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Über dieses Buch

Die Digitalisierung transformiert die Arbeitswelt in vieler Hinsicht: Arbeitsplätze werden zunehmend mobil und flexibel, Arbeitsprozesse durch Algorithmen gesteuert, Roboter sind die neuen „Kollegen“ in der Industrie und im Dienstleistungssektor. Dieser Band der „Edition HDM“ erörtert viele zentrale Fragen rund um die Transformation der Arbeitswelt von heute und morgen. In ihren Beiträgen über den Einfluss der massiven Digitalisierung auf unterschiedliche Branchen und Arbeitsbereiche diskutieren die Autorinnen und Autoren diverse Aspekte wie: • den Einfluss der Digitalisierung im Versandhandel und auf die Wissensarbeit. • die Interaktion von Mensch und Roboter in der Fabrik 4.0.• den Wert der menschlichen Arbeitsleistung in der Zukunft.• die Anforderungen an Qualifizierung.• die Möglichkeiten für Mitarbeiter, die Arbeit in der vernetzten Wirtschaft 4.0 proaktiv mitzugestalten. Unter der Herausgeberschaft von Josephine Hofmann, Leiterin des Competence Center Business Performance Management am Fraunhofer IAO in Stuttgart, entsteht so ein Sammelband, der sich als Teil der aktuellen Debatte um die digitale Transformation der Arbeitswelt versteht. Nicht nur Wissenschaftler erhalten neue Denkanstöße für ihre Forschung, auch Entscheider in Wirtschaft und Politik sowie Verantwortliche in den Bereichen Bildung, Fortbildung und Personalentwicklung können aus der Lektüre des Buches wertvolle Erkenntnisse über die Arbeit von heute und die Gestaltung der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt von morgen gewinnen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Arbeit, IT und Digitalisierung

Zusammenfassung
Die digitale Transformation verändert in großer Geschwindigkeit Produkte und Prozesse in Organisationen und Unternehmen. Der Beitrag gibt einen Überblick, welche Folgen das auf die Ausgestaltung und Entwicklung menschlicher Arbeit in den Organisationen hat und welche Entwicklungen hierzu erwartet werden. Im besonderen Fokus stehen Fragen der veränderten Tätigkeitszuschnitte, der Arbeitsorganisation im Kontext agiler und flexibler Organisationsformen, der Beschäftigungseffekte und Fragen von neuen, notwendigen Führungskonzepten.
Wilhelm Bauer, Josephine Hofmann

2. Die Digitalisierung der Wissensarbeit – Unternehmen im Spagat zwischen Innovation und Kontrolle

Zusammenfassung
Die Digitalisierung aller Lebensbereiche hat zu steigenden Bedürfnissen und Anforderungen an die technologische Unterstützung am Wissensarbeitsplatz geführt. Die Unternehmen finden sich durch diese Entwicklung in einem Zwiespalt wieder. Einerseits möchten Sie ihren Beschäftigten vor dem Hintergrund möglicher Effizienzgewinne und Innovationspotenzialen mehr Freiheiten und Autonomie in Bezug auf Auswahl und Einsatz von IT einräumen. Andererseits ist ein Mindestmaß an Kontrolle vor allem aufgrund von Compliance und Steuerbarkeit unerlässlich. Der Beitrag nennt konkrete Handlungsempfehlungen für die Gestaltung des digitalen Arbeitsplatzes, die in der Wirtschaftsinformatikforschung abgegeben werden.
Sebastian Köffer, Nils Urbach

3. Chancen und Risiken der Digitalisierung – Befragungen ausgewählter KMU

Zusammenfassung
Im Zuge der Digitalisierung verschwimmt die Abgrenzung wertschöpfender und unterstützender Prozesse immer weiter, wodurch eine Transformation von ursprünglich nachgelagerten Prozessen zu einem ganzheitlichen Wertschöpfungsnetzwerk erfolgt. Um sich dieser Entwicklung stellen zu können, ist es für Unternehmen unabdingbar, passende Informations- und Kommunikationstechnik einzusetzen. Dabei existieren bereits mehrere Studien, die sich mit der Thematik der Digitalisierung in Deutschland beschäftigen. Dennoch wird in diesen Studien oftmals nur auf den Digitalisierungsgrad der Unternehmen eingegangen. Dies erweiternd wurden zwei Studien durchgeführt mit dem Ziel, die Einschätzung von KMU bezogen auf die Chancen, Risiken und auch auf den eigenen Digitalisierungsstand zu erhalten. Auf Basis dieser Ergebnisse können Rückschlüsse gezogen werden, welcher Informationsbedarf und Entwicklungsbedarf auf Seiten der KMU mit Blickpunkt Digitalisierung noch immer benötigt wird. Dabei wird in den Studien deutlich, dass noch erheblicher Handlungsbedarf besteht, um die Potenziale moderner IKT insbesondere in den Bereichen integrierter Anwendungssoftware, Unterstützung von Produktion und Logistik sowie Nutzung von Cloud-Diensten angemessen zu erschließen, da hier teilweise noch große Hemmnisse auf Seiten der Unternehmen gesehen werden sowie die Unternehmen sich oftmals bezüglich ihres tatsächlichen Digitalisierungsstands stark überschätzen. Dies resultiert in vielen Fällen jedoch auch aus einem gewissen Unwissen über die Thematik der Digitalisierung.
Christian Leyh, Katja Bley, Marko Ott

