Batterie. Zudem können die Starter-Generatoren Energie durch Rekuperation zurückgewinnen und diese zum Beschleunigen nutzen. Schaltzentrale des Antriebs ist ein eigens entwickeltes Steuergerät, das die Energieströme im Gokart steuert. Komplettiert wird das Gesamtsystem mit Sensoren und einem Kabelbaum. "Bereits bei der ersten Fahrt des Elektro-Karts benötigte es weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 und fuhr über 130 Km/h Spitze. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir weiter testen, um zu sehen, was mit dem neuen E-Kart noch alles möglich ist", erklärt Boettcher.

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