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Über dieses Buch

In diesem essential beschreibt Hans-Jürgen Arlt das Paradox unserer modernen Gesellschaft, die Freiheit als ihren höchsten Wert feiert und verteidigt, aber mit der Arbeitstätigkeit eine Lebenspraxis in ihr Zentrum stellt, die in der Regel unfreiwillig und fremdbestimmt ausgeübt wird. Dieses Paradox nimmt das essential zum Anlass aufzuzeigen, wie die Moderne in die Arbeitsgesellschaft hineingeriet und wie sie herauskommen kann. Der Arbeit ohne Ende mit Wachstumszwang, Konsumsucht und sozialer Spaltung wird ein Szenario gegenüber gestellt, das die Kollektivität der Arbeit mit individuellen Freiheitsrechten versöhnt. Statt auf das Recht des Stärkeren oder die Verstaatlichung der Arbeit zu setzen, wird für ein Freiheitsverständnis plädiert, dem es auf das reflektierte Verhältnis von Bindung und Unabhängigkeit ankommt. Skizziert wird eine Wirtschaftsweise, die besser zu leben und weniger zu arbeiten als egalitäres, nicht nur als elitäres Programm realisiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Freiheit als Recht und Vermögen

zusammenfassung
Über Verantwortung muss so viel geredet werden, weil der soziale Kern des modernen Freiheitsverständnisses Verantwortungslosigkeit ist. An einer Verständigung über ihre Leitidee Freiheit scheitert die Moderne aber auch deshalb, weil sie sich als Arbeitsgesellschaft eingerichtet hat. Die freie Wahl findet öffentlich auf Märkten statt, Abhängigkeit und Fremdbestimmung regieren in den Organisationen. Mit der Selbstbeschreibung als Leistungsgesellschaft wird übertüncht, dass Freiheitsrechte einerseits und andererseits das Vermögen, Freiheiten zu leben, zwei sehr verschiedene Dinge sein können.
Hans-Jürgen Arlt

Kapitel 2. Arbeit – der Anfang der Wirtschaft

zusammenfassung
Kommt es darauf an, sich in der Arbeit zu verwirklichen oder sich von ihr zu befreien? Industrialisierte Gesellschaften tendieren dazu, nur Arbeitstätigkeiten anzuerkennen und Alternativen als Faulheit beziehungsweise Erholung zu kennzeichnen. Eine funktionierende Gesellschaft braucht auch Arbeit, also Tätigkeiten, die ihren Bedarf befriedigen. Die entscheidende Frage ist, in welchem Verhältnis Arbeitstätigkeiten und selbstbestimmtes Tun zueinander stehen. Die Sehnsucht nach Tätigkeiten, die zumindest die Identifikation mit einem guten Zweck oder besser noch – wie im Spiel und in der Kunst – mit der Tätigkeit selbst ermöglichen, hat die Arbeitsgesellschaft nie verlassen.
Hans-Jürgen Arlt

Kapitel 3. Zangengeburt der Arbeitsgesellschaft

Zusammenfassung
Als Kapital wird Geld zum Regisseur der modernen Arbeitswelt. Es dirigiert die Arbeit, löst deren Begrenzung auf, die in der Bedarfsbefriedigung liegt, und verlangt Arbeit ohne Ende – immer mehr von der Technik, immer weniger von Arbeitskräften. Auf der anderen Seite bleibt die Chance einer eigenständigen sozialen Existenz für die Mehrheit der Bevölkerung an eine individuell zuschreibbare Arbeitsleistung gebunden. Dieser Zangengriff hält die Arbeit im Zentrum der Moderne: Kapital sucht kostengünstige Arbeitsleistungen und Konsumnachfrage, Individuen suchen bezahlte Arbeitsleistungen und Konsumangebote. Als Ergebnis wird in der Arbeitsgesellschaft mehr gearbeitet als nötig und schlechter gelebt als möglich.
Hans-Jürgen Arlt

Kapitel 4. Befreiung aus dem Zangengriff

Zusammenfassung
Ohne Organisationen, die nicht auf Gewinn- und Wachstumsziele fixiert sind, und ohne soziale Sicherungssysteme, welche die Kopplung von Einkommen und Arbeitstätigkeit entschärfen, wären moderne Gesellschaften nicht existenzfähig. Aber solche immanenten Alternativen werden bislang vom Mainstream abgewertet, als zweitklassig disqualifiziert. In ihnen wurzeln jedoch die Ideen, die besser leben und weniger arbeiten als egalitäres Programm tragen können: Die Organisationen zu demokratisieren und die Gesellschaftlichkeit der Arbeit anzuerkennen, also die soziale Existenzsicherung der Einzelnen kollektiv zu garantieren statt zu privatisieren. Freiheit, das Recht und das Vermögen zu selbstbestimmtem Handeln, könnte sich als laufendes Austarieren von Unabhängigkeit und Bindungen entfalten.
Hans-Jürgen Arlt

Backmatter

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