4. Consulting 4.0 – Skalierbarkeit als Gestaltungselement der Digitalisierung für die Unternehmensberatung: Konzept, Ansätze und Kundenakzeptanz

Zusammenfassung
Die Unternehmensberatung ist eine der Branchen, die exzellent von der Digitalisierung profitiert. Allerdings primär als diejenige, die die Vielzahl der Projekte zur Digitalisierung von Unternehmen verschiedenster Branchen aufsetzt, steuert und durchführt. Aber warum ist die Beratung selbst nicht digitalisiert? Selbst in einem klassischen People Business mit komplexen Dienstleistungen muss darüber nachgedacht werden, ob und wie Beratung virtualisiert oder digital unterstützt werden kann. Dabei deuten sich die durch die Digitalisierung getriebenen Veränderungen der Prozesse und Systeme bereits heute an: Reisetätigkeit beispielsweise war bis vor wenigen Jahren untrennbar mit dem Beraterdasein verbunden, dies gilt heute nicht mehr. Remote-Beratung erlaubt eine deutlich flexiblere Arbeitsgestaltung. Doch dies ist erst der Anfang. Die Unternehmensberatung bietet noch viele weitere Ansatzpunkte zur digitalen Evolution. Dies ist Thema dieses Beitrags. Nachfolgend wird ein Überblick über die Potenziale der Digitalisierung in der Unternehmensberatung gegeben. Hierzu wird aufgezeigt, welche Veränderungen und Voraussetzungen an Beratungsleistungen gestellt werden, um die Digitalisierung zu ermöglichen. Auf dieser Basis stellen die Autoren ein Framework zur Gliederung skalierbarer digitaler Geschäftsmodelle in der Unternehmensberatung vor. Ergänzt wird das Modell um Praxisbeispiele und Pilotprojekte in den identifizierten Feldern der digitalen Beratung. Abschließend werden die Ergebnisse einer Umfrage mit 67 Beratungskunden zu den Einsatzpotenzialen digitaler Beratung aus Kundenperspektive vorgestellt. Diese zeigen auf, dass bereits heute eine hohe Bereitschaft zur Inanspruchnahme digitaler Beratungsdienstleistungen besteht, welche Qualitätsfaktoren digitaler Beratung aus Kundenperspektive die höchste Relevanz haben und dass aus Kundensicht kein Zweifel an der zukünftigen Koexistenz von klassischer und digitaler Beratung besteht.
Tobias Greff, Kristina Gugler, Dirk Werth

5. Der Wissensarbeitsplatz der Zukunft: Trends, Herausforderungen und Handlungsempfehlungen

Zusammenfassung
Die gegenwärtigen Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Informationstechnologie führen zu veränderten Anforderungen an den modernen Wissensarbeitsplatz. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind die erforderlichen organisationalen und technologischen Voraussetzungen zu schaffen. Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, welche konkreten Anforderungen an den „Wissensarbeitsplatzplatz der Zukunft“ gestellt werden, welche Herausforderungen sich dadurch für das Management ergeben und wie die erforderlichen Entwicklungsschritte aktiv angegangen werden können.
Nils Urbach, Frederik Ahlemann

6. Computerisierung in der globalen Softwareentwicklung – Die Evolution einer arbeitsmethodischen Betrachtung

Zusammenfassung
IT, verstanden als Konglomerat der Informations- und Kommunikationstechnologien, ist nicht nur Treiber der Digitalisierung der Arbeit. Tatsächlich werden geografisch verteilte Teams, wie sie etwa durch Unternehmenszusammenschlüsse oder -übernahmen entstehen, durch IT überhaupt in die Lage versetzt, zusammenzuarbeiten: IT wird zum „Enabler“ einer globalen, digitalen Arbeit – auch und gerade in der Softwareentwicklung. Agile Arbeitsmethoden wie Scrum oder Kanban bezwecken im Allgemeinen eine effektive wie effiziente Zusammenarbeit in Entwicklungsteams. Geografisch verteilte Teams sehen sich jedoch ganz speziellen Herausforderungen gegenüber. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Thematik und zeigt schließlich an einem konkreten Fallbeispiel aus der Softwareindustrie auf, wie diese Herausforderungen auch mithilfe von IT gemeistert werden können. Dies führt zu Handlungsempfehlungen für eine „Softwareentwicklung 4.1“.
Simon Schrauzer

7. Digitalisierung „machen“ – Ansichten im Engineering zur partizipativen Gestaltung von Industrie 4.0

Zusammenfassung
Industrie 4.0 umfasst ein Bündel vielfältiger Technologien. Wie sie konkret im Unternehmen zum Einsatz kommen, ist hochgradig gestaltungsbedürftig. Bei aktuellen Formen der partizipativen Gestaltung (agile Methoden, Design Thinking, Open Innovation) werden zwar Kunden stärker direkt eingebunden, kaum aber die eigenen Beschäftigten in der Produktion (dem Shopfloor). Wollen die Engineering-Beschäftigten, die Industrie 4.0 gestalten, den Shopfloor überhaupt einbeziehen? Der Artikel präsentiert bislang unveröffentlichte Ergebnisse zu Erhebungen im Engineering eines Automobilwerks. Speziell wurden die Sichtweisen, Erfahrungen und Zukunftsvorstellungen der Engineering-Beschäftigten darüber ermittelt, wie die Produktion bei der Umsetzung von Industrie 4.0 integriert werden kann. Die qualitativen und quantitativen Erhebungen mit Q-methodologischem Anteil zeigen einerseits gute Erfahrungen mit und eine hohe Bereitschaft zur Beteiligung. Andererseits ist diese voraussetzungsvoll, es fehlt nicht nur an Zeit und Gelegenheiten, sondern auch an Phantasie und Initiative, um die bisherigen formalen, auf nachholende Optimierung verengten Verfahren zu durchbrechen.
Sabine Pfeiffer, Maximilian Held, Horan Lee

8. Mobile Applikationen im Arbeitsalltag: Geringe Literacy als Sicherheitsgefahr für Unternehmen

Zusammenfassung
Moderne Arbeitsumgebungen werden in steigendem Maße von IT und Digitalisierung durchdrungen. Hierbei nehmen private Endgeräte, Nutzungsgewohnheiten und privat genutzte Services zunehmend Einfluss auf die IT-Landschaft und IT-Sicherheit von Unternehmen. Der zügellose Konsum mobiler Applikationen wirkt sich hierbei auf die IT-Sicherheit aus. Durch private Nutzungsgewohnheiten sowie der Vermischung von beruflicher und privater Sphäre rückt der Risikofaktor Mensch sowie eine schwer überschaubare Hardwarelandschaft zunehmend in den Fokus sicherheitsrelevanter Überlegungen von Unternehmen. Da bisherige Forschungsarbeiten die Sicht der Nutzer und deren spezifische Vorbildung noch nicht angemessen berücksichtigen, adressiert der Artikel die Perspektive der Konsumenten hinsichtlich Gefährdungspotenzialen bzgl. persönlicher Daten. Anhand einer qualitativen Befragung von 23 Personen wird die spezifische Bildung (Literacy) der Nutzer ergründet. Der Artikel zeigt, dass Nutzer Angebote mobiler digitaler Ökosysteme zwar ausgiebig in Anspruch nehmen, die daraus entstehenden Gefahren jedoch nicht kennen und somit auch nicht einschätzen können. Die Studienergebnisse legen eine massive Fehleinschätzung von Konsumenten hinsichtlich bestehender Gefährdungspotenziale in digitalen Systemen offen. Die offensichtlich fehlende App Literacy der Nutzer, bei steigender Nutzung anonymer Anwendungen und Services, stellt eine zunehmende Gefahr für die IT Sicherheit von Unternehmen dar und verdeutlicht die Bedeutung derartiger Problemstellungen für Wissenschaft und Praxis.
Christoph Buck, Daniela Kaubisch, Torsten Eymann

9. Die Grenzen der Digitalisierung

Begründung einer Arbeitsteilung zwischen Mensch und Technik und Implikationen für eine humane Technikgestaltung
Zusammenfassung
Der Beitrag stellt die Unterscheidung zwischen explizierbarem und nicht-explizierbarem Wissen und zwischen den daran jeweils anschließenden Handlungsformen der ‚Objektivierung‘ und ‚Subjektivierung‘ ins Zentrum, zur Auslotung der Grenzen der digitalen Substitution von Arbeit. Dieser Zugang ermöglicht differenziertere Antworten auf zentrale Fragen der Digitalisierung von Arbeit: Wie wirkt sich die Informatisierung auf Arbeit und Arbeitskraft, Tätigkeiten und gefragte Kompetenzen aus? Wie kann die Interaktion zwischen Mensch und Technik/Maschinen, wie kann überhaupt digitalisierte Arbeit nachhaltig und menschengerecht gestaltet werden? Anhand von Beispielen aus der Arbeitspraxis wird argumentiert, dass auch bei komplexen sozio-technischen Systemen und (teil-)autonomer intelligenter Technik weiterhin von einer Art Arbeitsteilung zwischen Mensch und Technik auszugehen ist, um den Potenzialen von Mensch und Technik gerecht zu werden. Auf dieser Basis kann typisch menschliches Arbeitsvermögen ermächtigt und eine Humanisierung der Arbeit (z. B. lernförderliche Arbeit) eher erreicht werden als durch eine Angleichung der Technik an den Menschen, die die Besonderheiten menschlichen Handelns systematisch ignoriert. Aus dieser Perspektive werden Folgerungen für die Technikgestaltung abgeleitet.
Norbert Huchler

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